4. September 2015

Fahrbericht Kombi mit Offroad-Optik VW Passat Alltrack: Ein Hauch von Abenteuer

Der VW Passat Alltrack präsentiert sich mit Offroadoptik.
Der VW Passat Alltrack präsentiert sich mit Offroadoptik. © VW

Wem der VW Passat zu bieder ist, dem bieten die Wolfsburger nun eine Alltrack-Variante ihres Mittelklassemodells an. Es bietet nicht nur einen serienmäßigen Allradantrieb, sondern auch eine dezente Offroadoptik.




Von Frank Mertens

Crossover-Modelle sind Autos für Menschen, die einen Hauch von Abenteuer suchen. Ein Kombi allein ist ihnen zu profan, ein SUV zu groß und im Großstadtverkehr zu aufdringlich. Verzichten wollen sie aber nicht auf die Vorteile dieser Fahrzeuggattungen, sie wollen das Beste aus zwei Welten. Und die Hersteller bieten ihnen solche Modelle.

Bei Volvo heißen sie Cross-Country, bei Audi Allroad und bei Volkswagen Alltrack. Nun bieten die Wolfsburger vom neuen Passat - wie bereits beim Vorgänger - wieder ein solches Alltrack-Modell an. Auf den Markt kommen wird es noch im September zu einem Preis von mindestens 38.550 Euro für den 2.0 TDI mit 150 PS.


Fast drei Zentimeter höher gelegt

Rein äußerlich ist der Passat Alltrack vom klassischen Variant dadurch zu unterscheiden, dass er an den Radläufen über Kunststoffbeplankungen im Geländewagenstil, einen Unterfahrschutz und robuste silberne Einstiegsleisten verfügt. Daneben ist der Alltrack noch um fast drei Zentimeter höher gelegt und kommt damit auf eine Bodenfreiheit von 17,5 Zentimeter und verfügt im Gegensatz zu anderen Crossover-Modellen serienmäßig auch über einen Allradantrieb.

Damit ist der Passat Alltrack nicht als Blender unterwegs, sondern kann durchaus auch im Gelände bewegt werden, auch wenn sich das Gros der Kunden dorthin nur äußerst selten verirren wird. Aber das haben sie dann auch gemein mit den SUV-Kunden, von denen das Gros ihren Geländewagen zumeist nur auf asphaltierten Straßen bewegt. Dass der Alltrack seine Berechtigung hat, kann man auch an den Absatzzahlen ablesen. So kam der Vorgänger auf einen Anteil von immerhin zehn Prozent vom Variant-Absatz. Eine ähnliche Größenordnung erwartet man bei VW auch vom Nachfolger, der jetzt zu den Händlern rollt.

Immer mit Allrad

Das Cockpit des Alltrack
Das Cockpit des Alltrack © VW

Die Chancen dürften ganz gut stehen, dass das gelingt. Denn der Variant ist zwar ein Auto, an dem es nichts auszusetzen gibt, ja, man kann sagen, dass es technisch in der Klasse Maßstäbe setzt, aber es nun auch kein Fahrzeug, das einen in Verzücken geraten lässt. Es ist der Vernunft verpflichtet. Gut, auch der Alltrack ist kein Emotionsbolzen, aber er kommt doch mit seinem dezenten Offroad-Style etwas frischer daher. Aber das ist wie so vieles im Leben Geschmackssache.

Wenig zu diskutieren gibt es indes bei den Fahrleistungen und Fahreigenschaften dieses Passat Alltrack, den wir als 2.0 TSI mit 220 PS und Siebengang-Direktschaltgetriebe gefahren haben. Es ist ein Aggregat, das nur wenige Wünsche offen lässt. So liegt das maximale Drehmoment von satten 350 Nm über das breite Drehzahlband von 1485 bis 4400 Touren erhalten. Mit so viel Drehmoment kann man es auch einmal etwas sportlicher angehen lassen. Gerade einmal 6,8 Sekunden vergehen bis Tempo 100 und die Spitzengeschwindigkeit ist bei 231 km/h erreicht. Der Verbrauch wird übrigens mit 6,9 Liter (CO2-Wert 157 g/km) angegeben.

Dass am Ende auch auf nassen Straßen oder bei schlechten Fahrbedingungen immer für ausreichend Grip gesorgt wird, dafür sorgt der Allradantrieb, der bei den Wolfsburger 4Motion heißt. Alle Passat Alltrack sind mit der Kraft der vier Räder unterwegs. Unter Normalbedingungen werden die Vorderräder angetrieben. Erst ab dem Moment, ab dem eines der Räder Traktion verliert, schaltet eine Haldex-Kupplung die Hinterachse zu. Die Antriebskraftverteilung an alle vier Räder geschieht bereits, bevor Schlupf entsteht. Zugleich verfügt der Alltrack auch über eine Differentialsperre. Unser Testwagen verfügte zudem über die XDS+-Funktion. Sie sorgt bei flotter Kurvenfahrt dafür, dass die kurveninneren Räder abgebremst werden. Das steigert nicht nur die Fahrdynamik, sondern optimiert auch das Lenkverhalten. XDS+ gibt es auch beim Diesel mit 240 PS.

Einfach unfällig

Das Heck des Passat Alltrack mit Unterfahrschutz
Das Heck des Passat Alltrack mit Unterfahrschutz © VW

Die Systeme verrichten ihre Aufgaben einfach unauffällig, lassen den Fahrer seine Fahrt genießen. So muss es sein – und darin liegt dann wie beim klassischen Variant auch die Stärke des Alltrack. Er macht wenig Aufhebens davon, dass er seine Aufgaben souverän absolviert. Er ist ein zuverlässiger Begleiter. Einer, mit dem man gern unterwegs ist, auch wenn er die Gefühle nicht richtig in Wallung bringt. Aber welches Auto in diesem Segment tut dies schon? Sei es drum. Der Alltrack bietet dem Fahrer neben den Vorteilen eines Kombis auch das Gefühl, die Vorteile eines SUV nutzen zu können. Ein Punkt, der nicht unwichtig ist.

Denn wenn es ein Segment gibt, das wächst, dann ist es das SUV-Segment. Dass man sich diesen Spaß dann auch einiges kosten lassen muss, liegt auf der Hand. Wie bereits der Passat Variant ist auch der Alltrack kein Schnäppchen – aber das weiß man ja, wenn man sich für ein Crossover-Modell entscheidet. Wer das Beste aus zwei Welten will, muss dafür auch entsprechend in die Tasche greifen.






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