3. April 2017

Fahrbericht Flaggschiff mit 310 PS Leistung VW Golf R: Keine Kompromisse

Der VW Golf R ist mit 310 PS unterwegs. Fotos ▶
Der VW Golf R ist mit 310 PS unterwegs. © VW

Der Golf R ist das Flaggschiff der Baureihe. Nun hat Volkswagen seinem Alltagssportler nochmals zehn PS mehr Leistung spendiert. Nicht nur das: er bringt auch sonst einige Nettigkeiten mit, die den sportlich ambitionierten Fahrer erfreuen dürften.




Von Frank Mertens

Golf ist Golf. Könnte man meinen. Doch der Kontrast zwischen diesen beiden Golf-Modellen könnte größer nicht sein. Hier der Elektro-Golf, dort der Golf R: der eine fährt lokal emissionsfrei, kommt auf die Effizienzklasse A+. Der andere pustet satte 164 g/km CO2 in die Luft, was ihm ein unrühmliches D bei der Effizienz einträgt.

Doch genau diese Gegensätze machen den Bestseller der Wolfsburger aus: Er bedient nicht nur die Vernunft, sondern spricht auch die Emotionen an, allen voran der Golf R, das Flaggschiff der Baureihe. Von daher verwundert es nicht, dass Volkswagen die neue Generation dieser Fahrzeuge bei ein und derselben Veranstaltung auf Mallorca vorstellte. Und wie es sich für das Topmodell gehört, wuchs auch bei diesem Update die Leistung an. Während das Ur-Modell der R-Baureihe, der vor 15 Jahren noch als R32 firmierte, auf eine Leistung von 241 PS kam, waren es bei der nächsten Generation schon 300 PS und nun spendierte VW seinem mindestens 40.676 Euro (Variant: 44.800 Euro) teurem Aushängeschild nochmals zehn PS mehr. 310 PS für ein Fahrzeug mit einem Gewicht von 1,6 Tonnen sind eine Ansage - und soviel Leistung will erst einmal auf die Straße gebracht werden.


VW Golf R in 4,6 Sekunden auf 100

Doch damit dies auch souverän genug geschieht, ist ein Allradantrieb an Bord. Er sorgt dafür, dass der Golf R mit Siebengang-DSG seine 400 Nm ziemlich mühelos auf den Asphalt bringt und so in 4,6 Sekunden Tempo 100 erreicht (beim manuellen Sechsganggetriebe sind es 5,1 Sekunden). Seine Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt. Wer nach noch mehr Topspeed giert, der kann ab Herbst ein Performance-Paket bestellen. Damit sind dann nochmals 17 km/h beziehungsweise 20 km/h beim Variant mehr drin. Wer es braucht. Doch Topspeed ist ohnehin das eine, seine Fahrdynamik das andere. Und wo kann man die besser erfahren als auf der Rennstrecke, in diesem Fall dem engen Circiut in der Nähe des Flughafens.

Hier spielt dieser R seine Stärken so richtig aus - und das auch hörbar. Denn unser Testwagen war mit einer Titan-Abgasanlange von Akrapovic unterwegs. Sie sorgt nicht nur für ein Mindergewicht von sieben Kilogramm, sondern ermöglicht neben einem satten Motorsound auch einen abgemilderten Klang für den Alltag. Unangenehm auffallen mag man ja nun auch nicht.

Im Race-Modus über die Rennstrecke

Der Golf R macht auch von hinten einen stimmigen Eindruck
Der Golf R macht auch von hinten einen stimmigen Eindruck © VW

Unter den wählbaren Farmodi befindet sich dann auch der so genannte Race-Modus, der die Motorkennlinien und das Fahrwerk auf die speziellen Erfordernisse einer Rennstrecke einstellen. So unterwegs erweist sich dieser R mit seiner tadellos ansprechenden Lenkung und seinem gut abgestimmten Fahrwerk als richtiger Spaßbringer. Für die, die so etwas brauchen: serienmäßig gibt es auch eine Launchcontrol.

Natürlich macht dieser R gerade auf einer Rennstrecke Spaß, aber halt nicht nur dort. Mit ihm kann man auch gut im Alltag unterwegs sein - ohne dabei das Gefühl zu haben, unkomfortabel unterwegs zu sein. Insbesondere hat er sich seinen Blick für die praktische Dinge bewahrt. So weist der R ein Kofferraumvolumen von 343 bis 1233 Liter auf, beim Variant sind es sogar 605 bis 1620 Liter. Damit erweist sich dieses Modell auch als familientauglich. Sportlich ambitionierte Familienväter und Mütter dürfte dies freuen - denn Kompromisse beim Autokauf macht man ja nicht gern.






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