VW Caddy Alltrack: Auf zu neuen Zielen

Optionaler Allradantrieb

Der VW Caddy Alltrack ist nichts für preissensible Kunden.
Der VW Caddy Alltrack ist nichts für preissensible Kunden. © VW

Sieht der neue VW Caddy Alltrack schön aus? Das ist wie so vieles im Leben Geschmacksache. Doch eines steht fest: dieser Hochdachkombi ist praktisch und verfügt über einen hohen Nutzwert – insbesondere mit Allradantrieb.

Von Frank Mertens

2003 kam der VW Caddy auf den Markt. Seither hat er sich weltweit mehr als 1,7 Millionen Mal verkauft. Diese Erfolgsgeschichte soll auch die vierte Generation des Hochdachkombis fortschreiben, die seit Mitte 2015 erhältlich ist. Nun gibt es vom Caddy auch eine Offroad-Variante. Früher trug sie den Zusatz Cross in der Modellbezeichnung, doch das ist Vergangenheit. Nunmehr heißt er Alltrack.

Der Namenszusatz verspricht viel. Doch ist der Caddy Alltrack mehr als nur ein Schaumschläger? Kann er auch das halten, worauf sein Äußeres mit den Seitenbeplankungen und dem Unterfahrschutz hindeutet? Er kann. So man sich denn für den 3000 Euro teuren Allradantrieb entscheidet, der bei VW 4Motion heißt.

Wer sich dafür entscheidet – und 87 Prozent der Gewerbekunden tun dies – kommt auch dort noch voran, wo einem der herkömmliche Frontantrieb einen im Stich lässt. Beispielsweise bei steilen Anstiegen mit rutschigem Untergrund, wie Testfahrten auf dem Fahrsicherheitsgelände im österreichischen Pachfurth zeigten.

Deutlicher Gewinn an Sicherheit

Wo die Räder beim Caddy mit Frontantrieb bei der Berganfahrt auf Geröll durchdrehten und eine Weiterfahrt unmöglich machten, kraxelte der mit Allrad ausgestattete Hochdachkombi locker den Berg hinauf. Gut, sie mögen einwenden, dass sie selten Offroad unterwegs sind und schon gar nicht abseits befestigter Straßen irgendwelche Berge erklimmen wollen. Akzeptiert.

Doch auch Sie fahren bei Nässe oder im Schnee (was in diesem Winter in Deutschland zugegebenermaßen seltener der Fall war) viel sicherer. Entsprechend profitieren sie auch durch das Mehr an Traktion – und damit sind sie deutlich sicherer unterwegs. Klar, Allrad ist nicht günstig, aber das ist auch der Caddy (Pkw und Kasten) nicht. Die Pkw-Variante kostet mindestens 24.360 Euro. Das ist eine Ansage – vor allem, weil das ohne Allrad ist.

VW Caddy Alltrack
Das Cockpit des Caddy VW

Doch dafür bekommt man bereits serienmäßig ein gut ausgestattetes Auto vor die Tür gestellt. Dazu gehören auch Fahrerassistenz- und Infotainment-Systeme wie der Front Assist, die City-Notbremsfunktion und die Multikollisionsbremse. So warnt der Front-Assist den Fahrer vor drohenden Kollisionen und bereitet eine Notbremsung vor, so der Fahrer selbst nicht auf die Warnung reagiert. Unterhalb eines Tempos von 30 km/h wird der Caddy dank der City-Notbremsfunktion automatisch abgebremst. Das ist eine prima Sache, die man schnell zu schätzen lernt, wenn das Auto in einem Moment der Unachtsamkeit den Fahrer vor einer drohenden Kollision warnt – und dadurch einen Auffahrunfall vermeiden hilft.

Optional gibt es die automatische Distanzregelung ACC, die bis Tempo 160 km/h aktiv ist und mittels Radar die Entfernung und vorausfahrenden Fahrzeugen misst und entsprechend zu ihnen Abstand hält. Das alles funktioniert bestens, wie die Testfahrten auf der Straße und im Gelände zeigten.

Teurer Lifestyle

VW Caddy Alltrack
Die Heckansicht des Alltrack VW

Wer Allrad will, der muss sich entweder für den 122 PS-Diesel (ab 31.760 Euro) oder den von uns gefahrenen 150 PS starken Selbstzünder (ab 36.240 Euro) entscheiden. Nun ja, den Lifestyle-Touch des neuen Caddy Alltrack lassen sich die Niedersachsen teuer bezahlen. Die Kraftentfaltung erfolgt je nach Motorisierung über Fünf- und Sechsgang-Schalter sowie Sechs- und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Daneben gibt es den Caddy Alltrack auch noch mit vier effizienten 2,0 Liter-TDI-Diesel-Motorisierungen mit 75 PS, 102 PS, 122 PS und 150 PS sowie drei Benzinern mit 102 PS, 84 PS und 125 PS. Daneben ist auch noch ein 1,4 Liter starke Erdgasmotor mit 110 PS im Angebot. Wer auf Allrad und etwas Komfort keinen Wert legt, für den geht der Spaß einen Caddy Alltrack zu fahren für den Kastenwagen übrigens bei 19.617 Euro los, der Einstiegspreis für den Pkw mit 84 PS liegt bei den bereits genannten 24.359 Euro. Preissensible Kunden werden angesichts dieser Summen irritiert sein, doch letztlich kauft man mit dem Caddy Alltrack auch ein Lifestyle-Vehikel.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).