5. Mai 2017

Fahrbericht Premiumkombi mit 256 PS Volvo V90 Cross Country: Zu schön fürs Gelände

Der Volvo V90 Cross Country macht optisch was her. Fotos ▶
Der Volvo V90 Cross Country macht optisch was her. © AG/Mertens

Der Volvo V90 Cross Country ist eine prima Alternative für alle, die keine Lust auf einen SUV haben. Was der Premium-Kombi der Schweden zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht mit dem 256 PS starken T5.




Von Frank Mertens

Einen SUV wollen Sie partout nicht fahren? Verständlich, denn das tun mittlerweile ja immer mehr Menschen. Abheben von der Masse geht damit kaum mehr. Sie wollen aber dennoch nicht auf die Annehmlichkeiten eines solchen Fahrzeuges verzichten? Kein Problem. Dafür gibt es schließlich die so genannten Crossover-Modelle. Sie kommen bei weitem nicht so überdimensioniert daher wie die Geländewagen, die man morgens besonders gern vor der Schule der Kinder vorfahren sieht. Sie wirken eleganter und für alle die, denen das wichtig ist, verfügen auch über einen Schuss Lifestyle.

Bei Volvo trägt diese Kategorie von Auto den Zusatz Cross Country in der Modellbezeichnung – und ihn gibt es mittlerweile für den V40, den V60 und auch für den Premiumkombi der Schweden, den V90. Ihn haben wir für sie als T5 getestet, einem Reihenvierzylinder mit 254 PS und Allradantrieb.


Selbstbewusster Preis

Wie immer, wenn es sich um einen Volvo handelt, ist es kein günstiges Vergnügen, in einem Modell der Schweden unterwegs zu sein. So geht der Einstieg in die Baureihe mit dem D4 bei 56.350 Euro los, der Basispreis unseres Testwagens als Cross Country Pro startet bei 61.500 Euro. Nimmt man die Nettigkeiten wie beispielsweise das Sitzkomfortpaket (Nappaleder, Massefunktion etc./1500 Euro), die Lederveredlung (1700 Euro) oder die Seitenschweller samt Radhausverbreiterung und einiger anderer Zubehörteile hinzu, werden 76.600 Euro fällig.

Bei einem derart selbstbewussten Preis muss man schon im Vorfeld schlucken – und entweder auf den nächsten Lottogewinn hoffen oder einen Arbeitgeber haben, dessen Dienstwagenregelung einem das Fahren eines solchen Autos ermöglicht.

Im V90 sorgt ein Vierzylinder für Vortrieb
Im V90 sorgt ein Vierzylinder für Vortrieb © AG/Mertens

Doch hat man erst Platz genommen, dann weiß man, weshalb dieses Auto so teuer ist. Die Materialien sind edel, die Verarbeitung gut und die Anmutung des Innenraums versprüht Wohlfühlatmosphäre. Nicht zu vergessen ist natürlich die erhöhte Sitzposition: So liegt die Bodenfreiheit bei 21 Zentimetern, ist damit um sechs Zentimeter im Vergleich zum herkömmlichen V90 erhöht. Das erleichtert nicht nur den Ein- und Ausstieg, sondern schafft auch eine deutlich bessere Sicht nach vorn.

Fahrer und Beifahrer, aber auch die Passagiere im auf der Rückbank, müssen sich über Platzmangel in diesem fast 4,94 Meter langem Auto nicht beklagen. Sie können bequem sitzen – und das trifft selbst auf Großgewachsene im Fond zu. Sie haben ausreichend Bein- und Kopffreiheit. Ach ja: Im Kofferraum gibt es Platz für mindestens 560 Liter Gepäck. Das reicht.

Gute Leistung, gutes Handling

Mit Blick auf seine Fahrleistungen braucht sich dieser Schwedenkombi, der in Tradition zum V70 von vor 20 Jahren steht, mit seinem Reihenvierzylinder nicht zu verstecken. Nein, ein Sechszylinder wird nicht vermisst – dieses Aggregat sorgt mit seinen 256 PS und einem maximalen Drehmoment von 350 Nm (liegt zwischen 1500 bis 4500 Touren an) in Kombination mit der gut arbeitenden Achtgang-Automatik für einen kraftvollen Antritt dieses etwa mehr als 1,9 Tonnen Gefährts. Das bedeutet in Zahlen: Tempo 100 wird in flotten 7,4 Sekunden erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h an.

Das Heck des V90
Das Heck des V90 © AG/Mertens

Doch die Spitzengeschwindigkeit ist das eine, die Fahreigenschaften das andere – und auch hier hinterlässt dieser Volvo einen guten Eindruck. Der Allradantrieb sorgt auch bei regennasser Fahrbahn für ein souveränes Vorankommen. Die Lenkung ist direkt abgestimmt und bietet dem Fahrer eine recht gute Rückmeldung, so muss es sein. Und der Verbrauch? Er lag mit 8,9 Litern auf 100 Kilometern 1,5 Liter über der NEFZ-Angabe, was aber wirklich niemanden mehr überraschen wird. Das ist für ein Auto mit dieser Leistung und diesem Gewicht aber dennoch ein akzeptabler Wert.

Wie es sich für einen Volvo gehört, kommt natürlich auch bei diesem Cross Countrymodell die Sicherheit nicht zu kurz. Unser Testwagen mit seiner Ausstattungslinie mit den verschiedenen Fahrassistenzsystemen wie beispielsweise einem Notbrems-, einem Kreuzungs- und einem Stauassistenten unterwegs, der den Fahrer im Stop-and-Go-Verkehr entsprechend entlastet. Zu den Assistenzfeatures gehört auch der Pilot Assist II: er ermöglicht dem Fahrer bis Tempo 130 teilautonomes Fahren – eine feine Sache. Am Ende der Testphase kann man verstehen, dass immer mehr Kunden statt auf einen SUV Lust auf ein Crossover-Modell haben. Der V90 Cross Country hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck – und das nicht nur wegen des Preises.






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