24. Februar 2017

Fahrbericht Offroad-tauglicher Kombi Volvo V90 Cross Country: Edel durch den Schnee

Der Volvo V90 Cross Country macht auch auf Schnee eine gute Figur. Fotos ▶
Der Volvo V90 Cross Country macht auch auf Schnee eine gute Figur. © Volvo

Volvo bringt nun auch seinen Premium-Kombi V90 auf den Markt. Was das Modell der Schweden außer einem selbstbewussten Preis zu bieten hat, haben wir im Topmodell mit 320 PS bei Winterfahrten in Österreich getestet.




Von Frank Mertens

Volvo feiert ein rundes Jubiläum: Vor genau 20 Jahren kam mit dem V70 das erste Cross Country-Modell der Schweden auf den Markt. Einen V70 gibt es zwar wie einen XC70 längst nicht mehr im Modellprogramm, dafür aber die rustikal angehauchten Allrad-Modelle. In diesen Tagen rollt mit dem Premium-Kombi V90 das neueste Mitglied der Cross Country-Familie zu den Händlern. Dass es kein günstiger Spaß ist, mit diesem für den Offroad-Einsatz getrimmten Life-Style-Kombi unterwegs zu sein, versteht sich dabei von selbst.

So ruft Volvo für den V90 D4 Turbodiesel mit 190 PS in Kombination mit Achtgang-Automatik und Allrad mindestens 56.350 Euro auf. Viel Geld, ohne Frage. Doch Volvo weist in diesem Zusammenhang gern darauf hin, dass man immer noch günstiger sei als die Premium-Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes. Bei den Schwaben beispielsweise kostet der Mercedes E 220d mit 194 PS, Allrad und Neungang-Automatik etwas mehr als 58.000 Euro.


Topmodell mit 320 PS

Wer so viel Geld für ein Auto ausgibt, der darf natürlich auch einiges erwarten. Vor allem dann, wenn man mit dem Topmodell unterwegs ist, dem V90 T6 mit 320 PS (Einstiegspreis 62.400 Euro). Der Preis unseres mit allen Nettigkeiten ausgestatteten Testwagens lag übrigens bei 84.100 Euro. Dass dabei keine Wünsche offen bleiben, versteht sich fast von selbst. Doch wie fährt sich der Neue denn nun, der von außen an seinem Unterfahrschutz, der Beplankung an den Radläufen und einer speziellen Dachreling zu erkennen ist?

Klar strukturiert - das Cockpit im V90
Klar strukturiert - das Cockpit im V90 © Volvo

Um diese Frage akkurat zu beantworten, waren wir mit dem V90 auf einem abgesperrten und schneebedeckten Areal in Österreich unterwegs. Hier präsentierte sich der Premium-Kombi bei der Fahrt durch einen Slalom-Parcours und bei flotter Kurvendrift ausgesprochen souverän. Der Allrad in Kombination mit den Regelsystemen hält den 4,94 Metern langen Kombi sicher in der Spur.

Wer mal nicht auf Schnee, sondern auch mal auf unbefestigten Wegen unterwegs sein will, der kann dies natürlich tun. Denn die Bodenfreiheit liegt bei 21 Zentimetern. So erhöht setzt man nicht so leicht auf. Doch geht man mit einem Premium-Kombi wie den V90 wirklich ins Gelände? Wahrscheinlich so häufig, wie das Gros der SUV-Fahrer es mit ihrem Gefährt tun: also eher selten. Doch sei es drum. Offroad-Modelle liegen im Trend, insbesondere bei der lifestyle-orienterten Klientel – und gerade die hat Volvo mit diesem Modell im Blick.

Erhöhte Sitzposition erfreut nicht nur Ältere

Der V90 hat eine Bodenfreiheit von 21 cm
Der V90 hat eine Bodenfreiheit von 21 cm © Volvo

Doch ob man nun auch wirklich im Gelände unterwegs ist oder eher nicht. Das ist eigentlich egal. Denn die erhöhte Sitzposition erfreut die in die Jahre und an Komfort gewöhnten Kunden – und ein Allradantrieb bietet bekanntlich nicht nur bei Schnee und Eis mehr Sicherheit. Entsprechend ist man auch auf der Autobahn mit dem V90 gut unterwegs. Sein maximales Drehmoment von 400 Nm (zwischen 2200 und 5400 Touren) sorgt für einen kraftvollen Antrieb. Bis Tempo 100 vergehen gerade einmal 6,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 230 km/h erreicht. Das sind alles gute Werte. Doch der Reihenvierzylinder müht sich doch vernehmlich, dieses fast zwei Tonnen schwere Gefährt auf Touren zu bringen, wenn man es mal sportlicher angehen lässt. Der Testverbrauch lag übrigens bei noch moderater Fahrweise bei 9,5 Litern.

Dass Sicherheit bei Volvo nicht zu kurz kommt, ist bekannt. So gehörte bei unserem Testwagen ein City-Safe-System inklusive eines Kreuzungsassistenten und Wildtiererkennung ebenso zur Serienausstattung wie ein Spurwechselassistent, eine adaptive Geschwindigkeitskontrolle, ein Staupilot und der Pilot Assist, der teilautonomes Fahren bis Tempo 130 erlaubt.

Die Volvo-Kunden jedenfalls scheinen auf dieses Auto gewartet zu haben. Noch vor dem Marktstart liegen 500 Bestellungen vor. Wenn alles den Planungen entspricht, dann könnte der V90 Cross Country auf einen Absatz von jährlich 2000 Einheiten kommen. Damit würde er seinen Beitrag dazu leisten, Volvo auf dem deutschen Markt in diesem Jahr zu einem neuen Rekordabsatz zu befördern. Deutschland-Chef Thomas Bauch hat für 2017 das Ziel ausgegeben, das All-Time-High von 1998 zu knacken. Damals hatte Volvo 42.267 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert.






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