10. Juni 2014

Fahrbericht Neue Vierzylinder-Motoren Volvo V60: Die Kraft aus vier Pötten

Der Volvo V60 ist ein Spaßbringer mit dem 182 PS-Diesel.
Der Volvo V60 ist ein Spaßbringer mit dem 182 PS-Diesel. © Volvo

Der Volvo V60 ist nun auch mit einem effizienten Vierzylinder-Aggregat zu bestellen. Wir haben den 181 PS starken Diesel getestet. Was der Selbstzünder zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht mit dem Schweden-Kombi




Von Frank Mertens

Volvo hat sein Motorenprogramm erneuert. Statt der altbekannten Fünf- setzt der schwedische Autobauer nunmehr auf effiziente Vierzylindermotoren in seinen Modellen. Die neuen Triebwerke der Drive-E Familie kommen auch im Volvo V60 zum Einsatz. Von uns getestet, wurde das 181 PS starke Diesel als R-Design.

Es ist ein Aggregat, das den Fahrer mit seiner Durchzugskraft einzunehmen weiß. So souverän erledigt der Vierzylinder seine Aufgaben, dass der Fahrer ein ums andere Mal zufrieden feststellen dürfte, dass er bei der Wahl dieser Motorisierung die richtige getroffen hat. Diese Zufriedenheit stellt sich bereits nach dem Starten des Motors ein. Denn der ist so leise, dass man schon genau hinhören muss, um ihn zu wahrzunehmen. Da stört kein von anderen Selbstzündern bekanntes Dieselnageln das empfindliche Ohr des Fahrers - so muss es sein. Die Motorenentwickler von Volvo haben hier einen guten wirklich Job gemacht und dem Kombi einen Motor mit auf dem Weg gegeben, der in Kombination mit dem R-Design-Paket hervorragend zum sportlichen Anspruch des V60 passt.


In unter acht Sekunden auf Tempo 100

Das beweisen allein schon die reinen Leistungsdaten: das maximale Drehmoment des Diesel-Aggregats liegt bei satten 400 Nm und steht zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen zur Verfügung. Dieses Drehzahlband sorgt dann auch dafür, dass man ausgesprochen schaltfaul in diesem V60 unterwegs sein und selbst noch aus niedrigen Drehzahlbereichen durchaus vehement Fahrt aufnehmen kann. Für die, denen diese Zahl wichtig ist: Tempo 100 erreicht der Volvo V60 in flotten 7,6 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 225 km/h erreicht. Das reicht, um auf der Autobahn flott von A nach B zu kommen.

Blick in den Innenraum des V60
Blick in den Innenraum des V60 © Volvo

Doch diese Zahlen sind nur das eine, das andere ist das Fahrgefühl, das dieser Premium-Kombi seinen Insassen vermittelt: er ist ein kleiner Spaßbringer, der seinen Besitzern sowohl in der Stadt als auch auf der Landstraße Freude bereitet - auf der Landstraße besonders viel. Denn mit seinem um 1,5 Zentimeter tiefergelegten Sportfahrwerk und relativ hart abgestimmten Federn lässt sich der Volvo V60 sehr fahraktiv durch Kurven jagen.

Die Lenkung tut dabei mit der direkten Abstimmung ihr übriges, um diesen positiven Eindruck zu verstärken. Doch es nicht so, dass dieser Volvo nicht auch Anlass zur Kritik gibt: So positiv das straff abgestimmte Fahrwerk auch für eine gelegentlich sportlichere Fahrweise ist, so geht das doch auch etwas zu Lasten des Komforts. Zu merken ist dies auf schlechten Straßen, auf denen sich beispielsweise Querfugen doch deutlich im Innenraum bemerkbar machen.

R-Designpaket zu empfehlen

Das Heck des V60 von Volvo
Das Heck des V60 von Volvo © AG/Mertens

Doch wem das nicht passt, der kann ja auch auf das R-Design-Paket (Aufpreis 3950 Euro bei Ausstattungsvariante Kinetic), zum dem auch dieses Sportfahrwerk gehört, verzichten. Dann sitzt man nicht nur komfortabler, sondern spart zugleich Geld. Aber überlegen sollte man sich das vorher: denn ein Verzicht darauf wäre schade, passt das R-Design doch prima zu diesem V60: die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, die polierte Auspuffanlage, die Sportpedalerie verleihen diesem Kombi neben anderen Kleinigkeiten doch noch einmal den besonderen Touch. Und wie sieht es nun mit dem Verbrauch aus, der vom Hersteller mit 4,3 Liter angegeben wird? Nun ja, am Ende der Testfahrten wurde dieser Wert trotz eines gut abgestimmten Start-Stopp-Systems und einer empfehlenswerten Achtgangautomatik (Aufpreis 2250 Euro) verfehlt.

Der Bordcomputer zeigte am Ende gut zwei Liter mehr an. Ein Wert, der mit etwas mehr Umsicht beim Fahren auch noch auf unter sechs Liter zu bringen gewesen wäre. Aber auch die 6,3 Liter auf 100 Kilometer gehen für ein Auto mit dieser Leistung und einem Gewicht von fast 1,8 Tonnen vollkommen in Ordnung. Am Ende hinterlässt der V60 D4 einen wirklich sehr guten Eindruck. Doch der wird leider vom Preis getrübt. Unser topausgestatteter Testwagen steht auch aufgrund der Vielzahl von Zusatzoptionen wie beispielsweise der Automatik, dem Navigationsgerät Business-Paket Pro mit Volvo On Call-Funktion (1800 Euro) und dem Fahrassistenzpaket (2150) mit 54.845 Euro. Bei diesem Preis gefällt einem dieser Volvo auf einmal gar nicht mehr so gut – auch aus Selbstschutz.






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