1. März 2013

Fahrbericht Erster Diesel Plugin-Hybrid in Serie Volvo V60 D6 AWD: Abschied von der Tankstelle

Die Preise für den Volvo V60 D6 AWD beginnen bei 58.710 Euro. Fotos ▶
Die Preise für den Volvo V60 D6 AWD beginnen bei 58.710 Euro. © Volvo

Volvo steckt den Diesel an die Dose. Vor allem Fahrer in Großstädten könnten mit dem Volvo V60 D6 AWD wochenlang die Zapfsäulen meiden, allerdings mit einer gehobenen Vorfinanzierung.




Von Thomas Flehmer

Die Rechnung ist ganz einfach. Ein Liter Diesel ist günstiger als ein Liter Benzin und ein Diesel-Fahrzeug benötigt weniger Kraftstoff als der Ottomotor. Somit ist ein Diesel-Hybrid sparsamer als ein mit Benzin betriebener Hybrid. Volvo setzt mit dem dezent überarbeiteten V60 D6 AWD noch einen drauf. Denn der Plugin-Hybrid der Schweden, kann an der Steckdose elektrisch aufgeladen werden und somit 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Also scheint der Antrieb für die Zukunft gefunden?


Volvo V60 D6 AWD 50 Kilometer rein elektrisch unterwegs

Mit dem weltweit ersten Diesel-Plugin-Hybrid in Serie ist auf jeden Fall eine Alternative auf dem Markt, die dazu verhilft, Schadstoffe zu senken und somit Kraftstoff einzusparen – allerdings muss das Umfeld stimmen. Wer in der Woche bis zu 50 Kilometer Fahrweg zur Arbeit zurücklegen muss und während der Arbeitszeit die moderne Lithium-Ionen-Batterie an einer 16 Ampere-Steckdose innerhalb von drei Stunden wieder aufladen kann, wird die Fünf-Tage-Woche überwiegend emissionsfrei absolvieren können.

Ist die elektrische Reichweite aufgebraucht, beendet der 68 PS starke Elektromotor seine Arbeit und der 1,8 Liter große Selbstzünder stellt seine 158 kW/215 PS voll und ganz zur Verfügung. Allerdings können beide Motoren im "Hybrid"-Modus sparsam, im "Power"-Modus als Allradler sehr kräftig unterwegs sein. Wer am Ende einer längeren Fahrt noch einmal in die Innenstadt muss, aktiviert den Generator mit der "Save for Later"-Funktion, sodass die Batterie aufgeladen wird und dann 20 Kilometer elektrische Reichweite zur Verfügung stellt. Somit kann über Land die sparsame Dieselfahrt genossen werden.

1,8 Liter Verbrauch für den Volvo V60 D6 AWD

Premium-Atomosphäre im Innenraum des Volvo V60 D6 AWD
Premium-Atomosphäre im Innenraum des Volvo V60 D6 AWD © Volvo

Und zwar wirklich genossen werden. Denn die ab Ende Juni ausgelieferten Plugin-Volvos werden in der höchsten Ausstattungsvariante "Summum" ausgeliefert, sodass der Premium-Anspruch von vornherein erfüllt wird. Fahrwerk, Lenkung – alles ist auf Komfort und Sparsamkeit eingestellt. Denn mit lediglich 1,8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometern wurde der Volvo V60 D6 AWD im europäischen Fahrzyklus gemessen, was einem CO2-Ausstoß von lediglich 48 Gramm pro Kilometer entspricht.

Bei längeren Fahrstrecken, wenn dann nur noch der Diesel aktiv ist, erhöht sich der Verbrauch natürlich – und zwar signifikant. Denn die Batterie, die auf der Hinterachse verbaut das Kofferraumvolumen auf 304 Liter mindert, sorgt auch für ein Mehrgewicht von 200 Kilogramm. Mehr als zwei Tonnen muss der Selbstzünder dann schleppen. Wer dann noch unbedingt den Sprint in 6,1 Sekunden ausprobiert oder sich häufiger der Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h nähert, merkt dann keine Unterschiede im Vergleich zum Volvo V60 D5, dessen Verbrauch Volvo mit 6,5 Litern angibt - und der Plugin-Hybrid bringt noch 200 Kilo mehr auf die Waage.

Volvo V60 D6 AWD 10.000 Euro teurer als vergleichbarer Diesel

Die Ladezeit des Volvo beträgt rund drei Stunden mit 16 Ampere
Die Ladezeit des Volvo beträgt rund drei Stunden mit 16 Ampere © Volvo

Beim Diesel Plugin-Hybrid kommt es nämlich mehr denn je auf den Einsatz des rechten Fußes an. Soll dieser gezäumt werden, stehen im speziellen Volvo-Menü praktische Hinweise zum sparsamen Fortkommen zur Verfügung, die auf dem Monitor in der Mittelkonsole angezeigt werden.

Und sparsam sollte es mit dem Hybrid-Volvo schon vorangehen, denn die Mehrkosten im Vergleich mit dem normalen Diesel liegen bei etwa 10.000 Euro. Mit mindestens 58.710 Euro muss in Vorkasse gegangen werden, bei der ersten, auf 1000 Einheiten limitierten Version "Pure", verließ kaum ein Auto unter 60.000 Euro die Schauräume. Das technisch identische Modell für das Jahr 2014 wird sich ebenso in diesen Sphären bewegen. Und dann muss jeder sich selbst, seine Fahrweise und Fahrtwege richtig einschätzen, um zu schauen, wann oder ob sich die Mehrkosten amortisieren – und das ist keine so einfache Rechnung.






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