8. Juni 2016

Fahrbericht 3000 Euro Hybrid-Prämie Toyota Yaris Hybrid: Der Mix machts

Der Toyota Yaris Hybrid begnügt sich im Alltag mit 4,2 Litern Fotos ▶
Der Toyota Yaris Hybrid begnügt sich im Alltag mit 4,2 Litern © AG/Flehmer

Kleinwagen und Hybrid passt gut zusammen. Mit dem Toyota Yaris Hybrid gelingt sparen im Stadtverkehr spielend leicht. Und auf der Autobahn sorgt der Kleine auch noch für Überraschungen.




Von Thomas Flehmer

Vom Kopf her ist die Sache ganz klar. Am meisten Einsparpotenzial bietet die Kombination Kleinwagen und Hybrid. Da die kleinen Fahrzeuge zumeist in der Stadt bewegt werden, hat der Hybridantrieb die meisten Möglichkeiten den Verbrauch zu senken. Doch auf freier Wildbahn fährt diese Kombination sehr selten herum.

Denn nachdem Honda im letzten Jahr die Hybridvariante des Jazz eingestellt hat, hält nur der Toyota Yaris die Fahne bei den hybriden Kleinwagen hoch. Und das dafür auf recht beeindruckende Weise. Denn der Yaris bietet nicht nur Hybrid.


Geringere Wartungskosten für Toyota Yaris Hybrid

Denn von Dekra und TÜV werden die Gebrauchten Jahr für Jahr als überdurchschnittlich zuverlässig bewertet. Dank der Hybridtechnik werden Anlasser, Keilriemen, Lichtmaschine oder Kupplung nicht benötigt, müssen also in der Werkstatt nicht gewartet oder gar repariert oder ausgetauscht werden.

Dass der Focus beim Yaris Hybrid auf Sparsamkeit liegt, erklärt sich von selbst. Nach dem Facelift 2014 haben die Designer dem 3,95 Meter kurzen Yaris aber die schmucke und zum Teil auch polarisierende Front des Aygo übertragen, sodass das X-Format optisch sportliche Ansprüche stellt.

Toyota Yaris Hybrid rund zwei Kilometer rein elektrisch unterwegs

Ein wenig Sport kann aber auch erfahren werden. Zwar benötigt der Yaris Hybrid 11,8 Sekunden für den Sprint, als Verkehrshindernis gilt er deshalb aber nicht. Der 55 kW/74 PS starke Benziner mit 1,5 Liter Hubraum reicht vollkommen aus, um auch schnell von A nach B zu kommen. Und der kleine Wendekreis von lediglich 9,60 Metern verhilft zum leichten Einparken.

Doch da ist ja auch noch der 45 kW/61 PS starke Elektromotor, der im Electric Vehicle (EV)-Modus den rund 1,2 Tonnen schweren Kleinwagen rein elektrisch durch den Verkehr bewegen kann. Für etwa zwei Kilometer reicht die Batterieladung, ehe sich dann fast unbemerkt der Verbrenner wieder dazuschaltet.

Fußspitzengefühl im Toyota Yaris Hybrid gefragt

Sinnvoller ist es, die Kraft der beiden Herzen im Mix agieren zu lassen, was der Yaris auch gerne alleine regelt. Bis zu 74 kW/100 PS Systemleistung stehen dann zur Verfügung. Nach dem Starten – ein Piepton signalisiert die Bereitschaft zum lautlosen Anfahren – können die ersten Meter je nach Fußspitzenspitzengefühl rein elektrisch zurückgelegt werden. Senkt sich der rechte Fuß weiter hinunter übernimmt der Benziner die Hauptarbeit und der Elektromotor unterstützt bei der Beschleunigung.

Doch auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen um die 50 km/h kann der sich bereits gut im Rollen befindliche Yaris rein elektrisch betrieben werden, was durch die grüne EV-Leuchte angezeigt wird. An der Ampel ist dann wieder absolute Ruhe angesagt, ehe der Yaris wieder gut in Bewegung gesetzt wird.

Veränderte Fahrweise durch Hybridantrieb

Die kombinierte Fahrt mit Elektro- und Verbrennungsmotor quittierte der Yaris Hybrid nach dem Testzeitraum mit guten 4,2 Litern. Wichtiger als der reine Verbrauch ist die veränderte Fahrweise, zu der der Hybride antreibt. Noch länger als vorher wird der Yaris zur roten Ampel hin ausgerollt. Anstatt zu Bremsen wird mit der Stellung „B“ die Batterie per Rekuperation wieder aufgeladen und der Wagen wird quasi durch die Reibung abgebremst. Angezeigt werden die Energieflüsse über den Hybrid Energy Monitor, durch den die speziellen Abläufe des Hybriden noch besser verinnerlicht und später umgesetzt werden können.

Nicht nur aufgrund der Stille, mit der sich der Yaris Hybrid fortbewegt, können sich die Insassen im Innern gut fühlen. Der Radstand von immerhin 2,51 Metern sorgt für gute Platzverhältnisse vorn und hinten, im Kofferraum können klassenübliche 286 Liter Volumen untergebracht werden. Ein größerer Trolley und ein Koffer - dann kann die Reise losgehen.

Und auch auf der Autobahn überrascht der Hybride. Obwohl auf diesen Strecken das hybride Potenzial nicht oder nur ganz selten aufgerufen werden kann, begnügt sich der Yaris mit 5,7 Litern bei zügigen Abschnitten bis 150 km/h. Angesichts der Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h ein guter Wert.

Toyota Yaris Hybrid zum Dieselpreis

Dank der gut zwei Jahrzehnte dauernden Erfahrungen der Japaner mit dem Hybridantrieb, siedelt sich der Preis vergleichsweise günstig ein. 17.300 Euro für die hybride Basis klingen zunächst viel, sind aber nicht weit entfernt von der Dieselvariante. Und nähern sich in den nächsten Ausstattungsvarianten weiter an. In der Version Yaris Comfort ist der Hybrid mit 18.400 Euro nur noch 160 Euro vom 90 PS starken Diesel entfernt.

Gar nur 60 Euro beträgt die Differenz beim Yaris Lounge, dessen Hybrid-Variante bei 19.550 Euro beginnt. 22.050 Euro müssen für die Style-Version angelegt werden, bei der der Yaris mit Sicherheits- und Komfort-Features zugepackt ist. Zudem bietet Toyota parallel zur Elektroauto-Prämie der Bundesregierung 3000 Euro für jeden Hybrid an – auch dieser Mix machts.






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