3. März 2015

Fahrbericht Fast jeder zweite Yaris-Käufer greift zu Toyota Yaris Hybrid: Ansteigende Fangemeinde

Der Toyota Yaris Hybrid soll sich mit 3,6 Litern Benzin zufrieden geben.
Der Toyota Yaris Hybrid soll sich mit 3,6 Litern Benzin zufrieden geben. © Toyota

Toyota verbaut seine Hybridantriebe dort, wo sie am besten zum Tragen kommen – bei den kleinen Fahrzeugen. Dank einer geringen Preisdifferenz zum Diesel avanciert der Hybride zum Star der Modellpalette.




Glaubt man den Ingenieuren, ist die Elektrifizierung des Antriebs eine der wichtigsten Methoden, um in den kommenden Jahren den Spritverbrauch unserer Autos zu senken. Während andere Hersteller vor allem ihre größeren Spritfresser mit der Technik ausrüsten, hat Hybrid-Pionier Toyota den Antrieb der zwei Herzen im Kleinwagen Yaris an die Basis gebracht. In der kürzlich gelifteten Version sollen ein noch einmal verbesserter Normverbrauch und ein hochwertigerer Innenraum den Erfolg des Fünftürers ausbauen.


Toyota Yaris Hybrid ab 17.300 Euro

Denn dass die elektrifizierte Version des Japaners gute Ergebnisse einfährt, kann man nicht abstreiten: Der Kleinwagen verbuchte in Deutschland 2013 einen bemerkenswerten Hybridanteil von 40 Prozent. Mit dem überarbeiteten Modell, das seit Ende August erhältlich ist, soll dieser Anteil sogar auf 48 Prozent steigen. Jeder zweite Yaris-Käufer in Deutschland lässt die normalen Benziner und Diesel links liegen und entscheidet sich für die mindestens 17.300 Euro teure Hybridversion mit einer Systemleistung von 74 kW/100 PS.

Ohne Marktforschung dazu betrieben zu haben, vermuten wir, dass sich viele Yaris-Käufer nach einer Probefahrt auf die alternative Antriebsvariante festgelegt haben. Denn es ist ein großer Pluspunkt des Japaners, dass er sich seine Spezialität kaum anmerken lässt. Der Wechsel zwischen „EV-Mode“, also reinelektrischem Fahren, und Vortrieb durch den 1,5-Liter-Benziner verläuft weitgehend unbemerkt. Höflichkeitshalber leuchtet ein „EV“-Lämpchen im Tachometer auf, sobald der Yaris elektrisch fährt.

Toyota Yaris Hybrid elektrisch durch die Stadt

Die Stadt ist das bevorzugte Gebiet des Toyota Yaris Hybrid
Die Stadt ist das bevorzugte Gebiet des Toyota Yaris Hybrid © Toyota

Reibungsoptimierung beim Benziner und eine verbesserte Rekuperation drücken den Normverbrauch auf 3,6 Liter je 100 km (in der Basisversion 3,3 Liter). In der Praxis kamen wir im Verkehr durch Stadt und übers Land mit etwas vorausschauender Fahrweise auf rund 5,5 Liter, mit Potenzial nach unten. Allerdings auch nach oben.

Denn das bevorzugte Einsatzgebiet des Spritsparers ist und bleibt der Stadtverkehr, wo er im Stop-and-Go-Verkehr viel Bremsenergie zurück gewinnen und einige Kilometer elektrisch fahren kann. Bei Zwischenspurts reagiert der Benziner recht willig, bei höheren Geschwindigkeiten, insbesondere auf der Autobahn, tut sich der Hybrid aber schwer und klingt aufgrund des stufenlosen Getriebes leicht gequält. Passt man nicht auf und tritt das Gaspedal des kleinen Japaners allzu arg, schnellt der Verbrauch ebenso leicht in die Höhe, wie man ihn umgekehrt mit vorausschauender Fahrweise drücken kann.

Toyota Yaris Hybrid knapp am Diesel-Preis

Ein billiges Vergnügen in der Anschaffung ist der Yaris Hybrid mit 17.300 Euro nicht – die günstigste Version des Fünftürers (51 kW/69 PS) steht für 12.690 Euro in der Preisliste. Vergleicht man ihn allerdings mit einem ähnlich ausgestatteten Yaris mit 90-PS-Diesel, schrumpft der Unterschied auf gerade mal 160 Euro mehr für den Hybrid (beide in mittlerer Ausstattung „Comfort“).

Der Doppelherz-Yaris ist serienmäßig unter anderem mit Klimaautomatik, beheizten Außenspiegeln und Berganfahrhilfe üppig ausgestattet. Die Vollausstattung „Club“, in der unser Testwagen vorfuhr (20.900 Euro), hat unter anderem mit sehr bequemen Teilleder-/Alcantara-Sitzen, Sitzheizung, Lederlenkrad mit Bedienelementen und Multimedia-System fast alles an Bord, was ein Kleinwagen bieten kann.

Konventioneller Innenraum des Toyota Yaris Hybrid

Der Toyota Yaris punktet mit einem guten Qualitätseindruck
Der Toyota Yaris punktet mit einem guten Qualitätseindruck © Toyota

Dank der seit dem Facelift im vergangenen Jahr schärfer geschnittenen Außenhaut mit dem X-förmigen Kühlergrill ordnet sich der Yaris optisch in die dynamische Fraktion der Cityflitzer ein. Der aufgewertete, aber immer noch recht konventionelle Innenraum kann nun mit anderen, modischer gestylten Kleinwagen zumindest mithalten. Statt mit verspieltem, knallbuntem Interieur, wie es andere Autos in seinem Segment bieten, will der Yaris allerdings mit Qualitätseindruck punkten. Oberflächen fassen sich angenehm weich an, Knöpfe und Schalter wirken wertig, Kunststoffe sind aufeinander abgestimmt und dezente Details blinken silberfarbig.

Einen etwas altbackenen Eindruck machen allerdings die Grafiken im per Touch und Tasten zu bedienenden Mutimedia-Navi-System. Dafür ist in dem System eine nützliche Anwendung hinterlegt, die „Glas Wasser“ heißt. Sie misst, wie viel Wasser der Fahrer mit seiner Fahrweise verschütten würde, stünde ein Glas Wasser auf dem Armaturenbrett. Das hilft – na klar – natürlich nicht beim Wasser- sondern beim Spritsparen. (SP-X)






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