Toyota Yaris: Das nächste X

Aygo in Groß

Toyota hat dem Yaris die neue Designsprache verpasst.
Toyota hat dem Yaris die neue Designsprache verpasst. © Toyota

Toyota hat nach dem Aygo dem modernisierten Yaris die neue Designlinie verpasst. Dabei wurde der hybride Antriebsstrang des Kleinwagens weiter optimiert.

Von Thomas Flehmer

Die Fahrzeugpalette von Toyota stand bisher nicht unter Verdacht, Temperamente zu steigern. Doch mit dem knalligen Design des Aygo haben die Japaner zumindest beim Design umgesattelt. Die auffällige X-Struktur der "J-Playful" genannten Designlinie ziert nun auch den überarbeiteten Yaris, allerdings nicht ganz so knallig wie beim kleinsten Vertreter von Toyota.

Toyota Yaris Hybrid immer beliebter

Denn auch die dritte Generation des Yaris ist – anders als der Aygo - nicht speziell auf die ganze junge Kundschaft zugeschnitten, sondern ist seit seinem ersten Auftritt 1999 auch bei gesetzteren Fahrerinnen und Fahrern beliebt. Rund 23.000 neue Eigentümer sollen sich allein Deutschland für das neue Modell, das am 30. August in den Markt eingeführt wird, im ersten vollen Verkaufsjahr entscheiden.

Im vergangenen Jahr wählten rund 40 Prozent in Deutschland den Hybrid als beliebtesten Antriebsstrang aus. Beim neuen Modell rechnet Toyota Deutschland damit, dass der Anteil auf 48 Prozent ansteigen wird. Der Motor mit seinen 74 kW/100 PS punktet dabei vor allem im Stadtverkehr. Hier kann der Yaris sogar rein elektrisch bewegt werden, wenn man das nötige Fußspitzengefühl besitzt. Denn soweit der Fuß etwas kräftiger nach unten drückt, nimmt unverzüglich der Verbrenner seine Arbeit auf.

3,3 Liter Verbrauch beim Toyota Yaris Hybrid

Toyota hat dem Yaris die neue Designsprache verpasst.
Fast jeder zweite Yaris-Fahrer wählt den Hybriden Toyota

Doch der Elektromotor ist von Toyota von vornherein als Unterstützungs-Aggregat vorgesehen und nicht als Hauptmotor. Somit bleibt dann auch das angestrengte Keuchen des Verbrenners beim Beschleunigen, das aus den anderen Toyota- und Lexus-Modellen mit stufenloser Getriebeautomatik hinreichend bekannt ist.

Hat der Yaris seine vorgesehene Geschwindigkeit erreicht wird es im Innenraum des 3,95 Meter kurzen Kleinwagens ruhig, sodass auch in höheren Geschwindigkeiten – der Yaris Hybrid kommt immerhin auf 165 km/h – Gespräche möglich sind. Dass der Sprint von 11,8 Sekunden nicht mit der sportlichen Hülle mithalten kann, sollte nicht nur beim Hybriden nicht im Vordergrund stehen. Viel wichtiger ist, dass der optimierte Hybride sich mit 3,3 Litern zufrieden geben soll, was einem CO2-Ausstoß von 75 Gramm pro Kilometer entspricht.

Toyota Yaris ab 11.990 Euro

Toyota hat dem Yaris die neue Designsprache verpasst.
Toyota hat das Cockpit des Yaris aufgewertet Toyota

Einen Liter mehr benötigt der 1.0 VVT-i. Der umfassend weiter entwickelte Dreizylinder präsentiert sich dabei gefühlt kräftiger als der Hybride, da hier die motorischen Anstrengungen wegfallen. Real aber benötigt der 51 kW/69 PS starke Benziner ganze 15,3 Sekunden, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu kommen. Für die Stadt ist das völlig ausreichend, aber auch längere Strecken können mit dem kleinen Aggregat bewältigt werden, zumal auch der Kofferraum mit 268 Litern, die auf 768 Liter ausgeweitet werden können, Gepäck zumindest für einen Wochenendausflug beherbergen können.

Zudem kostet der Einsteiger in der Basisversion mit 11.990 Euro als Dreitürer gleich 5310 Euro weniger als die Hybridvariante, die es nur als Fünftürer gibt und dann eine Differenz von 4610 Euro entsteht. In der zweiten Ausstattungsvariante, für die sich das Gros der Kunden entscheidet, müssen 14.990 Euro für den Benziner und 18.400 Euro für den Hybriden investiert werden. Dann allerdings ist das Fahrzeug mit Klimaanlage und Mirror-Link-fähigem Multimediasystem Toyota Touch 2 mit Rückfahrkamera schon gut ausgestattet.

Durch das Multimediasystem erhält auch der kräftig überarbeitete Innenraum weitere Aufwertung. Die Hartplastik früherer Jahre ist Soft-Touch-Materialien gewichen, sodass auch hier eine gefühlte Temperamentssteigerung stattgefunden hat.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.