22. Juli 2014

Fahrbericht Aygo in Groß Toyota Yaris: Das nächste X

Toyota hat dem Yaris die neue Designsprache verpasst. Fotos ▶
Toyota hat dem Yaris die neue Designsprache verpasst. © Toyota

Toyota hat nach dem Aygo dem modernisierten Yaris die neue Designlinie verpasst. Dabei wurde der hybride Antriebsstrang des Kleinwagens weiter optimiert.




Von Thomas Flehmer

Die Fahrzeugpalette von Toyota stand bisher nicht unter Verdacht, Temperamente zu steigern. Doch mit dem knalligen Design des Aygo haben die Japaner zumindest beim Design umgesattelt. Die auffällige X-Struktur der "J-Playful" genannten Designlinie ziert nun auch den überarbeiteten Yaris, allerdings nicht ganz so knallig wie beim kleinsten Vertreter von Toyota.


Toyota Yaris Hybrid immer beliebter

Denn auch die dritte Generation des Yaris ist – anders als der Aygo - nicht speziell auf die ganze junge Kundschaft zugeschnitten, sondern ist seit seinem ersten Auftritt 1999 auch bei gesetzteren Fahrerinnen und Fahrern beliebt. Rund 23.000 neue Eigentümer sollen sich allein Deutschland für das neue Modell, das am 30. August in den Markt eingeführt wird, im ersten vollen Verkaufsjahr entscheiden.

Im vergangenen Jahr wählten rund 40 Prozent in Deutschland den Hybrid als beliebtesten Antriebsstrang aus. Beim neuen Modell rechnet Toyota Deutschland damit, dass der Anteil auf 48 Prozent ansteigen wird. Der Motor mit seinen 74 kW/100 PS punktet dabei vor allem im Stadtverkehr. Hier kann der Yaris sogar rein elektrisch bewegt werden, wenn man das nötige Fußspitzengefühl besitzt. Denn soweit der Fuß etwas kräftiger nach unten drückt, nimmt unverzüglich der Verbrenner seine Arbeit auf.

3,3 Liter Verbrauch beim Toyota Yaris Hybrid

Fast jeder zweite Yaris-Fahrer wählt den Hybriden
Fast jeder zweite Yaris-Fahrer wählt den Hybriden © Toyota

Doch der Elektromotor ist von Toyota von vornherein als Unterstützungs-Aggregat vorgesehen und nicht als Hauptmotor. Somit bleibt dann auch das angestrengte Keuchen des Verbrenners beim Beschleunigen, das aus den anderen Toyota- und Lexus-Modellen mit stufenloser Getriebeautomatik hinreichend bekannt ist.

Hat der Yaris seine vorgesehene Geschwindigkeit erreicht wird es im Innenraum des 3,95 Meter kurzen Kleinwagens ruhig, sodass auch in höheren Geschwindigkeiten – der Yaris Hybrid kommt immerhin auf 165 km/h – Gespräche möglich sind. Dass der Sprint von 11,8 Sekunden nicht mit der sportlichen Hülle mithalten kann, sollte nicht nur beim Hybriden nicht im Vordergrund stehen. Viel wichtiger ist, dass der optimierte Hybride sich mit 3,3 Litern zufrieden geben soll, was einem CO2-Ausstoß von 75 Gramm pro Kilometer entspricht.

Toyota Yaris ab 11.990 Euro

Toyota hat das Cockpit des Yaris aufgewertet
Toyota hat das Cockpit des Yaris aufgewertet © Toyota

Einen Liter mehr benötigt der 1.0 VVT-i. Der umfassend weiter entwickelte Dreizylinder präsentiert sich dabei gefühlt kräftiger als der Hybride, da hier die motorischen Anstrengungen wegfallen. Real aber benötigt der 51 kW/69 PS starke Benziner ganze 15,3 Sekunden, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu kommen. Für die Stadt ist das völlig ausreichend, aber auch längere Strecken können mit dem kleinen Aggregat bewältigt werden, zumal auch der Kofferraum mit 268 Litern, die auf 768 Liter ausgeweitet werden können, Gepäck zumindest für einen Wochenendausflug beherbergen können.

Zudem kostet der Einsteiger in der Basisversion mit 11.990 Euro als Dreitürer gleich 5310 Euro weniger als die Hybridvariante, die es nur als Fünftürer gibt und dann eine Differenz von 4610 Euro entsteht. In der zweiten Ausstattungsvariante, für die sich das Gros der Kunden entscheidet, müssen 14.990 Euro für den Benziner und 18.400 Euro für den Hybriden investiert werden. Dann allerdings ist das Fahrzeug mit Klimaanlage und Mirror-Link-fähigem Multimediasystem Toyota Touch 2 mit Rückfahrkamera schon gut ausgestattet.

Durch das Multimediasystem erhält auch der kräftig überarbeitete Innenraum weitere Aufwertung. Die Hartplastik früherer Jahre ist Soft-Touch-Materialien gewichen, sodass auch hier eine gefühlte Temperamentssteigerung stattgefunden hat.






Mehr zur Marke Toyota

Studie Tj CruiserToyota mixt SUV und Transporter

Toyota präsentiert auf der Automesse in Tokio den Tj Cruiser. Die Studie ist eine Kreuzung ehemaliger Hummer-Modelle mit dem schon lange abgelegten Urban Cruiser.


Verzicht auf ZwölfzylinderToyota Century: Alte Schale – neuer Kern

Toyota legt den Century neu auf. Während die Karosserie der Staatslimousine noch an den recht betagten Urtyp erinnert, geht es unter der Haube äußerst modern zu.


Probleme mit den ScheinwerfernToyota Avensis fast makellos

Beim Toyota Avensis weist die Karosserieform auf die Qualität hin. Die unauffällige Optik spiegelt sich auch bei den Hauptuntersuchungen wider, bei der die japanische Mittelklasse besser abschneidet als so manches deutsches Premiummodell.



Mehr aus dem Ressort

Hyundai steigt mit dem Kona spät in das Segment der B-SUV ein
Erstes B-SUV der KoreanerHyundai Kona: Ironman als Vorbild

Als Spätstarter schickt Hyundai den Kona ins Rennen. Das B-SUV bietet bei der Aufholjagd einige Optionen, die die Mitbewerber aus Frankreich, Deutschland oder Japan nicht im Angebot haben.


Rolls-Royce hat den Phantom neu aufgelegt
Neues Luxus-Schiff der BMW-TochterRolls-Royce Phantom: Anstrengungsloses Gleiten

14 Jahre nach dem letzten Marktstart hat Rolls-Royce den Phantom erneuert. Im laut der BMW-Tochter besten Auto der Welt ist trotz grandioser Power Entschleunigung Trumpf.


Extrem sportlich unterwegs ist man mit dem BMW X3 M40i
M-Premiere für Premium-SUVBMW X3 M40i: Botox für die Nieren

BMW hat nach sieben Jahren den X3 in eine neue Generation geführt. Erstmals sorgt auch Tochter M bei dem SUV für sportliche Höchstleistungen.