17. Dezember 2014

Fahrbericht Zusatz "Grand" fällt weg Suzuki Vitara: Zum Mini-SUV geschrumpft

Suzuki hat den Vitara völlig neu konzipiert. Fotos ▶
Suzuki hat den Vitara völlig neu konzipiert. © Suzuki

Ältere Anhänger des Suzuki Vitara müssen umdenken. Zwar kann der ab März ohnen Namenszusatz "Grand" erhältliche Vitara auch ein wenig ins Gelände fahren, doch wurde das Konzept des Klassikers aus Japan neu umgesetzt.




Vom Namen sollte man sich nicht täuschen lassen: Der neue Suzuki Vitara ist kein Auto fürs Gelände. Und auch kein Dreitürer wie sein 1988 eingeführter Namensvetter. Vielmehr verkörpert er das Fahrzeugkonzept der Stunde: das Mini-SUV mit leichtem Lifestyle-Einschlag. Ab März soll der mit einem Diesel und einem Benziner (je 88 kW/120 PS) angebotene Vitara der Marke in Deutschland neue Kunden erschließen. Die Preise sind noch nicht bekannt, dürften aber deutlich unterhalb von 20.000 Euro liegen.


Boulevard Haupteinsatzgebiet für Suzuki Vitara

Schon äußerlich macht der fünftürige und knapp 4,18 Meter lange Vitara klar, dass die eingeschworene Offroad-Gemeinschaft diesmal nicht zum Kundenkreis zählt. Denn für den modischen Auftritt ließ er sich offenbar nicht zuletzt von einem der Meister des design-getriebenen SUV-Baus inspirieren: dem deutlich größeren und teureren Range Rover Evoque. Zumindest lassen das die bullige Front und nicht zuletzt die Zweitonlackierung mit farblich abgesetztem Dach vermuten. Passend dazu gibt es ein – zumindest für Suzuki-Verhältnisse – breites Angebot an Individualisierungsmöglichkeiten. Der Käufer kann unter anderem zwischen unterschiedlich eingefärbten Kotflügelverzierungen, Kühlergrills und Lüftungsöffnungen wählen. Dazu gibt es zwei Designpakete, die den Vitara wahlweise weiter Richtung Offroad oder Boulevard trimmen.

Letzterer dürfte sein Haupteinsatzgebiet werden. Zwar gibt es neben den Varianten mit Frontantrieb auch zwei Allradausführungen, anders als bei seinem zuletzt als Grand Vitara verkauften Verwandten ist dieser aber nicht mehr automatisch permanent aktiv. Stattdessen werden im Normalfall die Vorderräder angetrieben und die hinteren Exemplare erst bei Schlupf zugeschaltet. Auch eine Geländereduktion, die dem Grand Vitara noch eine Art Alleinstellung im kleinen bis kompakten SUV-Segment garantiert hat, gibt es nicht mehr.

Leichter Suzuki Vitara sehr spritzig

Der neue Suzuki Vitara wiegt lediglich 1300 Kilo
Der neue Suzuki Vitara wiegt lediglich 1300 Kilo © Suzuki

Allerdings kann der Fahrer bei den Allradmodellen noch zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen und so auch die gleichmäßige Kraftverteilung zwischen den Achsen erzwingen. Neben einem Spezialprogramm für Fahrten auf Schnee gibt es außerdem ein Sportprogramm, das den Allradantrieb zur Erhöhung der Fahrdynamik einsetzt.

Und der funktioniert gut. Mit knapp 1300 Kilogramm Leergewicht zählt der Suzuki eh schon zu den leichtesten Modellen seines Segments, wodurch er auch mit dem nominell nicht eben bärenstarken 1,6-Liter-Diesel zum spritzigen Kleinwagen wird. Wählt man zusätzlich den Sportmodus, entwickelt sich der Vitara gar zum Kurvenwirbelwind. Zusätzlich zur Traktionserhöhung legt die Motorsteuerung einen Zahn zu, das Gaspedal reagiert empfindlicher und lässt den kleinen Allrader munter vorpreschen. Ähnlich gut dürfte das mit dem zweiten Motor im Angebot, einem gleich großen und gleich starken Benziner, gelingen. Letzterer ist serienmäßig an ein manuelles Fünfganggetriebe gekoppelt, gegen Aufpreis gibt es eine Sechsstufenautomatik. Beim Diesel werden immer sechs Gänge per Hand geschaltet.

Plattform für Vitara stammt vom Suzuki SX4 S-Cross

Das Cockpit des Suzuki Vitara wirkt gut verarbeitet
Das Cockpit des Suzuki Vitara wirkt gut verarbeitet © Suzuki

Und obwohl das Auto leicht ist, wirkt es keineswegs klapprig oder dünnblechig. Der Vitara macht beim Fahren und auch beim Anfassen einen durchaus soliden Eindruck. Selbst im Cockpit, das zwar immer noch großteils aus Hartplastik besteht, aber zumindest freundlich und gut verarbeitet wirkt. Die ansonsten vor allem aus Oberklasseautos bekannte Analog-Uhr im Armaturenbrett wirkt dann aber doch etwas übertrieben.

Trotzdem kann man sich im Vitara auch auf längeren Strecken wohl fühlen. Die Sitze sind einigermaßen bequem, die Geräuschdämmung zwar ausbaufähig, aber akzeptabel. Und trotz der geringen Länge sitzt es sich auch hinten ausreichend bequem. Der Kofferraum lädt mit 375 Litern Volumen zwar nicht gerade zur großen Tour ein, doch für Kundschaft mit gehobenem Platzbedarf haben die Japaner als Alternative den knapp 15 Zentimeter längeren SX4 S-Cross im Programm. Von dem stammen übrigens auch Plattform und Motoren des Vitara.

Preise für Suzuki Vitara stehen noch nicht fest

Noch fehlt allerdings ein Mosaikstein zur Bewertung des Suzuki: der Preis. Er soll in der frontgetriebenen Benzinerversion unter 20.000 Euro liegen und damit in etwa auf dem Niveau vergleichbar motorisierter Konkurrenten wie Nissan Juke, Kia Soul oder Renault Captur. Dabei dürfte er sich aber noch weiter hoch treiben lassen. Nicht nur durch die Individualisierungs-Angebote, sondern auch durch die Technikausstattung. So bietet Suzuki unter anderem einen Notbremsassistenten und ein durchaus schick wirkendes Infotainment-System mit Navigation und Handy-Einbindung an. Auch ein großes Panorama-Sonnendach ist zu haben.

Unterm Strich kann sich der Vitara durchaus Hoffnung machen, den ein oder anderen Mini-SUV-Käufer zu verlocken. Dabei kann er auf sein gefälliges Design und die fahrerische Leichtigkeit setzen. Beides waren nicht eben Qualitäten des Grand Vitara, der dafür mit handfester Geländegängigkeit aufwarten konnte. Wenn er im kommenden Jahr aus dem Programm fällt, müssen sich seine Fans woanders umsehen. (SP-X)






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