26. Februar 2015

Fahrbericht Mini-SUV mit altem Namen Suzuki Vitara: Flinkes Leichtgewicht

Der Suzuki Vitara präsentiert sich sparsam im Verbrauch. Fotos ▶
Der Suzuki Vitara präsentiert sich sparsam im Verbrauch. © Suzuki

Suzuki hat den Vitara zum Mini-SUV umfunktioniert. Das neue Modell mit dem alten Namen fällt besonders durch sein niedriges Gewicht und den damit verbunden Bestwerten beim Verbrauch auf.




Kleine Geländewagen gab es von Suzuki schon, als anderswo noch nichts davon zu sehen war. Vom Trend zu kleinen SUV konnte man bislang allerdings nur wenig profitieren. Das soll sich nun ändern. Ab 17.990 Euro startet Suzukis Antwort auf Deutschlands meistverkauftes Mini-SUV Opel Mokka. Der Einstiegskurs für den neuen Vitara wird zum Marktstart am 18. April 2015 für den rein frontgetriebenen Benziner gelten. Sowohl der Ottomotor als auch der Diesel entwickeln 88 kW/120 PS Leistung aus 1,6 Liter Hubraum. Für den Diesel sind ab der nächsthöheren Ausstattungslinie Comfort 2300 Euro Aufpreis fällig, was sich zusammen mit einigen Extras auf 22.790 Euro summiert. Allrad schlägt mit weiteren 2000 Euro zu Buche.


Suzuki Vitara setzt Bestwerte

Neben kompakter Länge trumpft der Vitara besonders in der Großstadt mit ausgesprochen niedrigem Gewicht auf, so dass er sich flink durch dichten Verkehr steuern lässt. Das Leergewicht schwankt je nach Ausführung zwischen nur 1075 und 1295 kg und ist Klassenbestwert, was man dem kompakten Japaner sowohl beim Fahrverhalten als auch bei den Verbrauchswerten anmerkt. Mit nur 4,0 l/100 km gibt sich der frontgetriebene 1,6-Liter-Turbodiesel im Normverbrauch zufrieden, 4,2 l/100 km sollen es mit Allradantrieb sein – beides sind selbst unter den relativ genügsamen Mini-SUV absolute Spitzenwerte. 5,4 Liter waren's im Praxistest entlang der Küste nahe Lissabon, was eine vertretbare Überschreitung der Normwerte darstellt.

Der Vierzylinder-Diesel drückt ab 1750/min satte 320 Nm Drehmoment auf den Antriebsstrang und erlaubt besonders komfortbetontes, weil schaltfaules Fahren. Die Gangwahl erfolgt über eine Sechsgang-Handschaltung beim Diesel und über fünf manuelle Gänge beim Benziner, der wahlweise auch mit Sechsstufen-Automatik zu haben sein wird. Mit ebenfalls 1,6 Litern Hubraum kommt er auf 156 Nm Drehmoment und günstigstenfalls 5,3 l/100 km Normverbrauch.

Suzuki Vitara mit großzügigem Innenraum

Bis zu 1120 Liter nimmt der Suzuki Vitara an Gepäck auf
Bis zu 1120 Liter nimmt der Suzuki Vitara an Gepäck auf © Suzuki

2,50 m Radstand verleihen dem exakt nur 4,175 m langen Suzuki einen relativ großzügigen Innenraum für vier Erwachsene und bei Bedarf auch bis zu fünf Personen, wobei der knapp geschnittene hintere Mittelplatz der jungen Generation vorbehalten sein sollte. Das kleine SUV schneidet auch in Sachen Stauraum gut ab und schluckt im Normalzustand 375, bei umgelegten Rücksitzen maximal 1120 Liter Gepäck. Bei der Ausstattung gibt sich Suzuki keine Blößen. Schon ab der mittleren von drei Ausstattungslinien sind so hilfreiche und sicherheitsrelevante Features an Bord wie der adaptive Tempomat („Adaptive Cruise Control“ ACC), eine radargestützte aktive Bremsunterstützung (RBS), Zweizonen-Klimaautomatik, eine Bergabfahrhilfe (Berganfahrhilfe ist bei allen Vitara Serie) und eine Rückfahrkamera.

Stichwort Lifestyle: Mit Außen- und Innendekor-Elementen sowie einer Zweifarblackierung lässt sich der Suzuki individuell gestalten – bis hin zu Details wie einer 65 Euro teuren Analog-Uhr im oberen Armaturenbrett. Das auf Wunsch bunte Innendekor sorgt dafür, dass sich die Außenfarben im Interieur wiederfinden. Außen lässt sich gegen Aufpreis das Dach farblich absetzen, gleiches gilt für Kotflügeldekor, den Kühlergrill und Lüftungsöffnungen. Zwei Designpakete unterstreichen jeweils den urbanen oder den Offroad-Charakter des Allrounders aus Japan.

Allradantrieb vom Suzuki SX4 S-Cross

Auch das Heck des Suzuki Vitara ist gelungen
Auch das Heck des Suzuki Vitara ist gelungen © Suzuki

Auf Wunsch setzt Suzuki für seinen neuen Vitara auf den Allradantrieb, der vom Crossover SX4 S-Cross her bekannt ist und im Gegensatz zum bisherigen Grand Vitara nicht permanent ausgelegt ist. Um die Effizienz zu verbessern, werden im Normalfall nur die vorderen Räder angetrieben, und nur bei Bedarf wandert Antriebsdrehmoment auch zur Hinterachse. Durchdrehende Räder werden automatisch eingebremst, die Räder mit Traktion erhalten mehr Antriebskraft.

Vier verschiedene Fahrmodi erlauben die situationsgerechte Anpassung: Auto, Sport, Snow und Lock. Mit letzterem lässt sich das Mini-SUV auch ohne Geländeuntersetzung aus relativ prekären Situationen im Sand oder tiefen Schnee befreien. Grenzen setzt dabei zwar die mit 18,5 cm nicht gerade extreme Bodenfreiheit, die allerdings für die typischen Ansprüche an ein kurzes Familien-SUV völlig ausreichend erscheint.

Abzüge im Innenraum des Suzuki Vitara

Die Verarbeitung des Innenraumes hätte wertiger ausfallen können
Die Verarbeitung des Innenraumes hätte wertiger ausfallen können © Suzuki

Das Fahrwerk haben die japanischen Ingenieure mit einem gekonnten Kompromiss aus Komfort und Straffheit abgestimmt. Einerseits lassen sich Kurven zügig durchqueren, ohne dass zu große Seitenneigung auftritt. Andererseits scheinen Federung und Dämpfung auch für längere Strecken ebenso geeignet wie für ausreichend bequemes Fahren über holprige Offroad-Pfade ersten Grades. Auf kurvigen Strecken kommt mit dem Sport-Modus ausgesprochener Fahrspaß auf, wenn sich das Ansprechverhalten des Motors verbessert und die Kurvenstabilität erhöht wird.

Die Verarbeitung ist gut, aber die Materialqualität im Innenraum könnte aber wertiger ausfallen. Die Controller haben zwar einen sehr guten Job geleistet, wenn man die günstige Preislage des Suzuki Vitara im Vergleich zum direkten Konkurrenzumfeld sieht. Etwas weniger glänzendes Hartplastik im Innenraum hätte dem Großstadt-Japaner jedoch gut getan, und dafür ein paar Euro mehr in der Preisliste hätten nicht geschadet. (SP-X)






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