22. März 2017

Fahrbericht Sechste Generation des Kleinwagens Suzuki Swift: Beschwingt in Richtung Vierziger

Suzuki schickt den Swift in die sechste Generation Fotos ▶
Suzuki schickt den Swift in die sechste Generation © Suzuki

Suzuki offeriert ab dem 13. Mai die sechste Generation des Swift. Dank einer Plattformdiät lässt sich der Kleinwagen nun viel agiler und sicherer über die Straßen bewegen.




Von Thomas Flehmer

Der 40. Geburtstag ist häufig das erste runde Jubiläum, das einem das ansteigende Alter vor Augen hält. Suzuki biegt mit der sechsten Generation auf die Zielgerade in Richtung der Vierziger ein. 33 Jahre nach dem Marktstart im Jahr 1984 wird die ab dem 13. Mai erhältliche sechste Generation des Suzuki Swift in sieben Jahren dieses Jubiläum begehen.

Dem Alter entsprechend haben die Japaner beim Mitbewerber des VW Polo den Gürtel enger geschnallt. Gleich um 120 Kilo nahm der Swift ab und kommt nun auf ein Leergewicht von 840 Kilogramm – ohne Fahrer und mit leerem Tank.


Suzuki Swift mit Plattformdiät

Die Diät, basierend auf der neuen Plattform Heartec, verschafft dem Swift deutlich mehr Swing. Kombiniert mit dem aus dem Baleno bekannten 1.0 Boosterjet mit Hybridsystem SHVS avanciert der Kleinwagen zum kleinen Flitzer und unterscheidet sich so deutlich vom Vorgänger, der noch nicht über dieses Potenzial verfügte.

82 kW/111 PS haben leichtes Spiel mit dem in der Länge um einen Zentimeter auf 3,84 Meter geschrumpften Swift. 10,6 Sekunden erscheinen zunächst lang, doch entscheidend ist, dass sich der Swift gut in die Kurven schmeißen kann und ebenso gut aus ihnen wieder herauskommt. Fahrspaß war beim Vorgänger noch ein Fremdwort, jetzt hat der Swift die zuvor unbekannte Vokabel gelernt.

Suzuki Swift 1.0 Boosterjet erlaubt schaltfaules Fahren

Voll Langstreckentauglich ist der Suzuki Swift
Voll Langstreckentauglich ist der Suzuki Swift © Suzuki

Auf der Autobahn könnte der Dreizylinder bis zu 195 Stundenkilometern mithalten. Doch das ist nebensächlich. Trotzdem erfüllt der Kleine auch seine Langstreckenpflicht. Der Motor ist auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen nicht störend und das Fahrwerk ist weder zu straff noch zu komfortabel ausgefallen. Die Lenkung ist sehr direkt, die fünf Gänge erlauben ein recht schaltfaules Fahren, selbst Steigungen können trotz eines Drehmomentes von lediglich 170 Newtonmetern in höheren Gängen genommen werden ohne dass der Direkteinspritzer mit niedertourigem Knurren einen kleineren Gang fordert.

Die Schaltfaulheit soll der Swift mit einem kombinierten Verbrauch von 4,3 Litern quittieren. Auf den ersten Serpentinenfahrten waren es gute 5,5 bis 5,8 Liter, die sich der mit dem Mild-Hybridsystem ausgestattete Dreizylinder genehmigte.

Fahrassistenten im Kleinwagen

Viel Platz ist im Suzuki Swift
Viel Platz ist im Suzuki Swift © Suzuki

Die Insassen können die Langstreckenpflicht ebenso auskosten. Dank eines um zwei Zentimeter auf 2,45 Meter gewachsenen Radstandes haben sowohl Fahrer wie Beifahrer als auch die Personen in der zweiten Reihe genügend Kopf- und Beinfreiheit, auch wenn die Höhe um 1,5 Zentimeter abgenommen hat. Den Sitzen fehlt es dagegen ein wenig an Kontur. Um 54 Liter zugenommen hat dagegen der Kofferrauminhalt, der nun auf 265 Litern Platz genug für zwei Trolleys und Taschen sowie Krimskrams bietet.

Dass das Armaturenbrett mit Hartplastik ausgestattet ist, ist in diesem Segment nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich in dieser Klasse und viel sinnvoller ist die Bestückung mit Sicherheitsassistenten. Ein Bremsassistent bis hin zum selbstständigen Abbremsen sowie ein adaptiver Tempomat, ein Spurhaltewarnsystem und Fernlichtassistent stehen optional zur Verfügung.

Auch der optische Eindruck verrät mehr Sportlichkeit ohne dass der Swift seine seit der vierten Generation angenommene Design-DNA über Bord schmeißen muss. Während Länge und Höhe schrumpften, verleihen vier Zentimeter mehr Breite dem Wagen ein Plus an Kompaktheit. Der Kühlergrill wurde mit seinen Lufteinlässen breiter gestaltet und unterstützt so das dynamischere Auftreten.

Preise für Suzuki Swift folgen

Aufgrund der Neuerungen mit dem neuen Motor und den Optionen bei der Fahrsicherheit wird sich das Preisgefüge beim Swift ändern. Genaue Preise haben die Verantwortlichen noch nicht bekannt gegeben, doch der Einstiegspreis von bisher 11.500 Euro wird sich in Richtung 12.000 Euro bewegen. Dagegen bleibt der Preis für die zweite Ausstattungsvariante Club, für die sich bisher rund 60 Prozent der Kunden entschieden, gleich. Für 14.500 Euro gibt es dann den 1.2 Dualjet mit 90 PS.

Nimmt man den Baleno als Maßstab – ausgehend von der Club-Variante, die bei 14.790 Euro beginnt – müsste sich der Preis für die Topversion des Swift mit dem 1.0 Boosterjet in der Comfort+-Variante bei etwa 17.990 Euro einpendeln. Die Preise will Suzuki Anfang April durchgeben, wenn der dann hoffentlich beginnende Frühling den am Swift Interessierten auch schon beschwingtere Gefühle verleiht - denn die potenziellen Kunden haben die Vierziger schon gerissen. Das Durchschnittsalter aller Swift-Käufer liegt bei immer noch jungen 42, 43 Jahren - und könnte durch den neuen Swift mehr Schwung erhalten.






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