30. November 2016

Fahrbericht Aus Mini-SUV Micro-SUV Suzuki Ignis: Noch eine Stufe tiefer ins Gelände

Suzuki kehrt nach zehn Jahren mit einem neuen Ignis zurück Fotos ▶
Suzuki kehrt nach zehn Jahren mit einem neuen Ignis zurück © Suzuki

Suzuki hat den Ignis wieder auferstehen lassen. Diesmal fährt der Kleinstwagen mit knallbunten Farben als Gründer des Segmentes der Micro-SUV vor – auf Wunsch sogar mit echten Geländegenen.




Von Thomas Flehmer

Diesmal soll der Aufenthalt von längerer Dauer sein. Als Anfang des neuen Jahrtausends Suzuki zum ersten Mal einen Ignis vorstellte, war dem unscheinbaren Micro-Van keine lange Lebenszeit beschieden. Schon nach knapp sieben Jahren ereilte ihn das Aus.

Knapp 17 Jahre später haben die Designer und Ingenieure die Neuauflage so gestaltet, dass der neue Ignis nicht nur wegen seiner knallbunten Farben nicht zu übersehen ist. Als Segmentgründer bei den so genannten Micro-SUV ist der gerade einmal 3,70 Meter Ignis aufgrund der aktuellen Beliebtheit von Gelände- und Pseudogeländewagen Trendsetter zugleich, sodass die Chancen gut stehen, dass ab dem 14. Januar beginnende Ära wohl länger als bis 2023 gehen könnte und die Zeit des alten Ignis überdauert.


Polarisierendes Heck des Suzuki Ignis

Ein paar Kanten und Ecken sollen die Geländetauglichkeit unterstreichen, doch ist die Front eher putzig ausgefallen. Ein kleiner Grill und zwei eckige Leuchten, die auf halbrunden Tagfahrlichtern thronen, erzeugen ein Lächeln im Rückspiegel des Vordermannes.

Interessant gestaltet ist die Seitenlinie, die einen Mischmasch aus rund und eckig in sich vereinigt. Dass sich so manch japanische Designer am Heck austoben darf, beweisen auch schon die Mitbewerber von Nissan und Toyota beim Juke und dem kürzlich vorgestellten C-HR. Auch bei Suzuki wurden jegliche Freiheiten erteilt, sodass dieser Bereich unter das Stichwort „Geschmackssache“ fällt.

Enorme Platzverhältnisse im Suzuki Ignis

Ein wenig Lifestyle-Atmosphäre herrscht im Cockpit des Ignis vor
Ein wenig Lifestyle-Atmosphäre herrscht im Cockpit des Ignis vor © Suzuki

Sehr beeindruckend ist dagegen, was die Japaner für enorme Platzverhältnisse auf 2,44 Metern schaffen konnten. Selbst Personen mit einer Körpergröße von rund 1,93 Metern können hinten bequem Platz nehmen, selbst wenn der Vorderplatz ebenfalls besetzt ist. Dank einer nicht zum Heck abfallenden Dachlinie bleibt dann sogar genügend Kopffreiheit gewährt. Dieses Plus macht sich auch für den Fahrer bezahlt, der einen anständigen Blick durch das Heckfenster erhält.

Wird mehr Kofferraum als die bereits für dieses Segment guten 267 Liter benötigt, können die Rücksitze ab der Ausstattungsvariante Comfort bis zu 16 Zentimeter nach vorn verschoben werden. Während der hintere Bereich mehr auf Praxis abzielt, zieht im Cockpit je nach Ausstattungsvariante ein wenig Lifestyle ein. So können Mittelkonsole und Türgriffe in Orange eingekleidet werden. Die Instrumente folgen der aktuellen Designlinie ebenso wie das Audiosystem mit Navi und Smartphone-Anbindung. Für zusätzliche Sicherheit sorgen die aktive Bremsunterstützung sowie ein Spurhaltewarnsystem und eine Müdigkeitserkennung.

Ein Motor in drei Varianten

Zum Marktstart ist die Motorenauswahl recht übersichtlich. Der aus anderen Fahrzeugen bereits bekannte 1.2er Benziner mit 66 kW/90 PS steht in drei Varianten zur Verfügung. Neben dem reinen Fronttriebler gibt es einen Allradler sowie einen hybriden Vertreter.

Der Vierradantrieb sorgt bei dem gerade einmal 810 Kilogramm leichten Ignis vor allem für ein Plus an Sicherheit, kann aber auch unwegsames Gebiet passieren, da auch die Bodenfreiheit von 18 Zentimetern gewisse Geländeritte erlaubt. Auf der Straße schwimmt das Micro-SUV mit, sollte sich aber bei Ampelsprints zurückhalten. 11,9 Sekunden beträgt die Spurtfähigkeit, die auf der Autobahn bei 165 Stundenkilometern eingefangen wird.

Auf den ersten Testfahrten bestätigte der Ignis seine Leistungsfähigkeit. Die gerade einmal 120 Newtonmeter Drehmoment liegen erst bei 4400 Umdrehungen an, sodass das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe kontinuierlich bedient wird, um den Suzuki bei Laune zu halten.

Suzuki Ignis mit straffem Fahrwerk

Recht hart geht es im Suzuki Ignis voran
Recht hart geht es im Suzuki Ignis voran © Suzuki

Etwas zu straff ist angesichts der überschaubaren Leistungsfähigkeit das Fahrwerk ausgefallen, sodass Unebenheiten auch die etwas zu klein geratene Sitzfläche erreichen. Gut austariert ist dagegen die Lenkung. Fünf Liter soll der Allradler benötigen.

Mit bis zu 0,7 Litern weniger soll sich der Mild-Hybrid begnügen, dessen Bezeichnung an lang ausgediente Videokassetten erinnert. Trotz der Sparwelle ist der SHVS (Smart Hybrid Vehicle by Suzuki) 0,1 Sekunden schneller auf 100 und schafft auf der Autobahn fünf Stundenkilometer mehr.

Suzuki Ignis startet bei 11.900 Euro

Das verläuft ebenso unmerklich wie die Ladung und Entladung der Batterie und des Generators, die beim Start- und Beschleunigungsvorgang elektrisch unterstützen und so für den einsparenden Vorteil sorgen. 800 Euro kostet das System, das dadurch ein paar Kilometer benötigt, ehe sich der Aufwand amortisiert.

Ansonsten startet die Basisvariante bei 11.900 Euro, deren Preis sich im Laufe der Varianten Club, Comfort und Comfort+ auf 16.240 Euro steigert. Der Allradantrieb schlägt jeweils mit 1500 Euro zu Buche. Zwei speziell ausgestatte Ignis werden als Intro Edition ab 14.210 Euro angeboten. Diese werden auch aufgrund der Namensgebung das Jahr 2023 nicht erleben, der neue Ignis schon.






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