18. April 2017

Fahrbericht Kombi mit CVT-Getriebe Subaru Levorg: Interessante Mischung

Der Subaru Levorg sticht aus der Masse der Kombis heraus
Der Subaru Levorg sticht aus der Masse der Kombis heraus © Subaru

Mit dem Levorg hat Subaru einen eigenwilligen Kombi in den Einheitsbrei des Segmentes gemischt. Zum Cruisen eignet sich der Allradler am besten, muss aber mit einem Malus leben.




So ganz abgeschüttelt hat Subaru sein Förster-Image noch immer nicht. Zumindest in einem tannengrünen Forester würde man wohl weiterhin den Gamsbart-Träger im Janker erwarten. Es gibt aber auch Subaru-Modelle, bei dem eher Träger sportlicher Joop-Sakkos als Fahrer in Frage kommen. Wie etwa beim Levorg. Jenseits der Klischees ist der Japaner ein allerdings schwer fassbares und gerade deshalb auch interessantes Auto.

Das geht schon mit der Form los. Ist das ein Zwischending à la Audi A3 Sportback und Volvo V40 oder ein waschechter Kombi? Die Zahlen sprechen eher für Letzteres, denn die 4,69 Meter lange Steilheck-Karosserie bietet ein immerhin 522 bis 1446 Liter großes Gepäckabteil. Der Levorg ist familienfreundlich, denn neben dem variabel nutzbaren XL-Laderaum lässt er auf beiden Reihen seinen Gästen auch ausreichend viel Entfaltungsspielraum.


Zahlreiche Displays im Cockpit des Subaru Levorg

Der den Oberkörper etwas enger umfassende Fahrerstuhl macht anderseits klar, dass der Levorg auch sportlich sein will. Davon kündet ebenfalls der etwas eigenwillige Sporttrimm der Außenhaut. Zumindest der Beatmungsschlitz in der Motorhaube sowie die Seitenschweller wirken übertrieben, während die 18-Zoll-Räder und die beiden volumigen Auspuffendrohre wiederum ganz schick aussehen.

Etwas übertrieben hat es Subaru auch mit der Anzahl der Displays im Cockpit. Drei gibt es in der Mittelkonsole und eines im Kombiinstrument, welches zusätzlich von Analoginstrumenten flankiert wird. Trotz der vielen Anzeigen präsentiert sich der Arbeitsplatz funktional und aufgeräumt. Diesen Eindruck verdankt der Levorg unter anderem einer elektrischen Parkbremse, dank derer kein Handbremshebel mehr in der Mittelkonsole stört. Darüber hinaus sind Materialien und Verarbeitung auf einem guten Qualitätsniveau. Auch das zeitgemäße Infotainment-System überzeugt unter anderem mit einer tadellos arbeitenden Navigation.

Cruisen statt rasen

Viele Knöpfe befinden sich am Lenkrad des Levorg
Viele Knöpfe befinden sich am Lenkrad des Levorg © Subaru

Dank schlüssellosem Startsystem wird der 1,6-Liter-Boxerbenziner per Knopfdruck zum Leben erweckt. Der turbogeladene Direkteinspritzer ist mit einer CVT-Automatik zwangsverheiratet. Eine Antriebskombination, die wiederum eigenwillig ist. Überzeugen kann das stufenlose Getriebe mit seiner sehr geschmeidigen Art vor allem beim entspannten Cruisen, sofern man nicht allzu viel Leistungspotenzial vom Vierzylinder (125 kW/170 PS und 250 Newtonmeter) fordert. Will man es mit dem Levorg hingegen etwas wilder treiben, vermittelt der Antrieb Luftpumpen-Charakter. Bei Leistungsabfrage geht die Drehzahl hoch, doch der Ruck bleibt aus. Auch die Fahrwerte sind angesichts der verbrieften Leistung eher bescheiden: Rund neun Sekunden dauert der Sprint, maximal sind 210 km/h möglich.

Längsdynamische Gelüste befriedigen der langhubige Boxer und das Stufenlos-Getriebe nur bedingt, doch ansonsten kann man mit dem Levorg durchaus die Fetzen fliegen lassen. Dank des serienmäßigen Allradantriebs mit radselektiver Momentenverteilung ist in eigentlich jeder Fahrsituation souveräne Traktion angesagt. Zusammen mit einer fein abgestimmten Lenkung sowie dem straffen aber noch halbwegs komfortablen Fahrwerk vermag der Subaru im Zickzackkurs dem ambitionierten Fahrer durchaus ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Zumal man per Knopfdruck noch in den sogenannten SI-Modus wechseln kann, bei dem der Boxer spürbar druckvoller agiert. Außerdem lassen sich über Schaltwippen hinterm griffigen Lenkrad sechs fest programmierte Fahrstufen anwählen.

Subaru Levorg recht durstig

Unter neun Liter sind fast nicht möglich
Unter neun Liter sind fast nicht möglich © Subaru

Was allerdings bei ambitionierter Fahrweise für Verdruss sorgt, ist der Verbrauch. Wird der Boxermotor auch nur etwas gefordert, steigt der Spritkonsum auf zweistelliges Niveau. Man muss sich schon disziplinieren, um einen Wert um neun Liter zu erreichen. Die 7,1 Liter Normverbrauch sind in jedem Fall illusorisch.

Also doch lieber cruisen. Dafür eignet sich der Levorg auch dank seiner Assistenzsysteme. Hilfreich ist zum Beispiel der gut arbeitende Abstandstempomat. Außerdem sorgen ein Spurverlassenswarner, ein Tot-Winkel-Assistent sowie ein Kollisionswarner und –verhinderer für mehr Sicherheit und Entspannung auf langen Autobahntouren.

Günstige Topversion des Subaru Levorg

Helferlein wie der Abstandstempomat oder das Notbremssystem gehören beim Levorg bereits zur Serienausstattung der rund 30.000 Euro teuren Basis. Die von uns getestete Topversion Sport bietet für 36.450 Euro eine Vollausstattung, die sich mehr als sehen lassen kann. Navi, Leder, LED-Scheinwerfer, elektrisches Glasschiebedach – der Levorg lässt kaum Wünsche offen. Das Paket ist nicht nur üppig, sondern auch vergleichsweise günstig. Wer etwa einen BMW 3er Touring mit ähnlicher Antriebskombination und Ausstattung will, muss rund 20.000 Euro mehr zahlen.

Familienkombi, Fernreisemobil, Fahrmaschine – der Subaru Levorg bietet von allem etwas. Die Mischung ist interessant, in einigen Details aber auch skurril. Sogar einzigartig ist die Antriebskombination aus Boxer-Benziner und CVT-Getriebe. Der Gummiband-Effekt der Automatik ist Geschmackssache, der zu hohe Verbrauch hingegen nicht. Letzterer ist allerdings der einzige ernste Malus, den sich der Levorg leistet. (SP-X)






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