15. Oktober 2013

Fahrbericht Ab 20.000 Euro Ssangyong Korando: Keine Experimente mehr

Der Ssangyong Korando fällt nicht aus der (Segment-)Reihe.
Der Ssangyong Korando fällt nicht aus der (Segment-)Reihe. © Ssangyong

Ssangyong hat den Korando überarbeitet. Trotz gewaltiger Fortschritte bei Technik und Gestaltung und trotz des Kampfpreises wird der Crossover aus Korea in Deutschland kaum aus der Nische herausfinden.




Seit dem Jahr 2010 rollt der kompakte Korando durch das Modellprogramm des koreanischen SUV-Spezialisten Ssangyong und hat sich in dieser Zeit zur Stütze der Marke entwickelt. Wie die meisten anderen Hersteller auch, haben sich die Koreaner von dem Begriff SUV verabschiedet und präsentieren den Korando als Crossover, was Langenscheidts Wörterbuch übrigens mit Kreuzungsweiche übersetzt. Im konkreten Fall passt der Begriff aus der Eisenbahntechnik sogar, denn der jüngste Ssangyong rollt in der Tat in eine neue Richtung. Jetzt kommt die Überarbeitung des Bestsellers zu den 111 deutschen Ssangyong-Händlern.


Ssangyong Korando reiht sich ein

Mit einem Einstandspreis von rund 20.000 Euro für die frontgetriebene Variante liegt der 4,41 Meter lange kompakte Geländegänger im günstigen Bereich. Dafür erhält der Kunde zunächst einmal viel Ausstattung. Je nach Ausstattungslinie sind Klimaanlage, Tempomat, Ledersitze und ein beheiztes Lenkrad an Bord. Das Ganze ansprechend verpackt in einem Design, das ursprünglich von Giugiaro stammt. Entsprechend macht der Korando auf den ersten Blick einen sympathischen Eindruck. Vorbei die Zeiten, da sich die Koreaner von einem dubiosen Design-Experiment in das nächste stürzten und die automobile Welt mit denkwürdigen Kreationen versorgten.

Der Korando fällt weder aus dem Rahmen, noch ist er ein Langweiler. Den Kreativen gelang bei der aktuellen Überarbeitung eine angenehme Form, die sich dem im Segment Üblichen anpasst. Dieser Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Hochwertig wirkende Materialien, übersichtlich angeordnete Instrumente und Bedienelemente machen den Crossover zu einem problemlosen Vertreter seiner Gattung. Alles ist da, wo es hingehört, sodass die erste Ausfahrt ohne langwieriges Lesen in der Gebrauchsanleitung starten kann.

Ssangyong Korando mit ruhigem Fahrverhalten

Einmal in Fahrt zeigt sich der Ssangyong als angenehm ruhiges Fahrzeug. Vor allem beim gelungenen neu entwickelten Zweiliter-Diesel werden die Insassen dank der überarbeiteten Motorhalterung von akustischen Belästigungen weitgehend verschont. Der 110 kW/149 PS starke Selbstzünder brummt sonor seinen Takt, und Fahrer wie Passagiere genießen die relative Ruhe. Erst jenseits der 150-km/h-Marke machen sich die Windgeräusche deutlicher bemerkbar, ohne allerdings lästig zu werden.

Zum Wohlfühlambiente trägt auch das sich butterweich schaltende Sechsgang-Getriebe bei, dessen Abstimmung ein schaltfaules Fahren ermöglicht. Auf die als Option lieferbare Sechsgang-Automatik kann man folglich verzichten. Die entspannte Fahrweise belohnt der Korando an der Tankstelle, wenngleich der Normverbrauch von 5,8 Litern (CO2 147 g/km) im Alltag nicht ganz erreichbar sein dürfte.

Ssangyong Korando ohne Gelände-Ambitionen

DAs Cockpit des Ssangyong Korando ist
DAs Cockpit des Ssangyong Korando ist "Old School" ausgefallen © Ssangyong

Beim Fahrwerk wählten die Koreaner eine betont komfortable Note, die aus dem Korando zwar keine Sänfte macht, aber gleichzeitig auch unterstreicht, dass es sich hier weniger um einen Gefährten fürs Gelände, sondern vielmehr für den Boulevard handelt. Der Allradantrieb ist so ausgelegt, dass die Elektronik stets die optimale Kraftverteilung sucht.

Im Normalfall rollt der Korando deshalb frontgetrieben über die Straße und schaltet erst bei Bedarf die Hinterräder hinzu. Allerdings könnten die Sitze vor allem bei schnell gefahrenen Kurven ein wenig mehr Seitenhalt besitzen. Ansonsten verschont der Korando seine Insassen vor Unebenheiten im Asphalt.

Gewaltiger Fortschritt mit dem Ssangyong Korando

Große Markterfolge wird der Ssangyong wohl nicht erzielen
Große Markterfolge wird der Ssangyong wohl nicht erzielen © Ssangyong

Im Rückblick auf andere Ssangyong-Modelle ist der Korando ein gewaltiger Fortschritt. Sauber verarbeitet, mit einem großzügig dimensionierten Innen- und Gepäckraum (486 bis 1312 Liter) ausgerüstet, hat der jüngste Spross der Marke alle Chancen, sich einen Platz in der Nische des Segments zu sichern.

Denn trotz seiner guten Eigenschaften und dem passenden Preis-Leistungs-Verhältnis – die Preisliste wird vermutlich bei 20.000 Euro beginnen und bei 30.000 Euro enden -, wird der Koreaner ein Außenseiter bleiben. (SP-X)






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