18. November 2016

Fahrbericht Marktstart in USA Elektro-Smart: Mit grünem Gewissen durch die Stadt

Unterwegs mit dem Elektro-Smart auf den Straßen Miamis. Fotos ▶
Unterwegs mit dem Elektro-Smart auf den Straßen Miamis. © Daimler

Smart hat als erster Hersteller alle seine Modelle elektrifiziert. So kommt der Zweisitzer auf eine Reichweite von 160 Kilometern. Für ein Stadtauto reicht das allemal. Was der Zweisitzer zu bieten hat, zeigt unser Test.




Von Frank Mertens

Das ist ein Statement. Als erster Hersteller bietet die Daimler-Tochter Smart alle ihre Modelle ab dem kommenden Jahr auch als Elektro-Variante an. Gut, mit dem Smart Fortwo, dem Forfour und dem Cabrio sind es gerade einmal drei Fahrzeuge. Doch die BMW-Tochter Mini hat gar kein E-Auto im Angebot. Bei den Münchnern wird es noch bis 2019 dauern, bis es einen rein elektrischen Mini geben wird. Dafür ist ein Plug-in-Hybrid für kommendes Jahr angekündigt, immerhin.

Während andere Konkurrenten also noch zuwarten, geht Smart den Weg in die Elektromobilität mit der nun vierten Generation konsequent weiter, nachdem man die erste Elektrovariante bereits 2007 auf den Markt gebracht hatte.


Marktstart in USA

Die neue Generation des Smart Electrive Drive wird seinen Marktstart Anfang des kommenden Jahres in den USA feiern. Deshalb präsentierten die Stuttgarter ihr neues E-Auto auch in Miami. Doch warum findet die Marktstart erst in den USA und dann in Europa statt? Weil auf die Elektro-Variante des Smart in den USA zuletzt ein Viertel des dort erzielten Absatzes entfielen, wie Daniel Lescow sagt, der bei Smart das Marken- und Produktmanagement verantwortet. Nach den USA, wo übrigens nur das Coupé und das Cabrio angeboten werden, erfolgt der Marktstart in Europa. Hier wird der Smart Fortwo für 21.940 Euro angeboten.

Anzeige der Batterieladung
Anzeige der Batterieladung © Daimler

Lescow glaubt daran, mit den neuen E-Modellen genau zum richtigen Zeitpunkt zu kommen. Also besteht keine Befürchtung, dass man trotz Kaufprämie auf keine Resonanz bei den Kunden stößt? Schließlich gingen beim für den so genannten Umweltbonus zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) per Oktober gerade einmal 5782 Anträge auf die Kaufprämie ein, davon entfielen 2438 sogar noch auf Plug-in-Hybride. Ein Run auf Elektroautos sieht anders aus.

Doch davon zeigt sich Lescow unbeeindruckt, wie er während einer Fahrt mit dem Elektro-Smart durch Miami der Autogazette sagte. „Zieht man die Kaufprämie vom Preis ab, dann kann der Kunde den Smart für knapp unter 18.000 Euro erwerben. Dieses attraktive Angebot wird viele Kunden zum Kauf bewegen.“

Ideal für die Stadt

Seine Zuversicht könnte aufgehen. Wenn nicht kurzfristig, dann aber mittelfristig. Denn angesichts drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge und weiterer Zufahrtsbeschränkungen in den Städten könnten elektrische Cityflitzer wie der Smart davon profitieren. Denn mit seiner Länge von 2,69 Metern ist der Fortwo das ideale Fahrzeug für volle Städte. Klar, auch mit einem Smart steht man im Stau, doch mit ihm kann man nicht nur leichter als andere einen Parkplatz finden, sondern auch unproblematischer durch enge Straßen manövrieren. Der Wendekreis von 6,95 Metern ist eine Ansage. Vor allem kann man im E-Smart auch mit grünem Gewissen in die und durch die Stadt fahren, so man denn auch mit regenerativem Strom tankt. Der neue E-Smart ermöglicht mit seiner 17,6 kWh starken Batterie (sie kommt von der Deutschen Accumotive in Kamenz) eine Reichweite von 160 Kilometern im NEFZ, das sind 15 Kilometer mehr als beim Vorgänger. Erzielt wurde dieses Mehr an Reichweite nicht durch eine größere Batterie, sondern durch Effizienzsteigerungen beispielsweise bei der Klimaanlage und im Antriebsstrang.

Das Heck des Elektro-Smart
Das Heck des Elektro-Smart © Daimler

Der Elektromotor im Smart bringt es auf 81 PS Leistung und auf ein maximales Drehmoment von 160 Nm. Da dieses bei E-Autos sofort anliegt, lässt es sich in diesem Cityflitzer der Schwaben recht agil anfahren. In Zahlen bedeutet das: Bis Tempo 100 vergehen gerade einmal 11,5 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 130 km/h erreicht. So unterwegs, kann man in diesem Smart schon eine Menge Spaß haben. Beim Beschleunigen wird man sanft in die Sitze gedrückt und der Kleine nimmt zusehends flott an Fahrt auf – und das nur mit einem leisen Summen der E-Maschine. Doch aus Effizienzgründen sollte man das eine wie das andere jeweils nicht allzu oft machen, will man nicht zu sehr an Reichweite durch eine zu sportliche Fahrweise einbüßen. Der Energieverbrauch liegt bei 13,1 kWh auf 100 Kilometern.

Das Paket, das Smart da mit dem neuen Fortwo Electric Drive anbietet, überzeugt. Der Fahrkomfort des Smart hat mit der neuen Generation deutlich zugelegt, selbst bei schlechten Streckenverhältnissen schluckt der Kleine die Stöße recht gut weg. Halt so, wie man es für ein Auto mit einem Radstand von 1,87 Metern erwarten kann. Es überzeugt auch deshalb, weil mit einem Schnelllader das Aufladen der Batterie in weniger als 45 Minuten möglich ist. Zu den Features, die Smart für seine Elektromodelle mitliefert, gehört auch eine App. Mit ihr kann man bequem vom heimischen Sofa den Ladevorgang überwachen. Wenn jetzt noch die Ladeinfrastruktur in den Städten ausgebaut wird, könnte es etwas werden mit einem Erfolg dieses neuen E-Smarts.






Mehr zur Marke Smart

Sondermodell für 26.750 EuroSmart Fortwo Brabus: Das Cabrio für zahlungswillige Kunden

Smart präsentiert auf dem Genfer Autosalon gleich zwei neue Sondermodelle: das Fortwo Cabrio Brabus Edition #2 und den Forfour Crosstown Edition. Dabei richtet sich das offene Zweisitzer an besonderes zahlungsbereitete Kunden.


Nur noch E-Autos für NordamerikaSmart auf dem Weg zur reinen Elektromarke

In Nordamerika wird Smart ab Ende des Jahres keine Fahrzeuge mit Benzinantrieb anbieten. Man setzt dort ganz auf den emissionsfreien Antrieb. Vor diesem Hintergrund ist der weitere Weg der Daimler-Tochter klar: Smart wird perspektivisch nur noch E-Autos anbieten.


Konzentration auf ElektrofahrzeugeSmart verkauft keine Benziner mehr in Nordamerika

Smart wird in den USA und Kanada keine Benzinmotoren mehr anbieten. Der Absatz sei schlicht zu gering. In Nordamerika konzentriere man sich künftig auf Modelle mit Elektroantrieb.



Mehr aus dem Ressort

BMW X4 neu Aufmacher AG/Mertens
SUV-Coupé mit 190 PSBMW X4: Herrlich polarisierend

Braucht man SUV-Coupés wirklich? Klar, diese Frage stellen wir uns mit Blick auf den BMW X4 auch. Doch lässt man das Geschmäcklerische mal außen vor, dann kann man diesem Auto nach etlichen Testkilometern doch einiges Positives abgewinnen.


Der Kia Sorento Masterpiece kostet über 60.000 Euro
Auf 200 Exemplare limitiertes SUVKia Sorento Masterpiece: Das Meisterstück als Krönung

Mit dem Sorento nahm Kia in Europa Fahrt auf. Ganz klar, dass die Koreaner dem zum Imageträger avancierten Geländegänger ein besonderes Meisterstück widmen.


Mazda hat den CX-5 nur äußerlich scheinbar unverändert gelassen
Erstmals Zylinderabschaltung beim SUVMazda CX-5: Bestseller auf Golf-Wegen

Die zweite Generation des Mazda CX-5 hat sich auf den ersten Blick im Vergleich zur ersten Auflage nicht großartig verändert. Doch der unternehmenseigene Bestseller hat sich grundlegend gewandelt.