27. Januar 2016

Fahrbericht Marktstart am 10. März Smart Cabrio: Lass die Sonne rein

Das neue Smart Cabrio kommt im März auf den Markt. Fotos ▶
Das neue Smart Cabrio kommt im März auf den Markt. © Daimler

Smart befindet sich auf Wachstumskurs. Und der soll durch das neue Cabrio weiter befördert werde. Auf den Markt kommen wird der offene Zweisitzer am 10. März. Was er zu bieten hat, erfahren Sie in unserem Fahrbericht.




Von Frank Mertens

Annette Winkler ist ganz hin und weg. Diesmal nicht wegen der Absatzzahlen des Vorjahres, sondern wegen des neuen Modells: Schließlich sei das „die Ikone der Ikone“, sagt die Managerin in diesen Tagen bei der Vorstellung des neuen Smart Fortwo Cabrio in Valencia.

Auf den Markt kommen wird das neue Modell der Daimler-Tochter am 10. März und soll dann an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen, von dem seit dem Start im Jahr 2000 weltweit 220.000 Einheiten abgesetzt wurden. Für Smart ist das neue Cabrio dann auch mehr als nur ein Nischenfahrzeug, schließlich entfallen auf den offenen Zweisitzer immerhin zwölf Prozent der Gesamtverkäufe. Und die wuchsen im Vorjahr mit mehr als 119.000 Einheiten weltweit auf fast 33 Prozent. Das sind Zahlen, die Winklers Stimmung bei der Präsentation des neuen Cabrios nochmals beflügelten und so schwärmte sie von den Vorteilen des neuen Cabrios, dessen 1,8 Quadratmeter großes Faltdach sich mit einem Tastdruck in gerade einmal zwölf Sekunden öffnen lässt. „Und das bei jedem Tempo“, wie Winkler zufrieden anmerkt.


Probleme mit Koffern

Das Öffnen des um vier Prozent größer gewordenen Faltdaches vollzieht sich dabei ebenso unproblematisch wie das Herausnehmen der beiden Seitenholme. Entfernt man sie, wird aus dem Smart Roadster ein richtiges Cabrio. Der Umbau ist schnell erledigt, ebenso das Verstauen der beiden Seitenholme in einer länglichen Aufbewahrungsbox im Kofferraum. Das ist clever gedacht.

Doch wer zwei kleine Koffer im 260 Liter fassenden Kofferraum verstaut, kann Probleme bekommen, die Heckklappe auch wieder zu schließen. Denn die in der Aufbewahrungsbox verstauten Holme rauben dann doch etwas vom ohnehin überschaubaren Stauraum. Wer also Cabrio fahren will, sollte sich also vorher Gedanken machen, wieviel Gepäck er mitnimmt. Doch echte Smart-Fans wird das nicht schrecken. Sie wissen schließlich, dass sie sich für einen Kleinstwagen mit einer Länge von gerade einmal 2,69 Meter entschieden haben. Das ist kurz, sehr kurz sogar. Aber der Platz im Innenraum ist dafür so ausgefallen, dass hier auch zwei Großgewachsene bequem Platz nehmen können. Und darauf kommt es schließlich an – mehr als auf ein paar Liter mehr im Kofferraum.

Wendig durch die spanischen Gassen

Das neue Cabrio von Smart bietet guten Komfort
Das neue Cabrio von Smart bietet guten Komfort © Daimler

Entsprechend kommod kann man in diesem Smart auch trotz seines geringen Radstandes (1,87 Meter) und eines straff abgestimmten Fahrwerks unterwegs sein. Dass Valencia als Ort der Smart Cabrio-Präsentation gewählt wurde, war dann auch kein Zufall. Denn die spanische Stadt ist mit ihren kleinen Straßen und Gassen geradezu das ideale Gebiet, um die ganzen Vorteile dieses Cityflitzers auszuspielen. Dort, wo man Probleme hätte, mit einem Mercedes (um im Konzern zu bleiben) noch voran zu kommen, schlängelt sich das Smart Cabrio souverän durch. Diese Wendigkeit macht Spaß – auch wenn man das bereits vom „normalen“ Smart Fortwo kennt, der es ja auch auf den phänomenalen Wendekreis von gerade einmal 6,95 Meter bringt.

Wer einmal erlebt hat, wie locker man sich in der Stadt im Smart fortbewegen kann, der weiß diese Wendigkeit schnell zu schätzen. Ganz zu schweigen von der Parkplatzsuche: Wo kein Parkplatz ist, ist auch für einen Smart keiner. Doch mit ihm lässt sich in Lücken fahren, die selbst für Kompaktklasse-Fahrzeuge zu eng sind.

Zu hoher Verbrauch

Auch das Heck sieht gut aus
Auch das Heck sieht gut aus © Daimler

Doch wie schaut es mit den Fahrleistungen des Smart aus? Wir waren in Valencia mit dem 90 PS starken Cabrio (ab 16.550 Euro) und Doppelkupplungsgetriebe unterwegs. Mit dieser Leistung ist man zunächst einmal ausreichend motorisiert – und vermisst nichts. Mit seinem maximalen Drehmoment von 135 Nm (liegt bei 2500 Touren an) kann man durchaus kraftvoll anfahren und in 11,7 Sekunden Tempo 100 erreichen. Das Sechsgang-DCT macht dabei eine gute Figur und sorgt für ruckelfreie Gangwechsel. So muss es sein.

Der Dreizylinder arbeitet zwar vernehmlich, aber nervt dabei nicht. Und der Verbrauch? Er wird mit 4,2 Liter angegeben (CO2-Wert 97 g/km). Doch vergessen Sie diesen Wert. Er hat mit der Realität nichts zu tun. Bei unseren Testfahrten kamen wir trotz umsichtiger Fahrweise laut Bordcomputer nur auf 6,3 Liter. Weniger war beim besten Willen nicht herauszuholen. In der Stadt bewegt sich der Verbrauch dann sogar jenseits der acht Liter. Wir reden hier wohlgemerkt von einem Kleinstwagen. Entsprechend ist das entschieden zu viel. Schade, denn ansonsten macht der Smart einen guten, wirklich guten Eindruck und lässt einen den Frühling herbeisehnen.

Auch wenn Smart-Chefin den attraktiven Preis des neuen Cabrios lobt, ist er mit mindestens 15.655 Euro für die 71 PS-Variante eine Ansage. Doch auch beim Vorgänger haben sich die Kunden davon nicht schrecken lassen. Entsprechend stehen die Chancen gut, dass auch die neue Generation des Smart Cabrio an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen kann.






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