23. Februar 2016

Fahrbericht Solides Kompakt-SUV Skoda Yeti: Auch im Alter eine Klasse für sich

Der Skoda Yeti hat viele Qualitäten. Fotos ▶
Der Skoda Yeti hat viele Qualitäten. © Skoda

Der Skoda Yeti ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Schlecht ist das Kompakt-SUV deshalb aber noch lange nicht. Er wartet mit einigen Stärken auf.




Nach sieben Jahren Bauzeit erreicht ein Pkw langsam das Rentenalter. Auch der im Sommer 2009 erschienene Skoda Yeti steht bereits im Herbst seines Modellzyklus‘. Allerdings merkt man ihm das kaum an: Er ist immer noch einer der besten seiner Klasse – zumindest wenn man einen kleinen Nachteil akzeptiert.

In gewisser Weise zählt der Yeti zu den ersten Mini-SUV. Auch wenn sich die Welle der kleinen Crossover erst einige Jahre später aufbaute und der Skoda technisch gesehen zur Kompaktklasse zählt, zeigt er die typischen Eigenschaften der aktuellen Boom-Klasse. Nämlich vergleichsweise günstige Preise (ab 19.690 Euro) und city-taugliche Abmessungen (4,22 Meter).


Flottes Fahrverhalten

Dazu kommt ein ausgesprochen flottes Fahrverhalten: Säße man nicht ein wenig höher und blickte nicht auf die kantige Motorhaube, würde man sich am Steuer eines flinken Kompaktwagens wähnen. Von SUV-typischer Behäbigkeit keine Spur. Die präzise Lenkung vermittelt auf der Landstraße Agilität, der geringe Wendekreis gleiches in der Stadt. Zum flinken Gesamtcharakter passt auch das eher straff abgestimmte Fahrwerk, das für ein jederzeit verbindliches und sicheres Fahrverhalten sorgt.

Der Innenraum des Yeti
Der Innenraum des Yeti © Skoda

Dazu passt der durchzugsstarke 2,0-Liter-Diesel (110 kW/150 PS) im Testwagen gut, auch wenn er bei höherem Autobahntempo großen Durst entwickelt. Reichen ihm bei ruhiger Fahrt 6,5 Liter, werden es dann schnell knapp acht. Insgesamt kann von Alterserscheinungen keine Rede sein, stattdessen zeigt sich der Yeti dezidiert jugendlich.

Auch im Innenraum, wo Betagtheit oftmals besonders schnell auffällt, hält sich das Skoda-SUV gut. Das Infotainment-System ist dank der Übernahme aus dem Golf VII auf zeitgemäßem Stand, das Cockpit-Layout entspricht dem jahrelang gereiften aktuellen Konzern-Stil und Materialauswahl sowie Verarbeitung waren immer schon gut bis sehr gut.

Durchaus ansprechend in der Anmutung

Lediglich an versteckteren Stellen findet sich kratzempfindliches Hartplastik, prominente Innenraum-Teile sind hingegen weich hinterschäumt oder wie beim Testwagen in der „Laurin & Klement“-Ausführung sogar mit Leder bespannt. Generell überzeugt das Cockpit in der höchsten Linie mit einer edlen Anmutung, die man dem preissensiblen VW-Ableger lange Zeit nicht zugetraut hätte. Dass der Yeti schon älter ist, merkt man dann allerdings besonders an den fehlenden modernen Assistenzsystemen. Neuere Helfer für Kollisionswarnung, Notbremsung oder Spurwechsel sind nicht im Angebot. Die Lücken werden sich erst bei der Neuauflage schließen, die frühestens 2017 ansteht.

Die andere kleine Yeti-Schwäche hat nichts mit Alter zu tun, sondern liegt im Konzept begründet. Denn die geringen Außenabmessungen, die im Stadtverkehr und beim Fahrverhalten positiv zum Tragen kommen, machen sich beim Platzangebot natürlich negativ bemerkbar.

Überschaubarer Kofferraum

Macht auch im Gelände eine gute Figur
Macht auch im Gelände eine gute Figur © Skoda

Vor allem in Form eines recht kleinen Kofferraums. Gerade mal 405 Liter fasst das Abteil bei voller Bestuhlung – genug für den durchschnittlichen Wochenendeinkauf, aber weniger als im durchschnittlichen Kompakt-SUV. Schon wer einen etwas größeren Kinderwagen transportieren muss, bringt den Skoda an seine Grenzen. Ausgeglichen wird das durch eine variable Rückbank, die sich nicht nur verschieben, sondern auch komplett ausbauen lässt. Im Extremfall wird der Skoda somit sogar zum Lademeister – für den Alltag ist die Demontage aber insgesamt zu umständlich. Gut, dass bei der Allradversion zur Not bis zu 2.100 Kilogramm im Anhänger mitgezogen werden können.

Als Gesamtpaket ist der Yeti trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch eine sehr gute Wahl für alle, die ein SUV nicht allein des Platzangebots wegen kaufen. Mit den anderen Vorzügen wie der erhöhten Sitzposition, dem modernen Styling und der (im Fall der 4x4-Versionen) hohen Schlechtwegekompetenz kann er aber uneingeschränkt aufwarten. Kombiniert mit durchaus zackigem Fahrverhalten und hoher Wendigkeit. Wer also ein kleines, aber erwachsenes SUV sucht, sollte zuschlagen, bevor der Yeti beim kommenden Modellwechsel voraussichtlich deutlich an Größe zulegt. (SP-X)






Mehr zur Marke Skoda

Umstellung des 444 AutohausesSkoda wächst auch dank des neuen Markenauftritts

Skoda wächst und wächst – und dieses Wachstum soll weitergehen. Dabei helfen soll auch ein neuer Markenauftritt der bundesweit 560 Händlerbetriebe. In Dessau wurde gerade das 444 Autohaus mit dem neuen Markendesign eröffnet.


Weltpremiere am 1. SeptemberSkoda hebt das Tuch beim Kodiaq

Drei Wochen vor der Weltpremiere hat Skoda die ersten Details des neuen Kodiaq gezeigt. Das erste große SUV der VW-Tochter wird aber erst im kommenden Jahr in den Markt eingeführt.


Entscheidung im nächsten JahrSkoda schaut nach Nordamerika

Bei Skoda wird über einen Markteintritt in Nordamerika nachgedacht. Die tschechische VW-Tochter könnte dort nicht nur die eigene Bilanz aufbessern, sondern auch das Image des VW-Konzerns aufhellen.



Mehr aus dem Ressort

Porsche Panamera
Marktstart im NovemberPorsche Panamera: Reise-Limousine für Sportfans

Porsche hat den Panamera überarbeitet und schickt die zweite Generation seiner sportlichen Limousine ab November auf den Markt. Das Oberklasse-Modell geht mit noch mehr Hightech auf Kundenfang.


VW Beetle neue Aufmacher VW
Preis des Bestsellers bleibt gleichVW Beetle: Zartes Facelift für den Käfer

VW hat den Beetle überarbeitet. Nun ja, zumindest ein wenig. So muss man auch zweimal hinschauen, um die Neuerungen zu erkennen. Positiv: der Preis wird nicht angehoben.


Peugeot 308 GTi neu Aufmacher Peugeot
Kompaktsportler mit 272 PSPeugeot 308 GTi: Nichts für Krawallos

Seine Leistung lässt sich sehen. Der Peugeot 308 GTi hat 272 PS, fährt 250 km/h schnell, doch ansehen tut man es ihm nicht. Machallüren sind dem Franzosen fremd, was zugleich eine seiner Stärken ist.