20. Oktober 2016

Fahrbericht Sportline-Variante für Flaggschiff Skoda Superb Combi: Understatement als große Stärke

Der Skoda Superb Sportline neigt zum Understatement. Fotos ▶
Der Skoda Superb Sportline neigt zum Understatement. © AG/Mertens

Sportlichkeit und Superb? Dass das kein Widerspruch sein muss, zeigt die VW-Tochter nun mit seiner Sportline-Variante und einer Spitzenmotorisierung von 280 PS. Dass etwas weniger Leistung dem Fahrspaß keinen Abbruch tut, zeigt unser Fahrbericht mit dem Kombi.




Von Frank Mertens

Ein RS-Modell des Skoda Superb gibt es nicht. Es wird auch keines geben. Also hat die VW-Tochter den sportlich ambitionierten Kunden ihres Flaggschiffes nichts anzubieten? Doch, hat sie. Wer besonders sportlich Superb fahren will, dem bietet der tschechische Autobauer nun eine Sportline-Variante an.

Von außen macht der Superb Sportline durch schwarze Karosserieelemente, 19 Zoll-Leichtmetallfelgen und einen Heckdiffusor auf sich aufmerksam, während innen Sportsitze, ein Sportlenkrad mit Schaltwippen für das Direktschaltgetriebe samt einer Sportpedalerie in Alu-Optik den Fahrer erfreuen. Natürlich darf auch ein Dachkantenspoiler nicht fehlen. Doch das ist alles so zurückhaltend gestaltet, dass man dem Superb seine Sportlichkeit nicht ansieht. Er kommt damit elegant und im sympathischen Sinne unaufdringlich daher. Wer diesen Superb sieht, neigt dazu, ihn ob seines Understatements zu unterschätzen.


220 PS reichen zum Glück

Doch das sollte man tunlichst nicht tun. Denn wer meint, auf der Autobahn locker links am Skoda Superb Sportline vorbeiziehen zu können irrt – und zwar gewaltig. Dafür muss man noch nicht einmal in der Topmotorisierung des Superb unterwegs sein, dem 2.0 TSI mit 280 PS und Allradantrieb (ab 44.190 Euro). Dafür reicht auch völlig der 2.0 TSI mit 220 PS (ab 41.290 Euro), den wir mit Sechsgang-DSG und Frontantrieb als Kombi gefahren sind. Wer sich für diese Motorisierung entscheidet, der verfügt nicht nur über ein kraftvolles maximales Drehmoment von 350 Nm (zwischen 1500 bis 4400 Touren), sondern auch über sehenswerte Beschleunigungswerte: So vergehen bis Tempo 100 gerade einmal 7,1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 243 km/h an.

Das lässt sich sehen und spüren. Wer mit Vehemenz auf die Sportpedalen tritt, wird kraftvoll in die gut konturierten Sportsitze gedrückt. Wenn es auf den Straßen indes etwas nass ist, dann gerät der Frontantrieb an seine Grenzen und lässt die Traktionskontrolle aufleuchten. Doch aus dem Alter eines Kickstarts dürften die Superb-Kunden auch mittlerweile entwachsen sein. Wenn nicht, dann muss man sich halt für die 280 PS-Variante entscheiden, die es mit Allradantrieb gibt. Hier kann der Sprint dann auch in 5,8 Sekunden absolviert werden, bis bei Tempo 250 km/h elektronisch abgeregelt wird. Aber seien wir ehrlich: Wann und wie lange kann man auf den vollen deutschen Autobahnen so schnell fahren? Richtig, nicht wirklich allzu lange, denn die nächste Baustelle kommt bestimmt.

Unterwegs mit adaptiven Fahrwerk

Dezent ist auch der Dachkantenspoiler
Dezent ist auch der Dachkantenspoiler © AG/Mertens

Dank eines adaptiven Fahrwerks mit verstellbarer Dämpfercharakteristik lässt sich der Superb ganz den individuellen Wünschen seines Fahrers anpassen. Zu den Fahrmodi gehören Normal, Comfort, Eco, Sport und Individual. Für die Sportlichen kommen insbesondere beide letztgenannten Fahrmodi in Betracht, die die Kennlinien entsprechend einer dynamischeren Fortbewegung anpassen. So unterwegs bietet der Superb Sportline eine Menge Fahrspaß und sorgt auf der Autobahn für den ein oder anderen überraschten Blick beim Überholen.

Wem der Sinn weder nach 280 noch nach 220 PS steht, der wird natürlich auch fündig. So stehen vier Benziner und zwei Diesel zur Wahl. Den Einstieg in die Superb-Sportline-Welt bietet der 1.4 TSI mit aktiver Zylinderabschaltung mit 150 PS. Die Limousine steht mit 34.390 Euro in der Preisliste. Bei den Selbstzündern beginnt der Spaß für den ebenfalls mit 150 PS motorisierten 2.0 TDI bei 36.790 Euro. Welche Erwartungen hat Skoda an die Sportline-Variante. Man gehe von einem Anteil von 20 Prozent am Absatz der Baureihe aus.

Wie beliebt der Superb bei den Kunden ist, zeigt auch der Blick auf die Absatzzahlen. Seit dem Produktionsstart der dritten Generation des Superb im März 2015 wurden weltweit bereits 140.000 Einheiten des Flaggschiffs abgesetzt. In Deutschland entschieden sich in den ersten acht Monaten über 16.000 Kunden für das Topmodell der Tschechen, davon entfielen über 81 Prozent auf den Kombi. In seinem Segment legte der Marktanteil des Superb-Kombi in diesem Zeitraum von 4,2 auf 7,2 Prozent zu. Und die Tendenz zeigt weiter nach oben. Die Sportline-Variante wird ihren Teil dazu beitragen, den Absatz weiter zu steigern.






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