7. Juni 2016

Fahrbericht Kompakter mit drei Zylindern Skoda Octavia 1.0 TSI: Der Nächste im Bunde

Auch der Skoda Octavia erhält den Dreizylinder aus dem Konzernregal
Auch der Skoda Octavia erhält den Dreizylinder aus dem Konzernregal © Skoda

Nach dem VW und Golf und dem Audi A3 erhält nun auch der Skoda Octavia eine neue Einstiegsmotorisierung. Doch auch beim Fahrwerk und Infotainment rüstet die tschechische VW-Tochter auf.




Von Thomas Flehmer

Der Volkswagen-Konzern treibt das Downsizing in seinem Mehrmarkenunternehmen voran. Nach dem VW Golf sowie dem Audi A3 erhält auch der Skoda Octavia eine neue Einstiegsmotorisierung, die zudem sehr viel kraftvoller ausfällt.

Anstatt wie bisher 86 PS und 170 Newtonmeter in einem 1,2 Liter großen Vierzylinder, stehen ab sofort zwar nur drei Zylinder zur Verfügung, die aber 115 PS und 200 Newtonmeter bieten.


Skoda Octavia 1.0 TSI unter zehn Sekunden auf 100

Damit erreicht der von seinen Dimensionen unveränderte Octavia sowohl als Limousine als auch als Kombi Tempo 100 bereits nach 9,9 Sekunden. Sehr dynamisch fühlt sich dabei die Beschleunigung an, auch wenn der aus Aluminium-Druckguss bestehende Motor sich dabei etwas angestrengt zu Worte meldet.

Störend wirken die Eingaben nicht und zudem ist der Druckguss-Motor – immerhin ein altes Skoda-Patent – 15 Kilogramm leichter als das Vorgängeraggregat, das bei Skoda noch so lange im Programm bleibt, bis der Dreizylinder auch in Tschechien produziert wird. Das wird wohl noch ein Jahr dauern. In diesem Zeitraum werden die Aggregate noch in Salzgitter produziert.

Skoda Octavia 1.0 TSI sparsam unterwegs

Der Verzicht auf einen Zylinder soll vor allem dem Portemonnaie des jeweiligen Besitzers zu Gute kommen. Skoda gibt als Verbrauch 4,5 Liter an, was einem CO2-Ausstoß über 103 Gramm pro Kilometer entspricht. Als Getriebe kann dann zwischen einem Sechsgang-Handschalter oder einem Siebengang-DSG gewählt werden.

Das erfolgreichste Modell der Tschechen – 2015 machten die Octavia-Verkäufe rund 41 Prozent des Gesamtabsatzes aus, wird sich mit dem 2.0 TDI mit 150 PS messen müssen. Diese Motorisierung war der Favorit unter den Verkäufen und geht ab sofort auch mit einem Vorsprung gegenüber dem neuen Herausforderer ins Rennen.

Erstmals DCC im Skoda Octavia

In 9,9 Sekunden erreicht der Skoda Octavia 1.0 TSI Tempo 100
In 9,9 Sekunden erreicht der Skoda Octavia 1.0 TSI Tempo 100 © Skoda

Denn Skoda verbaut erstmals im Octavia die Adaptive Fahrwerksregelung DCC, mit dem der Wagen mit verschiedenen Modi auf den jeweiligen Straßenbelag eingestellt werden kann. Vorsprung für den Diesel deshalb, weil dieses System nur in den Modellen verbaut wird, die mindestens 150 PS aufbieten. Allen Modellen gleich bietet sich jetzt im Octavia die Möglichkeit, das Handy in einer so genannten Smartphone-Box induktiv aufzuladen. Zudem steht nun auch das Amundsen-Navigationssystem bereit, das die Insassen mit WLAN versorgen kann.

Und auch ein weiteres Gimmick, das bisher nur im Flaggschiff Superb zum Einsatz kam, hat den Gang in die Kompaktklasse angetreten. Unter dem Beifahrersitz liegt ein kleiner Schirm bereit, damit Fahrer und Beifahrer trocken nach Hause kommen. Da kann man einfach nur sagen: Simply Clever.

Clever ist natürlich auch wieder das Cockpit eingerichtet, das sich aber ganz stark nach den Vorgaben aus Wolfsburg richtet – und gerade deshalb einfach und intuitiv zu bedienen ist. Das Navigationssystem will auch gar nicht mehr den Octavia verlassen und kündigt kurz dem Erreichen des Ziels noch eine etwas längere Streckenlänge an.

Skoda Octavia 1.0 TSI Green Tec ab 19.090 Euro

Nicht ganz unbegründet: Denn besonders mit dem DCC wird die Fahrt selbst über eigentlich unwegsame Strecken zur Spazierfahrt. Der Modus „Comfort“ bügelt Löcher auf der Straße federleicht aus, sodass die Langstreckenqualität des Octavias, der unternehmensintern als „Brot der Marke“ bezeichnet wird, weiter erhöht wird.

Aber auch ohne die Fahrwerksregelung geht es komfortabel über den Asphalt. Selbst der Dreizylinder reicht für ein schnelles Fortkommen locker aus. Der Einstiegspreis steigt dann zwar um knappe 2000 Euro, dafür bietet der 19.090 Euro teure 1.0 TSI Green Tec viel mehr als das aktuelle Pendant mit 86 Pferdestärken, dem vor allem ein gewisser Punch fehlt. Die Preise für die Combi-Variante beginnen bei 19.750 Euro.

Und natürlich wird der ein Liter große Benziner nicht allein bleiben. Auch die kleineren Varianten vom Octavia abwärts bieten sich an, das neue Aggregat auch unter ihrer Motorhaube aufzunehmen. Auch das wäre einfach clever.






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