29. April 2014

Fahrbericht 2.0 TDI mit 184 PS Seat Leon ST: Ende mit Langeweile

Der Seat Leon ST gibt einen überzeugenden Auftritt ab.
Der Seat Leon ST gibt einen überzeugenden Auftritt ab. © Seat

Kombis müssen keine Langweiler-Autos sein. Das beste Beispiel dafür ist der Seat Leon ST. Vor allem dann, wenn man mit dem 184 PS starken Zweiliter-Topdiesel unterwegs ist. Was der Spanier zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.




Von Frank Mertens

Wer sagt eigentlich, dass Kombis langweilig aussehen müssen? Gut, wer sich den Golf Variant von VW anschaut, wird nicht gerade in Verzückung geraten, ob aufsehenerregender Formen. Dass es auch anders geht, zeigt die Konzerntochter Seat. Die Spanier, lange Zeit das Sorgenkind des Mehrmarkenkonzerns, haben sich gemausert und im Vorjahr ein sattes Absatzplus hingelegt.

So etwas gelingt nur mit attraktiven Modellen – und dazu gehört vor allem der Seat Leon, den die VW-Tochter als Kombivariante ST nennt. Das steht für "Sports Tourer" – und das kann der Kunde nicht nur mit Blick auf das dynamische Design wörtlich nehmen. Der Leon ST erweist sich vor allem dann nicht als Blender, wenn man mit dem Topdiesel unterwegs ist: der Zweiliter-Turbodiesel leistet satte 184 PS und kann sowohl mit einem manuellen Sechsganggetriebe als auch mit einem Siebengang-DSG bestellt werden.

Während der Eine mit 28.610 Euro in der Preisliste steht, werden für den Anderen 30.310 Euro fällig. So oder so ist das kein Schnäppchen, keine Frage. Doch wer es besonders sportlich mag, der muss dafür halt auch etwas tiefer in die Tasche greifen.


Empfehlenswertes DSG im Leon ST

Und sportlich kann man mit dem 2.0 TDI auch unterwegs sein, wie unsere Testfahrten zeigten, die wir mit dem DSG-Getriebe absolvierten. Der Selbstzünder erweist sich dabei als ausgesprochen laufruhiges Aggregat, das nur im kalten Zustand etwas präsenter wird. Ansonsten präsentiert sich der Vierzylinder ausgesprochen durchzugsstark – und das bereits im niedrigen Drehzahlbereich. So steht das maximale Drehmoment von 380 Nm bereits ab 1750 Touren zur Verfügung und bleibt bis 3000 Umdrehungen erhalten.

Die Seitenlinie des Seat Leon ST FR
Die Seitenlinie des Seat Leon ST FR © Seat

Wer angesichts dieses satten Drehmoments über einen zu nervösen Gasfuß verfügt, muss schon aufpassen, dass er seinem Vordermann nicht zu schnell zu nahe kommt. Etwas Umsicht auf den ersten Kilometern mit dem Leon ST wird also empfohlen. Ist die kurze Eingewöhnungsphase erst einmal abgeschlossen, bereitet dieser Kombi seinem Fahrer eine Menge Fahrspaß. So absolviert er den Sprint auf Tempo 100 in 7,8 Sekunden und die Spitzengeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 226 km/h erreicht.

Straffes Fahrwerk

Mehr braucht man nicht. Wer über soviel Power unter der Motorhaube verfügt, der erwartet dann auch ein entsprechend gut abgestimmtes Fahrwerk – und er wird nicht enttäuscht. Die Federabstimmung ist straff, aber nicht unkomfortabel, auch wenn man bei schlechten Straßenverhältnissen Querfugen doch merklich im Popometer wahrnimmt. Als störend empfindet man das nicht. Zudem gehört bei der besonders sportlichen FR-Variante das so genannte Seat Drive Profil zur Serienausstattung: damit lassen sich die drei Fahrmodi Sport, Komfort und Eco anwählen. Sie beeinflussen nicht nur die Motorkennlinien, sondern auch die Lenkung, die eine wirklich gute Rückmeldung vermittelt.

Das Heck des Leon ST
Das Heck des Leon ST © Seat

Und wie schaut der Durst des Topdiesels aus? Kommt er ansatzweise in den Bereich der in Aussicht gestellten 4,7 Liter auf 100 Kilometer? Nein, natürlich nicht – daran konnte auch das gut funktionierende Start-Stopp-System und die Auswahl des Eco-Fahrmodus nichts ändern. Am Ende standen 7,3 Liter auf dem Bordcomputer. Ein Wert, mit dem der Fahrer eines 184 PS starken Autos indes noch zufrieden sein dürfte.

Zufrieden sein kann er auch mit der Verarbeitungsqualität – hier gibt die VW-Tochter keinen Anlass zum Mäkeln. Die Materialien sehen gut aus und fühlen sich auch so an. Da wir mit der FR-Version des Leon ST unterwegs waren, war unser Testwagen zudem mit gut konturierten Sportsitzen ausgestattet. Sie bieten auch bei flotter Fahrt guten Seitenhalt. Doch kommen wir zum Platz, der ja bei einem Kombi besonders wichtig ist. Der steht ausreichend zur Verfügung; so können selbst zwei Großgewachsene im Fond bequem Platz nehmen. Und der Kofferraum bietet ein Fassungsvermögen von 555 Litern, bei umgeklappter Rücklehne sind es 1600 Liter. Das ist alles kein Klassenbestwert, aber okay - und ändert vor allem nichts an dem souveränen Auftritt des Seat Leon ST.






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