15. November 2013

Fahrbericht Marktstart Ende November Seat Leon ST: Auf Wachstumskurs mit dem Kombi

Der Seat Leon ST kommt Ende November auf den Markt. Fotos ▶
Der Seat Leon ST kommt Ende November auf den Markt. © Seat

Seat komplettiert Ende November die Leon-Baureihe mit dem Kombi. Der Sports Tourer macht dabei einen gelungenen Eindruck, wie unser Testbericht mit dem 1.4 TSI mit 140 PS zeigt.




Von Frank Mertens

Seat hat derzeit einen Lauf. Nachdem die spanische VW-Tochter das Jahr 2012 bei einem Gesamtabsatz von 321.000 Einheiten mit einem Minus von 8,3 Prozent beendet hatte, ist in diesem Jahr die Trendwende gelungen. Nach neun Monaten konnten die Spanier die Verkäufe bereits auf über 266.000 Fahrzeuge steigern, ein Zuwachs von 11,7 Prozent. Maßgeblich Anteil an diesem Erfolg hat der neue Leon. Seit seinem Marktstart vor fast genau einem Jahr hat der spanische Golf-Ableger die Verkäufe mächtig gepusht, vor allem in Deutschland, wo die Marke per Oktober auf ein Plus von fast 25 Prozent kommt und sich damit zum wichtigsten Absatzmarkt von Seat entwickelt hat.

Erst hatte Seat den Fünftürer gelauncht, dann kam das Sport Coupé und nun komplettiert der Kombi die Modellfamilie – und wird der Marke zu weiterem Wachstum verhelfen, wie Seat-Chef Jürgen Stackmann hofft. "Wir gehen davon aus, dass auf den Leon ST rund 25 Prozent der Verkäufe innerhalb des Modellmixes entfallen", sagte Stackmann bei der Fahrpräsentation des neuen Leon in Barcelona. In Deutschland, einen ausgewiesenem Kombi-Markt, dürfte dieser Anteil noch deutlich höher liegen. Hier dürfte der ST gerade bei Flottenkunden ankommen.


Leon ST startet am 23. November

Denn Seat schickt den Kombi ab dem 23. November mit effizienten Motoren an den Start, bei denen die CO2-Emissionen deutlich reduziert wurden. So kommt der 1.6 TDI Ecomotive, so nennen die Spanier ihre Spritsparmodelle, mit seinen 110 PS auf einen Verbrauch von 3,3 Liter auf 100 Kilometern. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von gerade einmal 85 g/km. Zugleich wird es ab dem kommenden Jahr auch eine Erdgasvariante geben: der 1.4 TGI mit 110 PS kommt auf einen CO2-Wert von 94 g/km. Eine Strecke von 100 Kilometern soll hier für 3,50 Euro zurückgelegt werden können.

Doch neben effizienten Motoren bringt der ST vor allem alles mit, was bereits die beiden Familienmitglieder der Modellfamilie auszeichnet. Ein ausgesprochen gutes Fahrverhalten und einen Innenraum, der angesichts seiner Verarbeitungsqualität und der verwendeten Materialien Wohlfühlatmosphäre verbreitet. Die Zeiten, in denen man sich in einem Seat über zu viel Hartplastik-Ambiente an der Mittelkonsole und in der Türverkleidung stören musste, sind vorbei. Wer jetzt im Leon Platz nimmt, dürfte wenig finden, was ihn stört. Den Vergleich zum VW Golf, dem Referenzmodell in der Kompaktklasse, braucht der Leon hier nicht zu scheuen.

Kofferraumvolumen von 578 Liter

Das Cockpit des Leon ST
Das Cockpit des Leon ST © Seat

Vor allem aber bietet er einen hohen Nutzwert. Also das, was der Kombi-Käufer von so einem Auto erwartet. Da ist zunächst der Kofferraum: er bietet ein Ladevolumen von 578 Litern, bei umgelegten Rücksitzen stehen sogar 1470 Liter zur Verfügung. Angesichts dieses Gepäckvolumens steht dem Familienurlaub nichts im Weg. Doch auch im Innenraum finden die Mitreisenden ausreichend Platz vor – selbst im Fond. Hier können auch Großgewachsene bequem sitzen, ohne mit Kopf oder Knie irgendwo anzustoßen. Die Sitze im Leon ST sind dabei straff, aber nicht unbequem, passen damit aber auch gut zur sportlichen Charakteristik dieses Kombi.

Er bietet eine direkt ansprechende Lenkung, die eine gute Rückmeldung zur Straße vermittelt. Zugleich bieten die Spanier auch optional eine Progressivlenkung als Bestandteil des Dynamik-Pakets an: sie verringert beispielsweise bei langsameren Tempo in der Stadt die Lenkarbeit und offeriert bei Kurvenfahrten eine größere Dynamik. Wer hier dann mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC unterwegs ist, der kann dann auch noch das Fahrprofil seinen fahrerischen Bedürfnissen individuell anpassen. Es stehen die Fahrmodi Sport, Comfort und Eco zur Wahl. Leider steht dieses Paket bisher nur für den 1.8 TSI mit 180 PS und den 2.0 TDI mit 184 PS zur Verfügung.

Vielzahl von Fahrassistenzsystemen

Daneben verfügt der Leon ST über eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen, die helfen, den Fahrer zu entlasten. Dazu zählt neben einem Spurwechselassistenten, ein Fernlichtassistent, eine Müdigkeitserkennung und die adaptive Geschwindigkeitserkennung ACC mit City-Notbremsfunktion (560 Euro). Mit ihr lässt sich ein vorgewählter Abstand zum Vordermann in einem Tempobereich zwischen 30 und 160 km/h eingestellt werden. Das System ermöglicht es mit einem Direktschaltgetriebe ausgestattetem Fahrzeug sogar, automatisch bis zum Stillstand abzubremsen. Das sind Nettigkeiten, die die tägliche Fahrt erleichtern helfen. Doch wie fährt sich der neue Leon ST denn nun? Gut, so gut, wie man es bereits von seinen zwei Familienmitgliedern kennt, wie unsere Testfahrten mit dem 1.4 TSI mit 140 PS zeigten.

Das Heck des Leon
Das Heck des Leon © Seat

Das Aggregat macht seine Sache bestens und lässt nicht das Gefühl aufkommen, dass man doch lieber zum 40 PS stärkerem 1.8 TSI zugegriffen hätte. Mit seinem maximalen Drehmoment von 250 Nm (es liegt zwischen 1500 bis 3500 Umdrehungen an) lässt es sich ausgesprochen schaltfaul unterwegs sein. Eigentlich schade, denn das manuelle Sechsganggetriebe ist derart knackig abgestimmt, dass es Spaß macht, den Schalthebel zu bedienen. Das der Seat auf Sportlichkeit ausgelegt ist, beweisen auch seine Sprintfähigkeiten: so erreicht er in 8,4 Sekunden Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 211 km/h erreicht. Und der Verbrauch: er wird mit 5,9 Litern angegeben. Bei den Testfahrten lag dieser Wert indes um rund 1,5 Liter höher, bei indes flotter Fahrweise.

Wer mit dem von uns gefahrenem 1.4 TSI in der Ausstattungsvariante Style unterwegs sein will, der muss dafür mindestens 22.370 Euro auf den Tisch des Seat-Händlers legen. Der Einstieg in die Kombi-Welt beim Leon ST beginnt bei 16.640 Euro. Dafür bekommt man den 1.2 TSI mit 86 PS. Eine Motorisierung, von der man dann indes nicht allzuviel erwarten sollte. Am Ende der Skala stehen bei den Benzinern, wie bereits erwähnt, der 1.8 TSI FR (ab 25.570 Euro) und bei den Selbstzündern der 2.0 TDI FR mit 184 PS (ab 28.490 Euro). Das ist dann alles andere als günstig, aber dafür kann man dann aber auch mit einem recht überzeugendem Auto vom Hof des Händlers rollen.






Mehr zur Marke Seat

Kompaktsportler mit 310 PSSeat bringt stärksten Serien-Leon Cupra R

Seat präsentiert auf der IAA mit dem Leon Cupra R das stärkste Serienfahrzeug in der Geschichte der spanischen VW-Tochter. Allerdings ist der um weitere zehn PS verstärkte Kompaktsportler nur eine gewisse Zeit erwerbbar.


Besser als der SharanSeat Alhambra: Gebeutelter Lastesel

Der Seat Alhambra lässt bei der HU seinen Genspender hinter sich. Und doch ist der Familienvan als Gebrauchter anfällig für gewissen Macken – angesichts seiner intensiven Nutzung auch kein Wunder.


Spanische Schwester des VW GolfSeat Leon: Jünger ist besser

Der Seat Leon fristet in Deutschland ein Nischendasein im Schatten des Golfs. Dabei entpuppt sich die aktuelle Generation als lohnenswerte Alternative zum Klassiker aus Wolfsburg.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.