9. Oktober 2013

Fahrbericht Dreitürer mit guten Verbrauchswerten Seat Leon SC: Dynamiker unter den Kompakten

Der Seat Leon SC sorgt für einen schnittigen Auftritt. Fotos ▶
Der Seat Leon SC sorgt für einen schnittigen Auftritt. © Seat

Die VW-Tochter Seat befindet sich in Deutschland in der Erfolgsspur. Überraschen wird dies keinen, der bereits einmal mit einem Leon unterwegs gewesen ist. Wir haben das Sportcoupé mit 122 PS getestet.




Von Frank Mertens

Seat hat einen Lauf. Es vergeht kaum ein Monat, in dem die VW-Tochter nicht mit positiven Absatzzahlen auf sich aufmerksam macht. Nach neun Monaten glänzen die Spanier trotz eines rückläufigen Gesamtmarkts in Deutschland bei einem Gesamtabsatz von fast 62.000 Einheiten mit einem Zuwachs von fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dass Seat derzeit so gut dasteht, ist kein Wunder. Denn die Modelle überzeugen. Sei es nun der Mii, der Ibiza oder der Leon: Seat hat den Geschmack der Kunden getroffen. Zu was die Marke in der Lage ist, zeigt insbesondere das Kompaktklassemodell Leon.

Es überzeugt nicht nur durch ein dynamisches Design, sondern vor allem durch seine souveränen Fahrleistungen, wie unser Test mit dem Seat Leon SC mit dem 1.4 TSI-Motor mit 122 PS zeigt. SC, das steht für Sportcoupé – und wer sein Fahrzeug mit diesen zwei Buchstaben versieht, der ist natürlich in einer Bringschuld. Ein Kompaktmodell, dem mit Blick auf die Sportlichkeit bereits nach den ersten Metern die Luft ausgeht, erwartet schließlich niemand, der sich für den Dreitürer der Spanier entscheidet. Entsprechend sollte man sich auch nicht lange damit aufhalten, ob nicht doch auch der 1.2 TSI mit 86 PS (ab 14.850 Euro) reicht. Damit kommt man zwar auch problemlos von A nach B, doch mit der Sportlichkeit, die der Außenauftritt des Leon SC verspricht, ist es dann nicht so weit her. Hier lautet dann das Motto eher „Mehr Schein als Sein“ – und wer möchte das schon.


Leon SC mit 122 PS bestens motorisiert

Wer also nicht als Blender dastehen will, der ist mit 122 PS gut beraten, sehr gut sogar. Denn der Vierzylinder-Turbobenziner erweist sich bei den Testfahrten als ausgesprochen agiles Aggregat, mit dem man nicht nur bequem im Stadtverkehr dahingleiten kann, sondern auch auf der Autobahn recht flott unterwegs sein kann. Doch der Reihe nach: Der 1.4er-TSI stellt ein maximales Drehmoment von 200 Nm bereit, die über ein Drehzahlband von 1400 bis 4000 Umdrehungen zur Verfügung stehen.

Das Cockpit im Seat Leon SC
Das Cockpit im Seat Leon SC © Seat

Das reicht, um recht schaltfaul unterwegs zu sein. Das ist eigentlich schade. Denn das manuelle Sechsganggetriebe macht einen wirklich guten Job: die Gänge sind kurz abgestimmt und lassen sich präzise einlegen. Da gibt es nichts zu Meckern. Das trifft auch auf die Lenkung zu, die sehr direkt anspricht und damit sehr gut zur Charakteristik dieses Kompaktsportlers passt. Wer sich für das besonders auf sportlich getrimmt FR-Modell der Spanier entscheidet, kann sich über das Seat Drive Profil freuen: hier stehen mit Komfort, Sport und Eco gleich drei verschiedene Fahrmodi zur Wahl, mit der sich der Leon SC auf das gewünschte Profil einstellen lässt.

Straff abgestimmtes Fahrwerk

Doch auch ohne dieses Feature kann man im Leon SC hervorragend unterwegs sein. Das Fahrwerk hält selbst sportlichen Ansprüchen stand. Es ist zwar straff abgestimmt, aber keineswegs unkomfortabel. Die Fahrdynamiker haben hier einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort gefunden. Und wer es in dem Leon SC auch mal flotter mag, kein Problem – in 9,1 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 202 km/h erreicht.

Auf dem Weg dorthin, erlaubt sich der Vierzylinder keine Schwächen, drängt kraftvoll nach vorn und erweist sich dabei als ausgesprochen kultiviert. Das trifft auch auf den Verbrauch des Leon SC zu: zwar wird der in Aussicht gestellte Drittelmix von 5,2 Litern (CO2-Wert 120 g/km) trotz eines gut funktionierenden Start-Stopp-Systems nicht erreicht, doch die am Ende erzielten 6,4 Liter sind für ein Auto mit dieser Leistung mehr als akzeptabel. Nichts auszusetzen gibt es auch am Platzangebot im Leon SC. Selbst im Fond können zwei Erwachsene bequem sitzen und das Kofferraumvolumen von 380 Litern ist auch nicht zu beanstanden.

Der Seat Leon SC
Der Seat Leon SC © Seat

Nachdem in der Vergangenheit häufig Kritik an der Wertigkeit des Innenraums bei Seat geäußert wurde, ist das beim Leon kein Thema mehr: die Materialien sehen wertig aus, fassen sich gut an und sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre. Kein Wunder, dass Seat derzeit einen derart guten Lauf hat. Das einstige Sorgenkind von VW ist auf dem besten Weg, sich zu einem Musterschüler im Mehrmarkenkonzern aus Wolfsburg zu entwickeln. Wer einen Seat Leon SC mit dem 122 PS starken 1.4 TSI-Motor fahren will, muss dafür mindestens 19.920 Euro bezahlen. Das ist jetzt zwar kein Schnäppchen mehr, aber dafür bekommt man ein rundum überzeugendes Fahrzeug.






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