18. Februar 2016

Fahrbericht Neues Topmodell der VW-Tochter Seat Leon Cupra 290: Mit der Seele eines Sportwagens

Der Seat Leon Cupra 290 überzeugt mit seiner Fahrdynamik. Fotos ▶
Der Seat Leon Cupra 290 überzeugt mit seiner Fahrdynamik. © Seat

Seat hat dem Leon Cupra eine Leistungsspritze verpasst. Der Kompaktsportler der Spanier wartet nun mit seinem 2.0 TSI-Motor mit 290 PS auf. Hört sich gut an. Fährt sich auch so, wie unser Fahrbericht zeigt.




Von Frank Mertens

Zwischen der Premiere des Seat Leon Cupra 2.8 V6 und dem Seat Leon Cupra 290 liegen 16 Jahre. Es ist eine Zeitspanne, in der das sportlichste Modell der Spanier von Generation zu Generation zugelegt hat und in der die Verantwortlichen jedes neue Modell mit dem Zusatz „Der schnellste Cupra aller Zeiten“ vorgestellt haben. So war es auch in diesen Tagen in Barcelona, wo die VW-Tochter den Cupra 290 präsentierte.

War der erste Leon Cupra im Jahr 2000 noch mit einem V6 Motor mit 204 PS und einem maximalen Drehmoment von 270 Nm unterwegs, sind es beim Neuen mit seinem 2.0 Liter TSI-Motor satte 290 PS und 350 Nm. Das ist eine Leistung, die sich vielversprechend anhört. Aber kann der Leon auch halten, was er auf dem Papier verspricht? Schließlich ist Leistung nicht alles.


Spagat gelungen

Er kann. Den Spaniern ist der Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort gelungen. Das war auch eines der Entwicklungsziele. So sollte der neue Leon Cupra dem Wunsch der Kunden „nach einem alltagstauglichen Auto mit der Seele eines Sportwagens“ erfüllen, wie Seat-Entwicklungsvorstand Matthias Rabe sagte. Der Kunde kann sich freuen, dass dieses Ziel konsequent umgesetzt wurde. So lässt sich der Cupra im Stadtverkehr von Barcelona komfortabel bewegen Das Fahrwerk ist ausgewogen, absorbiert schlechte Straßenverhältnisse souverän.

Das Cockpit im Leon SC Cupra
Das Cockpit im Leon SC Cupra © Seat

Das liegt auch an den vier wählbaren Fahrmodi (Komfort, Sport, Cupra, Individual). Der Fahrer kann so mittels Tastendruck das für ihn geeignete Fahrprofil wählen – für die Stadt, wie wir, halt den Komfortmodus.
Doch dieser Leon Cupra kann auch anders. Und wie. Die 290 PS, die der Zweiliter-Turbobenziner bereithält, sind eine Ansage. Gepaart mit dem zwischen dem breiten Drehzahlband von 1700 bis 5800 Touren anliegenden maximalen Drehmoment von 350 Nm ist dieser Leon Cupra ein richtiger Spaßmacher. Wer auf der Landstraße das Gaspedal durchdrückt, wird mit Vehemenz in die gut konturierten Sportsitze gedrückt. Untermalt wird dies durch einen satten Motorsound, für den die neue Abgasanlage verantwortlich ist.

Gemacht für die Landstraße

Das Heck des Cupra 290
Das Heck des Cupra 290 © Seat

Gut, dieser neue Leon Cupra macht auch auf der Rennstrecke eine gute Figur, wie die von Jordi Gené am 18. Oktober 2014 gefahrene Rundenzeit von 7:58:44 Minuten auf dem Nürburgring zeigt. Aber seien wir ehrlich: Wer von uns ist schon häufig auf der Rennstrecke – also bleiben wir lieben dort, wo man auch ein solches Auto neben der Stadt fährt – auf der Landstraße. Und hier entfaltet der Alltagsportler der Spanier seine ganzen Stärken, wie eine Fahrt auf einer von der spanischen Polizei abgesperrten Strecke zeigte. In dem von uns gefahrenem Leon SC Cupra vergehen gerade einmal 5,7 Sekunden bis Tempo 100. Doch noch besser als diese Sprintfähigkeiten ist die Fahrdynamik.

Satt liegt dieser Kompaktsportler auf der Straße, die Lenkung ist je nach Fahrmodus ausgesprochen direkt und vermittelt dem Fahrer so eine gute Rückmeldung. In schnell gefahrenen Kurven beweist der Leon Cupra dank seines Sperrdifferentials Spurtreue und gibt dem Fahrer damit ein Gefühl, alles im Griff zu haben. Was kann man von einem Auto schon mehr verlangen. Ach ja: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h an und der Verbrauch liegt theoretisch bei 6,7 Litern mit Handschalter oder 6,5 Litern mit DSG.

Damit auch alle Kunden das für ihre Bedürfnisse passende Modell finden, bietet Seat den Leon Cupra 290 in drei Modellvarianten an: Den SC (Basispreis 33.120 Euro mit manuellem Sechsganggetriebe), den 5-Türer (ab 33.620 Euro) oder auch den Kombi (ab 34.750). Der ST ist zwar zugleich auch der teuerste Cupra, aber auch der praktischste, wenn man denn auch Familie hat und dieses Auto nicht nur als persönlichen Spaßmacher betrachtet. Doch für welche Variante man sich auch entscheidet: dieser neue Cupra 290 sorgt für reichlich Fahrspaß, auch wenn man dafür doch etwas tiefer in die Tasche greifen muss.






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