17. November 2015

Fahrbericht Rennsemmel mit 192 PS Seat Ibiza Cupra: Verkehrte Welt

Der Seat Ibiza ist nun mit 192 PS unterwegs. Fotos ▶
Der Seat Ibiza ist nun mit 192 PS unterwegs. © Seat

Seat schickt im Januar die neue Generation des Ibiza Cupra passend zum 20-jährigen Jubiläum auf den Markt. Das Geburtstagskind wartet mit einigen Überraschungen auf.




Von Frank Mertens

Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können: Passend zum 20-jährigen Jubiläum des Seat Ibiza Cupra bringt der spanische Autobauer die neue Generation seiner kleinen Rennsemmel auf den Markt. Der sportliche Kleinwagen der VW-Tochter wird dann mit einigen Überraschungen aufwarten. Dazu gehört vor allem der neue Motor.


Upsizing statt Downsizing

Nein, er setzt nicht wie in diesen Tagen üblich auf Downsizing, sondern spielt mit Upsizing verkehrte Welt. Statt wie bislang ein 1.4 TSI sorgt im neuen Ibiza Cupra ein 1.8 TSI für Vortrieb. Wie es sich gehört, verfügt er entsprechend auch über ein Mehr an Leistung. Während das alte Aggregat es auf 180 PS brachte, sind es beim Jubiläumsmodell satte 192 PS.

Und nicht nur das: Auch das maximale Drehmoment des 1184 Kilogramm schweren Modells wurde um immerhin 70 Nm auf nun 320 Nm (1450 bis 4200 Touren) gesteigert. Das sorgt dafür, dass der Cupra mit noch mehr Kraft an der Vorderachse zerrt und den Kleinwagen mächtig nach vorne schiebt.

Kein Allrad im Angebot

Das Cockpit des Cupra
Das Cockpit des Cupra © Seat

Damit die Kraft auch nicht verpufft, kommt im Cupra eine elektronische Differenzialsperre – von den Spaniern XDS genannt – zum Einsatz. Sie macht einen guten Job, wie die Testfahrten rund um Barcelona zeigten. Statt durchdrehenden Rädern bringt der Kleine seine Kraft doch recht souvän auf die Straße und spurtet in gerade einmal 6,7 Sekunden auf Tempo 100. Wer will, der kann mit dem neuen Cupra bis 235 km/ schnell unterwegs sein. Allradantrieb ist noch nicht einmal optional erhältlich.

Doch die Fans des Ibiza Cupra wird dies kaum stören, denn mit seinem Frontantrieb bietet er ein pures Fahrerlebnis. Auch wenn man merkt, dass der Ibiza beim Beschleunigen deutlich an der Vorderachse zerrt und bei flotten Kurvenfahrten doch leicht untersteuert, hat man nicht das Gefühl, dass er überfordert ist. Dieser Cupra vermittelt seinem Fahrer ein sicheres Gefühl.

Ein Doppelkupplungsgetriebe wird für den Cupra übrigens nicht mehr angeboten. Doch das gut abgestimmte manuelle Sechsganggetriebe verrichtet seine Aufgaben zur Zufriedenheit.

Imagebildung für die Marke

Das Heck des Cupra
Das Heck des Cupra © Seat

Obwohl der neue Cupra nicht nur über mehr Leistung und eine bessere Ausstattung als sein Vorgänger verfügt, ist er mit 23.060 Euro sogar um 700 Euro günstiger geworden. Das stimmt Deutschland-Chef Bernhard Bauer zuversichtlich, dass der neue Cupra den Erfolg des Ibiza Cupras fortsetzen wird. Neu im Cupra ist die serienmäßige Fahrprogrammwahl "Cupra Drive Select" mit verstellbaren Dämpfern und der bereits erwähnten elektronischen Differenzialsperre.

Seit dem Marktstart im Jahr 1996 wurden mittlerweile mehr als 20.000 Einheiten des kleinen Sportwagens abgesetzt. „Das ist ein Absatz, mit dem wir sehr zufrieden sind“ sagt Bauer. Vor allem aber, so der Deutschland-Chef, trage der Ibiza Cupra viel zur Imagebildung der Marke bei. Angesichts eines Altersdurchschnitts von nur 42 Jahren des Seat-Kunden spielt Sportlichkeit eines Modells dabei eine wichtige Rolle.






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