17. Dezember 2015

Fahrbericht Als Grand Combi Renault Trafic: Personentransporter mit Lkw-Charme

Der Renault Trafic Grand Combi ist trotz seiner Größe sehr agil
Der Renault Trafic Grand Combi ist trotz seiner Größe sehr agil © AG/Flehmer

Der Renault Trafic Grand Combi bietet bis zu neun Personen Platz plus reichlich Raum für Gepäck. Den Nutzfahrzeug-Charakter kann der 5,40 Meter lange Personentransporter aber nicht verleugnen.




Von Thomas Flehmer

Es soll ja vorkommen, dass man auf großen Parkplätzen oder in Parkhäusern sein abgestelltes Auto nach dem Einkaufen nicht wiederfindet. Beim Renault Trafic besteht diese Gefahr nicht. Das liegt nicht zuletzt allein an der Karosserieform des 5,40 Meter langen Grand Combi. Denn die dritte Generation fällt zuerst durch seine auffallenden Farben auf. Je nach Gusto muss man sich an das strahlende Grün erst einmal gewöhnen, mit dem sich der Trafic mehr ins Pkw-Segment hineinwagen möchte.


Platz für bis zu neuen Personen im Renault Trafic

Bis zu neun Personen finden dabei auf insgesamt drei Sitzbänken Platz. Und gerade bei der langen Version L2, die um 40 Zentimeter länger ausfällt als in der normalen Variante L1, passt noch locker das Gepäck der reisenden Personen in den Kofferraum. Zwischen einem und 3,2 Kubikmetern könnten verstaut werden. Bei dem letzten Wert müsste allerdings die dritte Sitzreihe entfernt werden.

Die Insassen selbst müssen während der Fahrt Abstriche beim Komfort machen. Schon beim Zuschlagen der Türen klappert es blecherner als in einem Pkw. Die Dämmung ist ebenfalls nicht so dick, sodass die Motorengeräusche in den Innenraum dringen, was aber zumindest dem hoch sitzenden Fahrer einige Gefühle von Lkw-Romantik hochkommen lässt.

Renault Trafic schnell auf Betriebstemperatur

Das Cockpit des Renault Trafic ist funktional eingerichtet
Das Cockpit des Renault Trafic ist funktional eingerichtet © AG/Flehmer

Die „King of the Road“-Momente werden durch das große Lenkrad und das auf Praxis ausgelegte Armaturenbrett verstärkt. Und auch während der kalten Jahreszeit sollten die Mäntel länger als üblich anbehalten werden, da die Heizung doch ein wenig länger benötigt, den Innenraum auf Temperatur zu bringen.

Schnell auf Betriebstemperatur ist dagegen der 103 kW/140 PS starke Commonrail-Diesel, der seine Kraft lediglich aus 1,6 Litern Hubraum schöpft. Das maximale Drehmoment von 340 Newtonmetern liegt bereits bei 1500 Umdrehungen an, sodass der Trafic recht kraftvoll zur Sache kommt. Bereits nach 10,8 Sekunden hat der knapp zwei Tonnen schwere Diesel Tempo 100 erreicht und kann bis 180 Stundenkilometern auf der linken Autobahnspur mithalten.

Renault Trafic im Verbrauch sparsam

Viel Platz bietet der Renault Trafic
Viel Platz bietet der Renault Trafic © AG/Flehmer

Dass trotz der Werte der Trafic nicht zum Sportwagen mutiert, sollte nicht überraschen. Denn mit seinen 5,40 Metern Länge sowie 1,97 Metern Höhe und 1,96 Metern Breite ist der Kasten gerade auf der Autobahn sehr windanfällig, sodass eine vorsichtige Fahrweise sich anbietet. Und in der Stadt müssen die Kurven etwas größer genommen werden, damit auch wirklich jeder Zentimeter die Kurve ohne Beulen nehmen kann. Aber dank der vielen und großen Scheiben ist die Übersicht gut und man gewöhnt sich schnell an das lange Mobil.

Sehr erfreulich ist der Verbrauch in der Stadt gewesen. Mit 6,5 Litern lag er unter den angegebenen 7,2 Litern bei allerdings vielen Kilometern auf der Stadtautobahn – trotzdem sehr erfreulich und Kosten schonend. Dafür ist die Anschaffung des Grand Combi in der Ausstattung Expression mit 35.105 Euro kein Zuckerschlecken. Sind dann noch Nebelscheinwerfer mit Licht- und Regensensor und verglaste Hecktüren dabei sowie die Klimaanlage mit einem Schnellheizer, Einparkhilfe und Navi an Bord, müssen schon 38.685 Euro investiert werden, damit man keine Angst haben muss, sein Auto in Parkhäusern nicht wiederzufinden.






Mehr zur Marke Renault

Kleinbus mit 50 verschiedenen KonfigurationenRenault Trafic Spaceclass avanciert zum rollenden Konferenzraum

Renault verwandelt den Trafic Spaceclass in einen rollenden Konferenzraum. Der auf Komfort getrimmte Kleinbus der Franzosen soll vor allem als Hotel-,VIP- oder Taxi-Shuttle unterwegs sein.


Elektroauto-PrämieWeiterhin verhaltene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen

Die Prämie für Elektroautos hat auch neun Monate nach der Einführung nicht den erhofften Schwung in den Markt der alternativen Antrieb gebracht. Der Renault Zoe ist derzeit das meistgefragte Elektroauto, bei den Herstellern müssen sich die Franzosen mit dem zweiten Rang begnügen.


Unterschiede unter RealbedingungenBehörde wirft Renault Betrug bei Abgastests vor

Nach übereinstimmenden Medienberichten wirft die französische Anti-Betrugsbehörde dem Autobauer Renault „betrügerische Strategien“ bei Abgastests vor. Der Hersteller weist dies entschieden zurück.



Mehr aus dem Ressort

Volvo XC60
Marktstart im JuliVolvo XC60: Neues Ärgernis für Audi und Co.

Wer sorgt bei den Mittelklasse-SUVs in Europa für eine Erfolgsgeschichte? BMW? Audi? Mercedes? Nein, es ist Volvo mit dem XC60. Nun bringen die Schweden die neue Generation ihres Bestsellers auf den Markt.


Für ein Jahr gibt es den Jaguar F-Type als 400 Sport
Dezentes FaceliftJaguar F-Type 400 Sport: Traumwagen auf Zeitreise

Jaguar hat den F-Type sehr dezent überarbeitet. Mit einem Sondermodell erhöhen die Briten die Typenvielfalt des Traumwagens auf 28 Varianten – aber nur für begrenzte Zeit.


Honda bringt den Civic auch als Viertürer
Limousine mit großem KofferraumHonda Civic Stufenheck: Auf der Suche nach Accord-Kunden

Honda hat den neuen Civic auch als Stufenheck-Limousine im Angebot. Die Japaner hoffen dabei auf mittlerweile heimatlose Kunden des früheren Schwestermodells.