9. Januar 2017

Fahrbericht 40 PS für 7390 Euro Porsche Macan Turbo: Verstärkte Performance

Porsche spendiert dem Macan 40 zusätzliche PS
Porsche spendiert dem Macan 40 zusätzliche PS © Porsche

Porsche schärft den Macan nach. Mit einem Performance-Paket wird nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch der Spaßfaktor des Einsteiger-SUV noch einmal gesteigert.




Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt plötzlich ein Performance-Paket her. So geschehen beim Porsche Macan. Bisher hielt die Porsche-Mannschaft ihr Einsteiger-SUV mit 294 kW/400 PS für stark genug. Und nun gibt es doch noch ein ansehnliches Leistungsplus von 40 Pferden für schlappe 7390 Euro. Somit erreicht der Macan dann einen Listen-Preis von 91.142 Euro. Dass das Werk seinen Verbrauch mit 9,4 Litern auf 100 km im gemittelten NEFZ beziffert, dürfte dem Gros der Klientel wohl wenig Kopfzerbrechen bereiten.

Aufhorchen werden die Interessenten vielmehr angesichts der leistungsfähigeren Bremsanlage und der obligatorischen Tieferlegung. Der Power-Turbo fällt auf – akustisch und visuell. Dezente optische Akzente setzen gelb lackierte Bremssättel, die durch die schicken Alus mit dem Vielloch-Design blitzen. Und vor allem hört man den 3,6 Liter großen Sechszylinder durch den serienmäßigen Sportauspuff atmen, die beiden Turbolader stehen betörenden Maschinentönen jedenfalls nicht im Wege, wenn man die Sounddesigner nur werkeln lässt.


Mehr Traktion per Allradtaste

Unsere Begegnung mit dem stärksten Macan erfolgte recht ungewöhnlich in der Nähe des Polarkreises. Doch ganz oben im Norden Europas, da sind SUV wenigstens sinnvoll, denn die Schneedecke ist hier über die Wintermonate meist zuverlässig geschlossen. Perfekt für einen mehr oder weniger kompakten Allradler, der sich nicht unbedingt auf anspruchsvollen Offroadstrecken, durchaus aber auf der weißen Pampe wohlfühlt. Diese widrigen Wetterbedingungen lassen die Lamellenkupplung im Zentraldifferenzial richtig malochen, und wer weitere 1487 Euro investiert, bekommt sogar eine mechanische Quersperre für die Hinterachse, um auf einseitig glatten Pisten fahrstabiler unterwegs zu sein.

Die per Elektronenhirn gesteuerte Kraftverteilung erfolgt ohne Zutun des Fahrers – der kann den Macan, vorausgesetzt, er agiert mit feinfühligem Gasfuß, relativ sicher über die glatten Pisten manövrieren. Sollte es mal ganz dicke kommen, besteht die Möglichkeit, den 4x4 per Allradtaste noch intensiver auf Traktion zu trimmen. Bis 80 km/h ist dieser Modus aktiv, in dem die Momentenverteilung zwischen den beiden Achsen noch schneller erfolgen soll.

Zusätzlicher Komfort dank Luftfederung

In 4,4 Sekunden erreicht der Macan Tempo 100
In 4,4 Sekunden erreicht der Macan Tempo 100 © Porsche

Doch machen wir uns nichts vor, die Sternstunde der Testfahrt kommt, wenn die Piste auf der Hauptroute einmal kurz schneefrei ist und der graue Asphalt durchschimmert. Dann kann man den Sechsender bei maximalem Grip kurz wüten lassen und voll durchbeschleunigen. Jetzt packen die 440 PS zu, reißen den noblen Praktiker gen Horizont und lassen die Nackenmuskulatur der Insassen erstraffen. Rasante 4,4 Sekunden bis Landstraßentempo vermeldet das Datenblatt unter Schützenhilfe des hier selbstverständlichen Sport-Chrono-Paketes. Dieses sonst aufpreispflichtige Feature verfügt, dass die Gaspedalkennlinie noch etwas strammer ausfällt und auch alle restlichen Komponenten wie Fahrwerk und Lenkung auf sportliche Gangart geeicht werden.

Glaubt man den hauseigenen Fahrwerk-Spezialisten, soll ein Macan ja auch hervorragend für kurvige Passagen taugen – sogar auf Rennstrecken soll er sich gut schlagen, vor allem mit dem absenkbaren Luftchassis. Das klingt ein wenig schräg, ist es vermutlich auch, denn für solche Zwecke bietet die Marke ja durchaus besser geeignete Fahrzeuge. Dennoch gibt es einen guten Grund, die Luftfederung für weitere 1240 Euro zu ordern. Nämlich Komfort. Der sowie der Nutzwert sind am Ende des Tages wohl die ausschlaggebenden Argumente für den Macan.

Alltagstauglicher Macan

Üppige Sessel empfangen die Insassen des Macan
Üppige Sessel empfangen die Insassen des Macan © Porsche

Mit der Luftfederung, die im Gegensatz zu den einfachen verstellbaren Dämpfern auch die Federrate ändern kann, behält der Porsche sein souveränes Fahrverhalten selbst in beladenem Zustand weitgehend bei. Das mögen vier Personen sein, die im kleinsten SUV aus Zuffenhausen ein durchaus geräumiges Plätzchen finden oder Ladegut aus dem Baumarkt, welches bei sich ansehnlichen 1500 Litern Gepäckraumvolumen kommod unterbringen lässt.

Kommod weilt auch die menschliche Fracht auf den üppigen Sesseln, sieht ja fast so aus, als sei der Macan die eierlegende Wollmilchsau. Ein bisschen ist das auch so, denn es soll ja Leute geben, deren Budget bei satten 100.000 Euro für den Alltagswagen dann doch allmählich ausgereizt ist – und dann ist der Elfer gestrichen. Kein Problem, mit dem stärksten Macan kann man komfortabel reisen, ganz gut transportieren, zügig über windungsreiche Landstraßen strömen und es auf der Autobahn auch mal hemmungslos krachen lassen. So sieht wohl ein unvernünftiges Vernunftauto aus. (SP-X)






Mehr zur Marke Porsche

Limitierte Sportwagen-EditionPorsche vergoldet 911 Turbo S exklusiv

Porsche legt ein Sondermodell des 911 auf. Die Topvariante der „Exclusive Series“ ist dabei auf 500 Exemplare limitiert. Die dazu gehörige Armbanduhr gibt es zum Preis eines Kleinstwagens extra.


Alfa Romeo Spider im TrendWertentwicklung von Young- und Oldtimern: Geheimtip Saab

Der Saab 900 der ersten Generation wird in den kommenden Jahren enorm an Wert zulegen. Dagegen scheint die Preisexplosion bei luftgekühlten Porsche-Modellen vorbei zu sein.


Prognosen bleiben unverändertVW-Hauptaktionär Porsche SE steigert Gewinn um 49 Prozent

Die Porsche SE hat vom Aufschwung bei Volkswagen profitiert. So stieg das Konzernergebnis nach Steuern um 49 Prozent auf 986 Millionen Euro an.



Mehr aus dem Ressort

Der Renault Kangoo Z.E. 33 schafft bis zu 270 Kilometer mit einer Ladung
Nutzfahrzeug mit 270 Kilometern ReichweiteRenault Kangoo Z.E. 33: Länger durch die City

Renault hat die Batterieleistung des Kangoo Z.E. deutlich erhöht. Mit einer sinnvollen Vernetzung kann das Potenzial des elektrischen Hochdachkombis noch stärker ausgeschöpft werden.


Vierzylinder-Hybrid mit 232 PSLexus IS 300h F-Sport: Möchtegern-Sportler

Mit dem Lexus IS 300h F-Sport bieten die Japaner einen Vollhybriden an, der mit seinem Namen etliche Erwartungen weckt. Doch nach den Testfahrten bleibt festzuhalten: erfüllen kann er sie leider nicht alle.


Nissan hat dem Qashqai ein neues Aussehen verliehen
Facelift für Crossover-PionierNissan Qashqai: Schönheitskur für den Spitzenplatz

Nissan hat den Qashqai vor allem optisch neuen Glanz verliehen. Technische Neuerungen für den unternehmenseigenen Bestseller sind zwar in der Pipeline, aber noch nicht im Crossover.