30. Oktober 2017

Fahrbericht Dieselmotor kommt später Porsche Cayenne: Einmal um die ganze Welt

Porsche hat den Cayenne völlig neu konzipiert Fotos ▶
Porsche hat den Cayenne völlig neu konzipiert © Porsche

Porsche bringt die dritte Generation des Cayenne auf den Markt. Das Premium-SUV hat seine Formensprache beibehalten, ist aber völlig neu konzipiert.




Von Thomas Flehmer

Es muss schon die ganze Welt sein. Ab dem kommenden Frühjahr startet Porsche mit der dritten Generation des Cayenne in mehreren Etappen in 80 Tagen um die Welt. Das neue SUV soll dabei nicht nur den teilnehmenden Kunden eindrucksvoll beweisen, dass auch die aktuelle Variante allen Klimazonen und Gegebenheiten Stand halten kann.

Denn der neue Cayenne hat zwar seine Formsprache erhalten, wurde aber völlig neu konzipiert, da sich in den vergangenen sieben Jahren seit dem Start der zweiten Generation im Jahr 2010 die automobile Welt rasant verändert hat.


Porsche Cayenne mit adaptivem Dachspoiler

Für die neuen Herausforderungen wurde auch das Kleid des technisch mit dem Audi Q7 und Bentley Bentayga verwandten Premium-SUV neu gestaltet. Um 6,3 Zentimeter länger sowie einen Zentimeter flacher ist die neue Version ausgefallen. Und was so ein Zentimeter aus: Der neue Cayenne sieht mit seinen 1,70 Metern sehr viel dynamischer aus. Und auch die immerhin 4,92 Meter in der Länge sind dem Zweitonner nicht anzumerken.

Auch die Front wurde mit einer dreidimensionalen Motorhaube und einer stärkeren Betonung der Powerdomes sowie modernisierten Scheinwerfern und größeren Lufteinlässen markanter gestaltet. Die Dachlinie fällt hinter der C-Säule noch flacher ab, die C-Säule selbst neigt sich noch mehr nach vorn.

Am Heck ziert das mittlerweile typische Leuchtband mit dem Porsche-Schriftzug in der Mitte auch den Cayenne. Die Turbo-Variante kann zudem mit einem ausfahrenden Dachspoiler aufwarten, der je nach Geschwindigkeit sich bis zu 28 Grad neigt. Der aus dem 911 stammende adaptive Spoiler sorgt so für mehr Anpressdruck, fördert die Aerodynamik und verkürzt den Bremsweg um bis zu zwei – im günstigsten Fall – lebensrettende Meter.

Beeindruckender Nachtsichtassistent im Porsche Cayenne

Das Cockpit des Cayenne hat an Wertigkeit deutlich zugelegt
Das Cockpit des Cayenne hat an Wertigkeit deutlich zugelegt © Porsche

Auch der Innenraum folgt der neuen Formensprache der Zuffenhausener ohne dabei die Porsche-Identität verloren zu haben. In die Moderne hat es die erneuerte Mittelkonsole geschafft, die das mittlerweile eher hausbackene Pilotenboard zwischen den Vordersitzen abgelöst hat. Nicht verwunderlich ist es, dass nun auch die Konnektivität Einzug in den Cayenne gehalten hat und ist permanent online.

Die Instrumente selbst bilden einen Mix zwischen analoger und digitaler Welt. Der Navi-Bildschirm kann nun auch neben der Geschwindigkeitsanzeige und Umdrehungsmesser angezeigt werden. Dort erscheint nach Wahl auch ein beeindruckender Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera, die auch Tiere und Menschen auf dem Bildschirm anzeigt. Dank adaptivem Tempomaten und Spurwechselassistent kann das Fahrzeug auch teilautonom unterwegs sein, mit dem Park Assist Plus kann das Fahrzeug per Smartphone von außen in die Parklücke gelenkt werden.

Mit dem so genannten InnoDrive ist der Cayenne vorausschauend unterwegs und berechnet die optimale Beschleunigung oder Bremsverhalten und kann zudem hinter Kurven befindliche Hindernisse anzeigen. Der 12,3 Zoll große Touchscreen wirft dabei die Bilder äußerst scharf in den Innenraum. In diesem können es sich die Insassen sehr bequem machen und die Fahrt genießen. Der Radstand von 2,90 Metern bietet allen Personen genügend Beinfreiheit, das Kofferraumvolumen von 745 bis 1680 allen Gepäckstücken genügend Platz. Und Komfort ist natürlich auch zu jeder Zeit vorhanden.

Optimales Fahrwerk erhöht Fahrfreude im Porsche Cayenne

Dafür sorgt das Fahrwerk des Cayenne, das je nach Gusto eingestellt werden kann, im Normalzustand aber einen gelungenen Mix aus Sportlichkeit und Komfort bietet. Wankbewegungen treten kaum auf und eine mitlenkende Hinterradachse bietet Spaß fördernde Kurvenfahrten. Eine optional erhältliche Dreikammer-Luftfederung erhöht den Spaß. Wie an der Schnur gezogen werden die Lenkbefehle auf dem Asphalt umgesetzt. Dass der Allradler auch abseits der befestigten Strecken gut unterwegs ist, sei erwähnt. Doch werden wohl die meisten Cayenne-Fahrer ihr Mobil nicht der Beulen-Gefahr durch aufgerüttelte Steinchen aussetzen.

Denn bereits in der 340 PS starken Basisversion ist der Cayenne sehr dynamisch unterwegs. Dank einer Leistungsspritze von 40 Pferdestärken im Vergleich zum Vorgänger sowie einem Drehmoment von 450 Newtonmetern gelingt dem Sechszylinder der Sprint innerhalb von 5,9 Sekunden – und somit starke 1,7 Sekunden schneller als mit der zweiten Generation. Bis zu einer Geschwindigkeit von 245 km/h geht der Spaß.

Porsche Cayenne als reinrassiger Sportwagen

Der Dachspoiler des Cayenne Turbo kann ausgefahren werden
Der Dachspoiler des Cayenne Turbo kann ausgefahren werden © Porsche

Eine Sekunde weniger für den Sprint benötigt die 440 PS starke S-Variante. Der Sechszylinder-Twinturbo greift dabei auf 550 Newtonmeter zurück und schafft es bis 265 km/h. Der Turbo mit seinem V8 und 550 PS benötigt lediglich 3,9 Sekunden für den Sprint, im Sport Plus-Modus weitere zwei Zehntel weniger. Und gerade die zum Marktstart angebotene Topvariante verwandelt das eigentliche SUV in einen reinrassigen Sportwagen, der bis zu 285 km/h schnell wird. Während Cayenne und Cayenne S sich mit etwas über neun Litern zufrieden geben sollen, reichen dem Turbo theoretisch elf Liter. In der Praxis macht die Fahrfreude allen drei Versionen einen Strich durch die Rechnung.

Dem Trio, das sich optisch ebenso voneinander unterscheidet wie auch akustisch, werden die traditionellen Derivate in der Folgezeit folgen. Neben einem Plugin-Hybriden wird auch wieder ein Dieselmotor ins Portfolio aufgenommen. Nachdem bei der Weltpremiere des Cayenne in Stuttgart das Unternehmen noch unschlüssig war, ob ein Selbstzünder aufgrund der Diskussionen wieder Einzug hält, so ist nun die Entscheidung gefallen. Unklar ist allerdings noch der Zeitpunkt. 2018 ist ebenso im Bereich des Möglichen wie auch 2019. Gerade auf dem Heimatmarkt hat der Diesel unter den Cayenne-Fahrern einen hohen Anteil.

Bei 74.828 starten die Preise für den Basis-Cayenne, die S-Variante kostet mindestens 91.964 Euro, der Turbo 138.850 Euro. Hinzu kommen die zahlreichen Komfort- und Sicherheitselemente, die den Preis weiter in die Höhe schrauben. Doch den Cayenne-Kunden berührt das nur peripher, wie auch die Weltreise im kommenden Jahr bestätigt. Eine Etappe schlägt mit rund 40.000 Euro pro Person zu Buche. Die pro Etappe 28 zur Verfügung stehenden Plätze sind aber fast schon ausgebucht.






Mehr zur Marke Porsche

Nach 50 JahrenPorsche belebt T beim 911 Carrera wieder

Porsche bietet für den 911 T nach 50 Jahren Pause wieder eine T-Version an. Der abgespeckte Elfer bietet aber immer noch grandiosen Fahrspaß.


Traditionelle GTS-VersionenPorsche legt bei Cayman und Boxster drauf

Porsche verleiht dem 718 Boxster und 718 Cayman mehr Power. Als neue und zugleich traditionelle Derivate statten die Zuffenhausener die beiden Geschwistermodelle als GTS-Versionen aus.


Neuer Bestwert überhaupt und für SUVPorsche und Alfa Romeo knacken Nordschleifen-Rekorde

Porsche und Alfa Romeo haben neue Rekordzeiten auf der Nordschleife erzielt. Während das SUV aus Italien schneller als jeder andere Geländewagen bisher war, war noch überhaupt kein Auto schneller als der 911 GT2 RS.



Mehr aus dem Ressort

Der Fiat Fullback Cross fühlt sich abseits der Straßen sehr wohl
Baugleich mit dem Mitsubishi L200Fiat Fullback Cross: Das Problem mit der Verwandtschaft

Das Segment der Pickups bildet noch eine kleine Community in Europa. Der Fiat Fullback Cross trifft dabei auf eine große multikulturelle Verwandtschaft der Lastenträger.


Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.