9. November 2017

Fahrbericht Unterwegs mit 700 PS Porsche 911 GT2 RS: Adrenalinkick garantiert

Der Porsche GT2 RS ist bereits ausverkauft.
Der Porsche GT2 RS ist bereits ausverkauft. © Porsche

Schneller als der Porsche 911 GT2 RS ist kein anderer Sportwagen der Zuffenhausener. 700 PS sind auch eine Ansage. Sie hören sich nicht nur beeindruckend an, sondern lassen sich auch so fahren.




Der Porsche 991 GT2 RS ist der stärkste 911, der je die Produktionshallen der Zuffenhausener verlassen hat und aktuell außerdem auch das schnellste Serienfahrzeug auf der Nürburgring-Nordschleife. Nur 6.47,3 Minuten benötigte Werksrennfahrer Lars Kern bei seiner Runde Ende September für den 20,8 Kilometer langen Eifelkurs – Rekord. Der GT2 RS lässt also nicht nur den Lamborghini Huracán Performante, sondern auch den Porsche 918 Spyder hinter sich. Wie macht Porsche das? Die Zutaten scheinen verblüffend einfach: Leichtbau, Leistung und Fahrbarkeit.


Porsche hat 115 Kilo abgespeckt

Als Basis hatte man die Wahl zwischen dem leichten GT3 RS und dem schweren Turbo S. Beide haben konzeptbedingt ihre Vor- und Nachteile, schließlich entschied man sich für den ohnehin recht ordentlich motorisierten Turbo S. Insgesamt speckte der GT2 RS gegenüber der Basis um rund 115 Kilogramm ab. Ein Zentner fällt dabei allein auf den fehlenden Allrad zurück, der RS treibt nämlich nur die Hinterachse an. Außerdem sind unter anderem die Fronthaube, die vorderen Kotflügel, die Radhausentlüftungen, die hinteren Lufteinlässe und die Vollschalensitze aus Carbon gefertigt, das Dach aus Magnesium.

Blick ins Cockpit
Blick ins Cockpit © Porsche

Wer außerdem zum sogenannten „Weissach-Paket“ greift, spart noch einmal rund 30 Kilogramm. Dabei bringt Porsche solche Spezialitäten wie ein Carbon-Dach, Magnesium-Felgen oder einen Überrollbügel aus Titan im GT2 RS unter. Insgesamt kommt das Auto schließlich auf ein Gewicht von 1.470 Kilogramm. Das Sechszylinder-Boxer-Triebwerk im Heck des RS ist keineswegs ein Turbo-S-Motor mit einfachem Chiptuning. Zwar bleibt der Hubraum unverändert bei 3,8 Liter, geänderte Innereien sowie die neue Abgasanlage aus Titan verhelfen dem Aggregat zusammen mit einem wassergekühlten Ladeluftkühler auf 515 kW/700 PS. Dabei soll der Motor sein maximales Drehmoment von 750 Newtonmeter extrem linear und nahezu bis zum Erreichen des Drehzahlbegrenzers bei 7.200 Umdrehungen pro Minute halten.

Erste GT2 RS mit DSG

Der RS2 RS von Porsche auf der Rennstrecke
Der RS2 RS von Porsche auf der Rennstrecke © Porsche

Der 991 GT2 RS ist der erste GT2 RS mit einem Doppelkupplungsgetriebe. Das PDK stammt teilweise vom Turbo und wurde mit 918-Komponenten auf Vordermann gebracht. Dank einer sehr kurzen Übersetzung der ersten Gänge geht es in 2,8 Sekunden auf Tempo 100. Bei 340 km/h ist dann Schluss. Allerdings ist das Abregeln der Geschwindigkeit nicht auf fehlende Motorleistung zurückzuführen, sondern auf die Reifen, die nicht für derart hohe Tempi ausgelegt sind. Wie bei modernen Sportwagen üblich ist die Titan-Abgasanlage mit einer Klappensteuerung versehen. Drückt man also den Spaß-Knopf auf der Mittelkonsole, liegen zwischen Krümmer und Endrohrblende lediglich 60 ungedämpfte Zentimeter. Dabei ging es den Entwicklern allerdings nicht nur um puren Sound, sondern auch um eine Reduzierung des Abgasgegendrucks für mehr Motorleistung.

Doch 1.470 Kilo und 515 kW/700 PS allein reichen nicht aus, um den schnellsten Sportwagen am „Ring“ zu stellen. Getreu dem Motto „Power is nothing without control“ hat man sich bei Porsche auch sehr viel Mühe gegeben, den GT2 RS so gut es ging fahrbar zu machen. Dazu hielt ein adaptives Alu-Leichtbau-Fahrwerk mit verstellbaren Domlagern Einzug, das zusammen mit den ausnahmslos in Uniball-Kugelgelenken gelagerten Fahrwerksteilen ein extrem direktes Fahrgefühl vermitteln dürfte. Außerdem sind die Federraten deutlich härter als bei bisherigen GT-Fahrzeugen von Porsche. Dafür fällt der Stabilisator unter dem Vorderwagen weicher aus als gewohnt. Einen direkten Bezug zum Porsche GT3 Cup stellt außerdem der Diffusor an der Frontstoßstange dar, der 1:1 aus dem Rennwagen übernommen und mit drei Stahlseilen an der Schürze befestigt wurde. Zusammen mit dem großen Spoiler auf dem Heckdeckel und dem hinteren Diffusor unter dem Auto verspricht Porsche bis zu 416 Kilo Abtrieb in der maximalen Rennstrecken-Ausführung.

Der Porsche GT2 RS wird bis Ende 2018 in einer maximalen Stückzahl von 2.500 Exemplaren verkauft. Der Basispreis liegt bei 285.220 Euro. Bevor man sich über den Preis aufregt: Alle Autos sind bereits vergeben.






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