3. Juni 2015

Fahrbericht Kompakter Van Peugeot Partner: Innere Werte entscheiden

Peugeot hat den Partner modifiziert.
Peugeot hat den Partner modifiziert. © Peugeot

Schönheit spielt bei Kompaktvans zumeist eine untergeordnete Rolle. Auch die Peugeot Partner und Partner Tepee haben trotz des Facelifts wieder andere Prioritäten gesetzt.




Kann denn Liebe Sünde sein? Im Fall des Multitalents von Peugeot, dem seit 1996 rund 2,4 Millionen Mal verkauften Kompaktvan Partner, waren die Herzen aus formalen Gründen kaum zu entflammen. Da waren die inneren Werte eher kaufentscheidend, fünf oder sieben Sitze, je nach Konfiguration der Sitzreihen 675 bis 3000 Liter Kofferraum und moderate Preise, das konnte Familienväter und Freizeitsportler mit üppiger Ausrüstung ebenso wie Gewerbetreibende überzeugen.


Dezente optische Retuschen für den Peugeot Partner

Ein wenig Schminke hübscht jetzt die seit 2008 angebotene Generation des Partner Tepee auf, auch die Nutzfahrzeugversion mit verblechten Fenstern an den Seiten des Laderaums schließt sich der Initiative „unser Van soll schöner werden“ an. Die Basisversion kostet 17.600 Euro, dafür gibt es den schwächeren von zwei Benzinern mit 72 kW/98 PS. Beim Kastenwagen, der auf gleichem Radstand in zwei Aufbaulängen (4,38 und 4,63 Meter) zu haben ist, beginnt die Preisliste bei 17.077 Euro mit identischer Motorisierung.

Ein bisschen Chromschmuck und eine modernisierte Frontpartie geben dem Partner Tepee ein neues Gesicht. Auch die Scheinwerfer haben an Ausdruck gewonnen. Die lackierten Stoßfänger wurden dynamischer geformt, in der Version Outdoor und bei den Kastenwagen ist der schwarze Kunststoff unlackiert, um die Reparaturkosten nach Rangierfehlern gering zu halten. Die Kombiversion hat deutlich an Statur gewonnen, besonders in Verbindung mit den als Sonderausstattung angebotenen attraktiven Leichtmetallrädern ist der Tepee vorzeigbar geworden.

Verbrauch des Peugeot Partner sinkt um bis zu 15 Prozent

Den Peugeot Partner gibt es auch weiterhin als Kastenwagen
Den Peugeot Partner gibt es auch weiterhin als Kastenwagen © Peugeot

Feinarbeit hat die Motorenpalette sparsamer gemacht. Um durchschnittlich 15 Prozent sind Konsum und CO2-Emissionen gesunken. Zwei Benziner und zwei Diesel mit einem Leistungsspektrum von 72 bis 88 kW/98 bis 120 PS stehen für den Partner Tepee zur Wahl. Rekordverdächtig ist das Abgasverhalten des 1,6-Liter-Diesels mit 73 kW/99 PS, der lediglich 109 g/km an CO2 emittiert. Das entspricht einem kombinierten Verbrauch von 4,2 Litern Treibstoff auf 100 Kilometern und ist ein beeindruckender Wert für den rund 1600 Kilogramm schweren Kompaktvan. Der Selbstzünder wird alternativ mit einem automatisierten Sechsganggetriebe angeboten (1250 Euro Aufpreis) und verbraucht dann 0,3 Liter Diesel mehr.

Ab 2016 soll außerdem ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 81 kW/110 PS die Motorenfamilie erweitern, der gerade im 208 eingeführt wurde. Nur der Kastenwagen ist mit dem leistungsärmeren 75-PS-Diesel sowie als Partner Electric mit einem 50 kW/67 PS starken Elektromotor lieferbar, der batteriegetrieben 170 Kilometer Reichweite schaffen soll.

Peugeot Partner mit zahlreichen Fahrsicherheitsassistenten

Das Smartphone kann im Monitor gespiegelt werden
Das Smartphone kann im Monitor gespiegelt werden © Peugeot

Der Partner Tepee übernimmt viele der jüngst eingeführten Neuerungen aus den Limousinen-Baureihen. Das Mirrorscreen-Programm etwa, das den Bildschirm des Smart-Phones über einen USB-Anschluss oder eine Bluetooth-Verbindung auf den Touchscreen-Monitor in der Mitte des Armaturenbretts überträgt. Eine Rückfahrkamera ist für die höheren Ausstattungsversionen als Option im Angebot.

Auch das Notbremssystem Active-City-Brake steht in der Sonderpostenliste des Kombis. Über einen Lasersensor neben dem Innenspiegel erkennt es drohende Kollisionen und leitet bis zu Geschwindigkeiten von 30 km/h automatisch eine Vollbremsung ein, sofern der Fahrer nicht reagiert. Das System ist ab November 2015 erhältlich.

Diverse Pakete für Gewerbekunden

Gewerbliche Nutzer können den Kastenwagen mit dem Peugeot Connect Fleetmanagement ausstatten und dann auf attraktiven Helfern für die Flottensteuerung und –Kontrolle zugreifen. Das Paket 1 entspricht in groben Zügen den Informationsangeboten eines Bordcomputers, speichert die Daten jedoch und hält sie zum Auslesen bereit. Paket 2 achtet auf die wirtschaftliche Fahrweise des Menschen am Lenkrad und gibt Empfehlungen für verbrauchsreduziertes Fahren. Paket 3 wird um die Ortungsfunktion des Fahrzeugs erweitert, der Wagen lässt sich so jederzeit elektronisch verfolgen, seine Fahrtstrecken werden dokumentiert und zeitlich erfasst. Diese Trackingfunktion kann auch im Fall eines Diebstahls zum Auffinden des Fahrzeugs genutzt werden.

Peugeot hat den Partner Tepee und den Partner Kastenwagen (der auch als Doppelkabine und Plattform-Fahrgestell angeboten wird) fit für Freizeit und Gewerbe und die nächsten Jahre gemacht. Wirklich schön ist er trotz aller Bemühungen nicht geworden, das liegt gewiss auch in der Natur eines Kasten-Kombis. Aber wie gesagt – es zählen in dieser Klasse eher die inneren Werte. (SP-X)






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