6. Mai 2014

Fahrbericht Effizienz-Label A+ Peugeot 508 BlueHDi: Kraftpaket mit Harnstoff

Der Peugeot 508 SW BlueHDi greift auf 180 PS zurück.
Der Peugeot 508 SW BlueHDi greift auf 180 PS zurück. © Peugeot

Der Peugeot 508 SW erfüllt die traditionell französischen Stärken der Reisekombis. Mit Harnstoff gibt sich das Flaggschiff der Löwenmarke sogar sehr umweltbewusst.




In der recht jungen Peugeot-Modellpalette sticht ein etwas reiferer 508 mit rund vier Dienstjahren bereits hervor. Alt geworden ist er aber beileibe noch nicht; jetzt spendierten die Techniker der Mittelklasse ihm sogar neue Selbstzünder, die nicht nur die strengere Euro-6-Norm erfüllen, sondern auch in Sachen Sparsamkeit keine schlechte Figur abgeben. Mit 4,6 Litern je 100 Kilometer soll etwa der BlueHDi 180 auskommen und dabei alles andere als antriebstechnische Magerkost bieten. Schließlich haben die Ingenieure 133 kW/180 PS aus dem Zweiliter herausgekitzelt. Binnen 8,6 Sekunden erreicht der mindestens 38.000 Euro teure Mittelklasse-Laster Tempo 100 und winkt dabei stolz mit dem Effizienz-Label A+.


Peugeot 508 als Vertreter der älteren Generation

In der Praxis muss man das Kraftpaket indes ziemlich moderat bewegen, um nur annähernd auf den versprochenen Verbrauchswert zu kommen, doch mit diesem Problem steht Peugeot bekanntermaßen nicht alleine da. Dass sich die Entwickler die chemischen Eigenschaften von Harnstoff zunutze machen, um die bei der Verbrennung anfallenden Stickoxide zu eliminieren, stört den Eigner dagegen kaum, denn der Tank mit der entsprechenden Flüssigkeit (17 Liter) wird bei Bedarf von der Werkstatt im Rahmen der Inspektion einfach nachgefüllt.

Doch der Reihe nach: Wer sich bei den aktuellen Peugeot-Offerten schon einmal umgeschaut hat, identifiziert den 508 rasch als ältere Generation und stellt dabei prompt fest, dass die Franzosen auch schon vor der Zeit tiefstehender Lenkräder praktische Autos bauen konnten. Das Entern gelingt locker, und der freie Blick auf die klassischen Rundinstrumente stellt sich unverzüglich ein, ohne dass zu viel Zeit mit der Justierung des Volants verbracht werden muss.

308 SW übertrumpft Peugeot 508 SW

Luftige Platzverhältnisse vorn sind bei Autos dieser Klasse ja selbstverständlich, doch in der zweiten Reihe entscheidet sich, ob der fahrbare Untersatz wirklich geräumig ist. Im 508 Kombi können auch groß gewachsene Mitreisende ihre Knie ordentlich sortieren und stoßen mit diesen nicht an die Vordersitzlehnen. Und der Kofferraum punktet mit bis zu 1600 Litern Stauvolumen ebenfalls, wenngleich es sich weder um den Spitzenwert im Segment noch innerhalb der Marke handelt: Der brandneue, kompakte kleinere Bruder 308 SW übertrumpft die Mittelklasse um rund 60 Liter.

Doch wer ein bisschen Punch erleben möchte, muss derzeit zum 508er greifen, denn dem 308 gönnen die Verantwortlichen – zumindest bisher – maximal 110 kW/150 PS. Mit 180 Pferdchen zieht der Kombi bullig aus dem Drehzahl- und Geschwindigkeitskeller an und nimmt schnell Fahrt auf. Erst jenseits von 130 km/h lässt der Druck spürbar nach – da muss man dem einen oder anderen Fünfer-BMW mit Doppelrohr schon mal Platz machen.

Peugeot 508 SW verschmäht Hektik

Der Peugeot 508 SW mag große Gänge
Der Peugeot 508 SW mag große Gänge © Peugeot

Doch nur keine Hektik, viel lieber mag es der Selbstzünder ohnehin, im großen Gang dahinzuplätschern. Und auf dem 400 Newtonmeter hohen Drehmomentgipfel angekommen, schiebt er den 4,80-Meter-Liner unaufgeregt nach vorn.

Für die meisten Überholvorgänge muss der bei dieser Version übrigens obligatorische Sechsstufen-Wandlerautomat gar nicht erst zurückschalten, obwohl er dem entsprechenden Befehl per Schaltwippe am Lenkrad oder per Kickdown natürlich sofort nachkommt. Und es gelingt sogar ziemlich weich und ruckfrei, was dem Komfort zuträglich ist.

Komfortables Fahrwerk für den Peugeot 508 SW

Luxuriöse Ausstattung im Peugeot 508 SW
Luxuriöse Ausstattung im Peugeot 508 SW © Peugeot

Auch das Fahrwerk präsentiert sich grundsätzlich komfortabel, nur die serienmäßigen 17-Zöller treten diesem Charakterzug auf kurzwelligen Patzern entgegen, wenn der elegant gezeichnete Luxus-Laster etwas rumpelig über Schlagloch-Passagen rollt. Auf der Autobahn macht er diesen Minuspunkt wieder weg und bügelt die dort in der Regel milderen Verwerfungen tadellos glatt. Wer mit dem Adjektiv "luxuriös" im Zusammenhang mit der Löwenmarke ein Problem hat, sollte sich mal die Ausstattungsliste vornehmen. Bluetooth-Freisprechanlage, elektrische Lendenwirbelstütze, Navigationssystem, großes Panorama-Glasdach und schlüsselloses Schließsystem sind preislich meist echte Brocken, die der zweitstärkste Diesel der Palette aber frei Haus mitbringt.

Gegen 850 Euro Aufpreis wandern auch elektrisch beheiz- und verstellbare Lederfauteuils an Bord, die sich als ausgesprochen anschmiegsam erweisen und damit eine Empfehlung wert sind. Wer 2150 Euro in die Hand nimmt, bekommt erweiterte Rindshaut-Umfänge sowie eine Massagefunktion. Geschmackssache.

In keinem Fall fehlen sollte dagegen das Xenonpaket (1140 Euro) – dann gibt es neben den Gasentladungslampen auch einen Fernlichtassistenten sowie Kurvenlicht. Mehr Ausstattung brauchen selbst Langstrecken-Nutzer nicht. (SP-X)






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