11. August 2014

Fahrbericht Gutes Fahrverhalten Peugeot 308 SW: Eleganter Kombi mit kleinen Schwächen

Optisch kommt der Oeugeot 308 SW gut rüber. Fotos ▶
Optisch kommt der Oeugeot 308 SW gut rüber. © Peugeot

Der Peugeot 308 SW ist gelungen. Optisch macht der Kombi der Franzosen etwas her – und auch mit mit Blick auf seine inneren Werte braucht er sich fast nicht zu verstecken, wie unser Fahrbericht zeigt.




Nein, das ist kein Audi. Erstaunlich, wie viele Menschen den Peugeot 308 SW auf den ersten Blick für einen Kombi aus Ingolstadt halten. War der Vorgänger des seit Mai dieses Jahres erhältlichen französischen Lademeisters eher keilförmig und klobig, setzt sich die zweite Modellgeneration mit schnörkellosen und eleganten Formen von dem einstigen formalen Gemischtwarenladen ab. Auch das ausgebeulte Heck ist schlichteren Formen gewichen. Allerdings ist er jetzt so schlicht, dass man ihn auf überfüllten Parkplätzen unter Seinesgleichen nicht auf Anhieb wiederfindet.

Vom Standard-Fünftürer unterscheidet sich der Kombi durch einen elf Zentimeter längeren Radstand, deutlich mehr Platz im Kofferraum und einem bescheidenen Aufpreis: Mit 19.450 Euro ist er nur 900 Euro teurer als der kürzere 308. Dafür erhält man das deutlich größere Auto, das mit seinen 4,58 Metern nahezu die gesamte Konkurrenz überragt und nur knapp 23 Zentimeter vom nächstgrößeren Peugeot-Kombi 508 SW entfernt ist.


Ausreichend Platz, selbst für Großgewachsene

Auf allen Plätzen ist selbst für groß gewachsene Insassen ausreichend Platz. Überzeugend ist die wichtigste Kategorie eines Kombis: Der Kofferraum. Weil zudem die Heckklappenöffnung groß, die Ladekante niedrig und der Kofferraumboden eben ist, verschwinden mühelos Koffer, Einkäufe und Kindersitze in der tiefen Gepäckhöhle. 610 Liter lassen sich verstauen, legt man die zweigeteilte Rücklehne der hinteren Sitzbank komplett um und nutzt den 54 Liter großen Stauraum unterm Bodenteppich mit, entsteht Platz für 1.660 Liter. Zum Vergleich: Der Golf Variant bringt es auf 605 und maximal 1.620 Liter.

Eine weitere Überraschung wartet im Cockpit, das sich extrem aufgeräumt und mit Mini-Lenkrad präsentiert. Hier hat Peugeot sich auf die Gewohnheiten der Generation iPhone eingelassen, denn fast alle Bedienelemente werden über den 9,7-Zoll großen Touchscreen gesteuert. Sämtliche Materialien machen einen soliden Eindruck und fassen sich auch gut an. Auf Knopfdruck verwöhnt der 308 SW seinen Fahrer und Beifahrer mit einer leichten Massage.

Vorn fehlende Ablagen

Blick in den Innenraum des 308 SW von Peugeot
Blick in den Innenraum des 308 SW von Peugeot © Peugeot

Die angenehme Atmosphäre kann sich aber nach wenigen Fahrminuten schnell auflösen, wenn das Lenkrad je nach Fahrerposition die ablesbaren Instrumente verdeckt. Zudem befindet sich der Drehzahlmesser auf der rechten Seite. Was zunächst nicht verwirrend wäre, wenn er denn nicht gegenläufig laufen würde. Alles natürlich Geschmackssache. Doch unser größtes Problem ist ein anderes: Warum lässt sich hinten der halbe Hausstand einladen, während sich vorne keine griffgünstige Ablage für Handy, Schlüsselbund oder Kleinkram findet?

Negativ fällt auch die Sitzheizung auf, die selbst in der höchsten Stufe nicht ordentlich einheizen will. Und der schöne Schaltknauf mit Aluminium-Einlagen, der wiederrum wird bei Sonneneinstrahlung so heiß, wie wir es uns eigentlich nur von der Sitzheizung wünschen.

Ausgewogener zeigt sich der 308 SW dafür im Fahrverhalten. Die Probefahrt im langen Franzosen absolvieren wir mit dem 110 kW/150 PS starken Diesel mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Lenkung reagiert angenehm, die Dämpfer verrichten ihre Arbeit, schlucken Bodenwellen und sorgen mit dem niedrigen Geräuschniveau allgemein für entspanntes Fahren. Er fährt sich durchweg leichtfüßig und sportlich, so wie man es von einem Kombi nicht erwarten würde.

Drehfreudiger Motor

Das Heck des Peugeot 308 SW
Das Heck des Peugeot 308 SW © Peugeot

Zügig kommt der 1,5 Tonnen schwere Peugeot 308 SW voran. Er schwimmt im Alltag drehfreudig mit und legt auf Wunsch mühelos den ein oder anderen Zwischenspurt hin. Je nachdem wie sportlich der lange Löwe bewegt wird, genehmigt er sich den einen oder anderen Schluck aus dem Tank. Durchschnittlich 6,5 Liter gönnte er sich bei uns. Zwar ein solider Wert für einen kompakten Kombi, jedoch mehr als die utopischen 3,8 Liter des Herstellers.

Den Diesel mit 2-Litern Hubraum und 110 kW/150 PS gibt es nur in der zweiten Ausstattungsvariante Active, die mindestens 25.900 Euro kostet. Dafür sind dann neben einem Multifunktionslenkrad und akustisch und visueller Einparkhilfe hinten unter anderem auch elektrische Fensterheber und der multifunktionale Touchscreen serienmäßig an Bord. Wer einen Tankstellenfinder, Park- und Verkehrsinformationen sowie Tipps zu Hotels, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten haben will, der ist bestens mit dem sogenannten „Peugeot-Connect-Apps-Starter-Paket“ für 379 Euro mit seinem Fahrzeug und der Umwelt vernetzt.

Doch zurück zur Grundform. Dies mag zwar schlicht und schnörkellos sein, doch beim genauen Hinsehen gibt es feine Details zu erkennen. Zum Beispiel die Edelstahlschienen im Kofferraum oder die jeweils 48 LEDs in den Heckleuchten. Geht der Peugeot 308 SW bei Tag ein wenig im automobilen Allerlei unter, so ist er zumindest bei Dunkelheit mit seinem auffälligen Licht doch unverwechselbar. (SP-X)






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