7. Oktober 2015

Fahrbericht Kompaktsportler mit 272 PS Peugeot 308 GTi: Sportler des Jahres

Der Peugeot 308 GTi verfügt über 272 PS. Fotos ▶
Der Peugeot 308 GTi verfügt über 272 PS. © Peugeot

Mit der 308 Limousine gelang Peugeot der große Wurf zum Auto des Jahres. Die 272 PS starke Sportversion besitzt alle Möglichkeiten zur erneuten Titeljagd - die es aber nicht gibt.




Von Thomas Flehmer

Nur damit zu Beginn kein Missverständnis aufkommt: „Sportler des Jahres“ werden Anfang Dezember in Baden-Baden bei einer Gala geehrt. Auf die Autowelt beschränkt bleibt der traditionsreiche Titel „Auto des Jahres“, der am Vorabend des Genfer Autosalons Anfang März verliehen wird und den sich im vergangenen Jahr der Peugeot 308 sicherte. Knapp anderthalb Jahre später folgt mit dem GTi die sportliche Krönung der Baureihe, die aber große Chancen bei einer Titelvergabe hätte, wenn es sie denn geben würde.


Sperrdifferenzial für Peugeot 308 GTi

Denn den Ingenieuren des Ablegers Peugeot Sport ist der Spagat zwischen Sportlichkeit, Komfort und Alltag glänzend gelungen. Aus dem lediglich 1,6 großen Turbobenziner wurden gleich 272 PS herausgeholt, die im Zusammenspiel mit 330 Newtonmetern Drehmoment, die zwischen 1900 und 5500 Umdrehungen anliegen, den gerade mal 1205 Kilogramm leichten 308 GTi innerhalb von sechs Sekunden von Null auf 100 bringen. Das bedeutet, dass sich jede einzelne Pferdestärke um lediglich 4,46 Kilogramm zu kümmern braucht. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h erreicht.

Auch das Fahrwerk unterscheidet sich deutlich von der Serienlimousine und kann so die sportlichen Voraussetzungen des Aggregats auf dem Asphalt umsetzen. Eine breite Spur sowie 19 Zöller Michelin Super Sport sowie 380 Millimeter große und belüftete Bremsscheiben sorgen ebenso wie das Torsen-Sperrdifferenzial für sichere Verhältnisse ohne Schlupf und ermöglichen ein früheres Beschleunigen beim Kurvenausgang.

Peugeot 308 GTi nur mit manueller Schaltung

In sechs Sekunden erreicht der Peugeot 308 GTi Tempo 100
In sechs Sekunden erreicht der Peugeot 308 GTi Tempo 100 © Peugeot

Die spezielle Dämpferabstimmung bügelt dabei nicht nur Unebenheiten im Asphalt aus, sondern dämmt zugleich die Geräusche. Die Lenkung arbeitet präzise direkt, die sechs Gänge lassen sich schnell einlegen - eine Automatik oder ein DSG wird nicht angeboten, um den sportlichen Fahrspaß zu erweitern. Wer den noch steigern möchte, kann das von Haus aus schon gutmütige ESP ganz ausschalten und so auch mit dem sportlichen Löwen über den Rennkurs driften.

Doch auch fernab der Jagd nach Bestzeiten vermittelt der 308 GTi Fahrfreude. Die gut konturierten Schalensitze sind zugleich bequem und Langstrecken tauglich und das Fahrwerk bieten auch älteren Insassen genügend Sitzkomfort ohne dabei schwammig zu wirken. Dank der zügigen Beschleunigung und dem speziell entwickelten Fahrwerk befindet sich der Fahrer öfters als ihm lieb ist im Grenzbereich der Legalität und dürfte sich – falls er nicht aufpasst – über diverse Fotos in eindeutigen Positionen wundern.

Sportlich gestaltetes Cockpit des Peugeot 308 GTi

Sportlich ist das i-Cockpit eingerichtet
Sportlich ist das i-Cockpit eingerichtet © Peugeot

Die Verkehrszeichenerkennung sowie ein Tempobegrenzer könnten dem Einhalt gebieten. Ansonsten sind weitere Assistenten noch nicht mit an Bord, werden aber auch nicht vermisst, wobei ein Spurhalteassistent oder ein ACC in der kommenden Generation sicher zur Serienausstattung gehören wird.

Dafür verfügt der 308 GTi auch schon über das so genannte i-Cockpit mit dem multifunktionalen Touchscreen, der die meisten Funktionen beherbergt. Das kleine Lederlenkrad mit GTi-Logo hat eine rote Ziernaht an der Nullstellung. Auch die wertig wirkende Verkleidung wurde mit Ziernähten ausgestattet. Dass Alu-Applikationen an Schaltknauf und Pedalerie dabei sind, ist selbstverständlich

Gedankenspiele über einen Peugeot 308 GTi SW

Aber auch die Passagiere in der zweiten Reihe können die Fahrt genießen. Und bei einem Kofferraumvolumen von 420 Litern kann die Familie auch mit dem 308 GTi in den Urlaub fahren. Noch praktischer für den Alltag wäre da auch die sportliche Kombivariante, über die bei Peugeot auch nachgedacht wird und die den Alltagsnutzen erweitern würde.

Auch erhielte ein möglicher 308 GTi SW ein noch edleres Aussehen als bei der Limousine, die schon – typisch für Peugeot – elegant gestaltet ist. Die um elf Millimeter tiefergelegte Karosserie lässt weder durch den Kühlergrill mit Zielflaggendesign noch durch die zwei Auspuffrohre oder die GTi-Schriftzüge irgendwelche Halbstarkengefühle durchdringen, sondern gibt sich sportlich konservativ und schafft so auch den Spagat zwischen Sportlichkeit, Komfort und Alltag.

Peugeot 308 GTi ab 34.950 Euro

Die Sonderlackierung
Die Sonderlackierung "Coupe Franche" kostet 1800 Euro extra © Peugeot

Der Kompaktsportler, der sich - auch preislich - eher mit dem VW Golf R misst als mit dem legendären GTI, kostet mindestens 34.950 Euro, ist dabei aber auch schon fast komplett ausgestattet. Ein Denon-Soundsystem für 500 Euro, ein Panorama-Glasdach für 600 Euro, eine Rückfahrkamera für 280 sowie Sitzheizung für 290 Euro und vielleicht noch eine Sonderlackierung für bis zu 770 Euro kommen hinzu.

Gleich 1800 Euro kostet die Sonderlackierung „Coupe Franche“. Die Zweifarblackierung mit Ultimate Rot vorn und Perla Nera Schwarz ab kurz vor der C-Säule wirkt nicht ganz so edel, lässt dafür in Sachen Sportlichkeit keine Missverständnisse aufkommen, wer „Sportler des Jahres“ werden könnte.






Mehr zur Marke Peugeot

Einsatz illegaler Software?PSA weist Betrugsvorwurf zurück

Der PSA-Konzern soll nach einem Medienbericht 1,9 Millionen Dieselautos mit einer Betrugssoftware verkauft haben. Das wies der Autobauer zurück und sagt, dass man keine betrügerische Strategie verfolge.


Deutliches WachstumPSA vor Opel-Übernahme im Aufwind

Vor der Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers Opel läuft es rund für den PSA-Konzern. So kletterte im ersten Halbjahr der Umsatz um fünf Prozent.


Bidirektionales LadenPeugeot iOn fungiert als mobiler Stromspeicher

Der französische Autobauer Peugeot hat sein Elektromodell iOn überarbeitet. Der Stromer kann nun auch dank einer neuen Schnittstelle als mobiler Stromspeicher genutzt werden.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.