30. Juni 2016

Fahrbericht Familien-Van kommt im September Opel Zafira: Neuauflage der Verwandlungskünstlers

Der neue Opel Zafira kommt im September in den Handel. Fotos ▶
Der neue Opel Zafira kommt im September in den Handel. © Opel

Der Opel Zafira ist und bleibt ein fester Bestandteil im Portfolio des Rüsselsheimer Autobauers. Nun kommt das Facelift des Familien-Vans auf den Markt. Optisch wirkt er sportlicher als sein Vorgänger, aber auch technisch hat er zugelegt.




Er ist sicherlich kein Topseller im Modellprogramm von Opel. Von einem Corsa oder einem Astra werden deutlich mehr Fahrzeuge abgesetzt. Doch der Familien-Van Zafira ist eine wichtige Stütze des Wachstumskurses des Rüsselsheimer Autobauers. Auf den Zafira entfallen immerhin rund fünf Prozent der Opel-Verkäufe. "Durchschnittlich setzen wir 14.000 Zafiras jährlich ab", sagte Deutschland-Chef Jürgen Keller bei der Vorstellung des neuen Zafira in Frankfurt/Main.

Seit seiner Einführung im Jahr 1999 wurden europaweit 2,7 Millionen Einheiten verkauft. Nicht nur das: Opel hat mit dem Zafira vor 17 Jahren ein neues Segment gegründet, das der MPV, der Multi Purpose Vehicle. "Kein Auto hatte damals eine solche Variabilität wie der Zafira", sagte Keller und zielte damit auf das variable Sitzsystem mit bis zu sieben Sitzen ab.


Variabilität als große Stärke

Das haben sich mittlerweile zwar auch viele Mitbewerber von Opel abgeschaut, dennoch liegt darin nach wie vor eine der großen Stärken des Zafira. Er kann als Siebensitzer, aber auch durch seine in sich verschiebbaren Sitze beispielsweise auch als Viersitzer genutzt werden. Je nach Belieben und den Bedürfnissen an die Zuladung. Der Zafira ist und bleibt auch in der Neuaflage ein Verwandlungkünstler. Daneben haben die Passagiere die Möglichkeit, in mehr als 30 Ablagemöglichkeiten ihren Kleinkram zu verstauen.

Sieben Sitze, hört sich gut an. Doch werden diese auch genutzt und nachgefragt? Werden sie. So entscheiden sich 52 Prozent aller Kunden für den Zafira als Siebensitzer, wie Keller berichtet. Damit trifft Opel also den Nerv der Kunden. Das Segment der Familien-Vans in Europa boomt zwar nicht derart wie das der SUVs. Doch in Europa entfielen im zurückliegenden Jahr immerhin 730.000 Zulassungen auf solche Fahrzeuge. Ein enormes Potenzial, an dem auch Opel teilhaben will.

Damit das gelingt, wurde das Design des Zafira aufgehübscht, der Designsprache des neuen Opel Astra angepasst, wie Designer Uwe Müller sagte. Das macht sich optisch vor allem an der Front bemerkbar. Der Grill wirkt sportlicher als beim Vorgänger, im Zusammenspiel mit den Frontscheinwerfern bilden sie eine Einheit. Dadurch, dass die dreidimensionale Chromspange bis in die Scheinwerfer hineinreicht, wirkt der neue Zafira zugleich etwas breiter.

Doch nicht nur außen wurde Hand angelegt, sondern auch innen. So wurde das Cockpit modifiziert und sorgt so auch dank der vorderen seitlichen Fenster im Verlauf der A-Säule für einen sehr transparenten Innenraum. Diese Transparenz des Innenraums wird nochmals gesteigert, wenn man sich für das Panoramglasdach entscheidet, das dem Fahrer den Blick in den Himmel ermöglicht und so den Eindruck von Großzügigkeit unterstreicht.

Daneben wurde der Bildschirm des Infotainment-Systems durch einen Touchscreen ersetzt, der zugleich etwas tiefer in der Mittelkonsole integriert wurde. Gerade bei Sonnenschein und mit dem Panoramaglasdach wünscht man sich indes, dass der Touchscreen noch etwas weiter hin zum Fahrer geneigt worden wäre. Dadurch wäre Spiegelungen verringert worden. Aber auch so vermag das System mit seiner Übersichtlichkeit zu überzeugen. Wie von anderen Opel-Modellen bekannt, kommt auch im Zafira das bewährte R 4.0 Intelli-Link-System zum Einsatz. Es bringt die Welt des Smartphones in den Zafira, wie Produktmanager David Voss sagte. Dabei ist das System sowohl für Android- als auch Apple-Geräte kompatibel.

Empfehlenswertes OnStar.

Auch das Cockpit wurde überarbeitet
Auch das Cockpit wurde überarbeitet © Opel

Wer mag, der kann damit beispielsweise auch Whats App und Skype nutzen. Erhält man eine Nachricht, geht ein kleines Pop Up auf dem Bildschirm auf. Will man darauf antworten, kann man das per Sprachbefehl tun. Wer auch im Auto auf seine sozialen Medien nicht verzichten will, ist damit gut bedient. Natürlich kommt auch im Zafira, wie in allen neuen Opel Modellen, das OnStar-System zum Einsatz. Das ist alles nicht nur nett, sondern steigert auch die Sicherheit beim Autofahren. Denn das OnStar-System verbindet einen im Falle eines Unfalls gleich mit der Notrufzentrale oder schickt beim Auslösen des Airbags Rettungskräfte zur Unfallstelle.

Sicherheit spielt im Zafira ohnehin eine große Rolle. So verfügt der Familien-Van auch über eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen. Dazu gehören beispielsweise neben einem Spurwechselwarner, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Kollisionswarner und eine adaptive Geschwindigkeitskontrolle. Der im Kühlergrill integrierte Radarsensor sorgt hier dafür, dass bei einem vom Fahrer gewählten Geschwindigkeitsbereich ein festgelegter Abstand zum Vordermann eingehalten wird.

Zu den weiteren Sicherheitsfeatures gehört zudem ein intelligentes Lichtsystem. Es konnte bei den Testfahrten zwar nicht ausprobiert werden, ist aber beispielsweise vom Astra bekannt. Wer das automatische Fernlichtsystem mit seinen LED-Leuchten einmal bei Dunkelheit ausprobiert hat, mag es nicht mehr missen. So passt es sein Licht automatisch an die jeweilige Fahrsituation an und sorgt dadurch für eine gute Ausleuchtung der Umgebung.

Zafira startet bei 21.990 Euro

Das Heck des Zafira
Das Heck des Zafira © Opel

Doch kommen wir zu den Fahrleistungen des neuen Zafiras, den Opel nicht nur als Benziner und Diesel, sondern auch mit CNG und LPG anbietet. Die Motoren mit einem Hubraum von 1.4 bis 2.0 Liter bieten dabei eine Leistung von 120 bis 200 PS. Von uns getestet wurde der 1.6 Liter Turbobenziner mit 200 PS. Es ist ein Aggregat, was vor allem durch seine Laufruhe und harmonische Kraftentfaltung überzeugt.

So steht ein Drehmoment von 280 Nm bereit, das über das breite Drehzahlband von 1650 bis 5000 Umdrehungen seine maximale Kraft spendet. Dabei sorgt der Zafira auch für ansprechende Beschleunigungswerte: Bis Tempo 100 vergehen 8,8 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 220 km/h erreicht. Der Verbrauch soll sich bei 6,8 Litern bewegen. Das sind alles anständige Werte. Und wie schaut es mit den Fahreigenschaften aus?

Sie sind bei unserem Testwagen nicht zu beanstanden. Auch deshalb nicht, weil wir mit dem FlexRide-Fahrwerk unterwegs waren. Mit ihm lässt sich das Fahrwerk des Zafira den individuellen Bedürfnissen per Knopfdruck anpassen: Neben Normal stehen noch die Modi Sport und Tour zur Wahl. Wer es also mal etwas flotter angehen lassen will, kann dies tun. Der Zafira macht dies ohne Murren und Anstrengungen mit und lässt sich sehr souverän auch mal schneller durch Kurven bewegen. Wer Lust auf den Topbenziner hat, der muss dafür dann mindestens 29.495 Euro bezahlen.

Der Einstieg in die Zafira-Welt beginnt übrigens bei 21.990 Euro für den 1.4 Liter-Benziner mit 120 PS. Auch wenn vor dem Hintergrund des im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit PSA auf den Markt kommenden SUV-ähnlichen Vans hier und da schon ein Abgesang auf den Zafira gesungen wurde, bleibt er dem Portfolio der Rüsselsheimer erhalten, wie Deutschland-Chef Keller versicherte. Zu den Händlern wird er am 24. September rollen, dann feiert er zusammen mit dem SUV Mokka X seine Premiere. Damit nimmt die Modelloffensive von Opel so langsam Fahrt auf. Denn bis 2020 sollen insgesamt 29 neue Modelle auf den Markt kommen.






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