22. Juni 2017

Fahrbericht Marktstart des Kombis am 24. Juni Opel Insignia Sports Tourer: Sag beim Abschied glanzvoll Servus

Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante Fotos ▶
Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante © Opel

Opel lässt mit dem Insignia Sports Tourer die Zusammenarbeit mit Modellen der bald vergangenen Mutter General Motors auslaufen. Der besonders in Deutschland beliebte Mittelklasse-Kombi legt sich dabei mächtig ins Zeug in Richtung Premium.




Von Thomas Flehmer

„Sag beim Abschied leise Servus“, sangen nicht nur Hans Moser und Peter Alexander im vergangenen Jahrhundert. Opel nimmt auch Abschied, lässt es aber bei der Trennung der ehemaligen Mutter General Motors (GM) eher krachen und präsentiert mit dem Insignia Sports Tourer nicht nur der künftigen Mutter PSA Peugeot Citroen ein glanzvolles Einstiegsgeschenk, das den Franzosen in den kommenden Jahren aber auch Kopfzerbrechen bereiten kann.

Ein letztes Mal steht das Flaggschiff auf einer gemeinsamen Plattform mit der GM-Schwester Chevrolet Malibu, zugleich auf einer völlig neuen Architektur als die erste Insignia-Generation, die ab 2008 zum ersten Rettungsanker für den angeschlagenen Autobauer aus Rüsselsheim avancierte und die nun zum Angriff auf den Premiumbereich startet.


Innenraum in Richtung Premium

Trotz der leicht auf 4,99 Meter angewachsenen Länge hat der Sports Tourer den sportlichen Charakter behalten, wenn nicht ausgebaut. Bis zur B-Säule deckungsgleich mit der 1000 Euro günstigeren Limousine Grand Sport, die auch am 24. Juni eingeführt wird, strahlt der neue Kombi mehr Charakter aus als der Vorgänger, der viele Kunden erst mit seinen inneren Werten überzeugen konnte. Allerdings lag vor knapp zehn Jahren das Image der Rüsselsheimer auch noch auf Kellerniveau.

Keine Zweifel kommen im Innenraum auf, dessen Radstand um neun Zentimeter auf 2,83 Meter zulegte und den bis zu fünf Personen überhaupt keine Platzprobleme bereitet, da auch Knie- und Kopffreiheit geringfügig angestiegen sind. Aber auch die Wertigkeit hat einen weiteren Sprung in Richtung Premium gemacht. Die Materialien erreichen je nach Ausstattungsvariante das Premium-Siegel, die Instrumente haben den Mief der früher überflüssigen Knöpfe und Schalter längst überwunden.

OnStar ermöglicht Hotelreservierungen

Zahlreiche Assistenten sind an Bord des Insignia Sports Tourer
Zahlreiche Assistenten sind an Bord des Insignia Sports Tourer © Opel

Das farbige Headup-Display sowie eine 360 Grad-Kamera zeugen ebenso vom Aufstieg des Insignia wie auch der adaptive Geschwindigkeitsregler mit Notbremsassistent und der Spurhalte-Assistent, mit denen der Insignia Sports Tourer auch autonom durch den Verkehr fahren kann. In jedem Fall aber sichert der Kombi die jeweilige Fahrweise ab. Noch mehr, wenn die zweite Generation des LED-Matrix-Lichtes geordert wird, das bis zu 400 Meter weit leuchten kann, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Und dass das Telematiksystem OnStar sowie die neue IntelliLink-Generation für eine optimale Vernetzung samt Notruf sorgt, ist selbstverständlich. Mittlerweile können über OnStar auch Hotelreservierungen und Parkplatzsuche ermöglicht werden. Dass der Kofferraum nun auch bei Opel per Fußkick geöffnet werden kann, um die bis zu 1665 Liter zu befüllen, fließt als nettes Beiwerk mit ein.

Neuer Benziner für den Opel Insignia

Dynamisch ist auch das Heck des Insignia Sports Tourer gestaltet
Dynamisch ist auch das Heck des Insignia Sports Tourer gestaltet © Opel

Mehr als nur Beiwerk lässt der neue 1.5 Direct Injection Turbo mit einfließen. Der mit 103 kW/140 PS oder mit 121/165 PS erhältliche Benzin-Direkteinspritzer kann zum Volumenmodell des Flaggschiffs avancieren, wenn die Diesel-Diskussion weitere Schach-Matt-Züge annimmt und den sehr gut agierenden 1,6 Liter großen Selbstzünder mit 136 PS oder den 2.0 Diesel mit 170 PS mehr und mehr aus dem Rennen nimmt.

Was angesichts des Benziners mit der höheren Leistung keinen Beinbruch bedeutet. Der Ottomotor bringt den um bis zu 200 Kilo leichteren Kombi innerhalb von 9,2 Sekunden auf Tempo 100 und hält bis 218 km/h durch. Im Innern können die Personen in die komfortablen Sitze mit dem traditionellen Siegel "Aktion Gesunder Rücken (AGR) versinken und die Fahrt genießen, da das Opel-typische Fahrwerk weiter optimiert wurde und die Insassen vor unliebsamen Stößen verschont. Für das Top-Modell, den zwei Liter großen Turbo mit 191 kW/260 PS sorgen Allradantrieb und Achtstufen-Automatik für weitere Genüsse.

Opel sagt laut "Hallo"

Die Genüsse setzen sich auch bei den Preisen fort. Bei fairen 25.940 Euro steigt der kleine Benziner ein, der größere folgt bei ebenso fairen 30.695 Euro – dann allerdings schon in der höheren Variante Edition, eine Sechs-Stufen-Automatik fordert weitere 2000 Euro. Aber auch hier hat Opel gegenüber dem Premium aufgeholt, da auch die Aufpreisliste immer länger wird.

Letztendlich aber bleibt der Sports Tourer, auf den 80 Prozent der deutschen Insignia-Kunden zugreifen, deutlich unter den vergleichbaren Premium-Anbietern bei ähnlicher Qualität und könnte so dem Hersteller weitere Erfolge bescheren, die bei PSA gerne gesehen werden, aber auch die Frage stellen, wer bei der nächsten gemeinsamen Generation den Hut auf hat. Und da sagt Opel mit dem Insignia Sports Tourer zur Begrüßung schon mal ganz laut „Hallo“.






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