23. Februar 2015

Fahrbericht Neuer 170 PS Diesel Opel Insignia 2.0 CDTI: Ruhe garantiert

Der Opel Insignia hat einen 170 PS-Diesel bekommen. Fotos ▶
Der Opel Insignia hat einen 170 PS-Diesel bekommen. © Opel

Opel setzt seine Motorenoffensive fort und bietet nun auch seine Flüsterdiesel für den Insignia und den Mokka an. Was der 2.0 CDTI mit seinen 170 PS zu bieten hat, haben wir bei ersten Testfahrten ausprobiert.




Von Frank Mertens

Zuviel Lärm macht krank. Gerade Großstädter wissen davon ein leidvolles Lied zu singen. Zuviel Krach will man sich nicht freiwillig aussetzen. Schon gar nicht im Auto. Es soll ein Rückzugsort sein, in dem man sich von der lärmenden Außenwelt zumindest ein wenig abschottet. Entsprechend ruhig soll es hier zugehen, der Motor nicht allzu viel lärmen, insbesondere nicht, wenn man mit einem Diesel unterwegs ist. Dieselnageln kann nerven.

Für die, die nach einem laufruhigen Aggregat suchen, hat Opel seine Flüsterdiesel auf den Markt gebracht. Die Rüsselsheimer hatten ihre neuen Motoren bislang in drei Hubraumklassen und unterschiedlicher Leistung von 1.3-Liter, 1,6.Liter und 2,0 Liter für den Corsa, Astra, Meriva und Zafira angeboten. Nun kommt der 136 PS starke 1.6 CDTI auch im Mokka und der von uns getestete 170 PS starke 2.0 CDTI im Insignia zum Einsatz.


2.0 CDTI macht alles besser als der Vorgänger

Alle die, die schon einmal einen der neuen Opel-Motoren bewegt und schätzen gelernt haben, werden auch beim Flaggschiff der Rüsselsheimer nicht enttäuscht. Der 170 PS starke Vierzylinder macht dann auch alles besser als der Vorgänger. Nicht nur, dass der im Opel-Werk in Rüsselsheim über ein um 20 Prozent verbessertes Ansprechverhalten verfügt, er bietet auch eine Gewichtsreduzierung von fünf Prozent und dank eines neues Turboladers ein Leistungssteigerung von bis zu 20 Prozent. Das ist die Theorie, doch wie schaut die Praxis aus?

Der Insignia mit dem 170 PS-Diesel
Der Insignia mit dem 170 PS-Diesel © Opel

Gut, sehr gut sogar. Dieser Motor kann dann auch in der Tat als Idealbesetzung für den Opel Insignia bezeichnet werden. Das altbekannt Dieselnageln im kalten Zustand ist zwar nicht gänzlich verschwunden, aber tritt doch so sehr in den Hintergrund, dass man seine Ohren schon spitzen muss, um es wahrzunehmen. Doch ist der Motor nach einigen Kilometern erst einmal warmgefahren, weiß der Fahrer, weshalb die Opel-Ingenieure so zufrieden von ihren Flüsterdieseln sprechen.

Der Vierzylinder ist nicht nur leise, sondern auch durchaus dynamisch zu beschleunigen. Dafür sorgt zum einen das satte Drehmoment von 400 Nm (es liegt zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen an) und die spontane Leistungsentfaltung: in nur neun Sekunden sprintet die von uns gefahrene Limousine auf Tempo 100 (das sind 0,5 Sekunden weniger als beim Vorgänger) und die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 225 km/h.

Und der Verbrauch? Er soll nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) bei nur 4,3 Litern betragen (CO2-Ausstoß 114 g/km). Gut, bei den Testfahrten hat der Insignia diesen Wert nicht erreicht, hier standen am Ende 5,4 Liter auf dem Bordcomputer. Dennoch ein exzellenter Wert für diese Mittelklasse-Limousine.

Absatz beflügeln

Mokka und Insignia sind ab sofort mit Flüsterdieseln unterwegs
Mokka und Insignia sind ab sofort mit Flüsterdieseln unterwegs © Opel

Nicht zuletzt wegen dieser guten Verbrauchswerte geht Opel-Vertriebschef Jürgen Keller davon aus, dass der Insignia mit dem neuen Dieselaggregat gerade bei Flottenkunden noch attraktiver wird, als er es ohnehin bei dieser Käufergruppe schon ist. Derzeit entfallen nicht nur 85 Prozent aller Verkäufe auf den Diesel, sondern annähernd 75 Prozent sind auch Flottenkunden. Hier steckt für Opel damit weiteres Absatzpotenzial.

Vor allem auch wegen der anderen Stärken ihres Flaggschiffs: es bringt nicht nur einen modernen Innenraum samt dem Infotainment-System Intelli-Link mit, sondern auch über glänzend konturierte Sitze. Das manuelle Sechsganggetriebe ist gut abgestimmt, die Lenkung spricht gut an. Hier gibt es nichts zu mäkeln. Kein Wunder also, dass bei diesem Gesamtpaket bei den Rüsselsheimer Zuversicht herrscht, hier weitere Kunden für die Marke mit dem Blitz zu gewinnen. Der Spaß, den 170 PS-Diesel in der Limousine des Insignia zu fahren, beginnt übrigens 32.215 Euro.






Mehr zur Marke Opel

Limousine mit 260 PSOpel Insignia GSi: Zurück zu alter Sportlichkeit

Opel bringt den neuen Insignia als GSi. Damit ist die Mittelklasse-Limousine mit einem 2.0 Turbobenziner mit 260 PS unterwegs. Und das verspricht einiges.


Vernetzung schreitet voranOpel bringt Navi 4.0 Intelli-Link in seine Kleinwagen

Opel bringt nun auch das Navi 4.0 Intelli-Link in seine Kleinwagen Karl, Adam und Corsa. Mit an Bord des Trios ist auch der Online- und Serviceassistent OnStar.


Keine wettbewerbsrechtlichen BedenkenEU-Kommission genehmigt PSA Übernahme von Opel

Der PSA-Konzern kann den Rüsselsheimer Autobauer Opel übernehmen. Die EU-Kommission hat gegen die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken.



Mehr aus dem Ressort

Der Suzuki Ignis sticht aus der Menge heraus
Kleinwagen mit AllradantriebSuzuki Ignis: Feuer und Flamme in Kistenformat

Suzuki beweist Mut. Die Neuauflage des Ignis polarisiert durch ihr Erscheinungsbild, erzeugt aber im realen Alltag als praktischer Kleinwagen mit eigenem Outfit eine gewisse Wärme.


Die X-Klasse von Mercedes scheut keine Fahrten ins Gelände
Erster Pickup der MarkeMercedes X-Klasse: Komfortabel durch den Matsch

Mercedes fährt mit der neuen X-Klasse ganz komfortabel ins Gelände. Die Basis bildet der Nissan Navara – die Stuttgarter haben den Pickup aber noch weiter aufbereitet. Die Autogazette fuhr schon mal im Gelände mit.


Modellpflege für TopmodellMercedes S-Klasse: Doppelter Espresso inklusive

Audi startet mit dem A8 einen neuen Angriff auf die Mercedes S-Klasse. In Stuttgart gibt man sich davon unbeeindruckt. Dort zeigt sich Entwicklungschef Ola Källenius zuversichtlich, dass man auch mit einer modellgepflegten S-Klasse seinen Spitzenplatz halten kann.