27. April 2015

Fahrbericht 207 PS für kleinen Sportler Opel Corsa OPC: Starke Taschen-Rakete

Der Opel Corsa OPC ist einer der Stärksten in der Pocket Rocket-Klasse. Fotos ▶
Der Opel Corsa OPC ist einer der Stärksten in der Pocket Rocket-Klasse. © Opel

Das Opel Performance Center hat auch dem neuen Corsa wieder Rennsport-Gene verliehen. Die kleine Rennsemmel bereitet aber auch auf Landstraßen viel Freude.




Von Thomas Flehmer

Natürlich ist die Vorgabe Programm: Ein Vertreter des Opel Performance Centers (OPC) muss als solcher erkennbar sein. Und natürlich ist auch die Rennvariante der fünften Corsa-Generation deutlich erkennbar. Eine Hutze auf der Motorhaube, sechs zumeist knallige Lacktöne, Dachspoiler, 18 Zöller oder eine doppelflutige Edelstahl-Auspuffanlage unterstreichen, dass der Opel Corsa OPC über massig Muskelmasse verfügt, und zwar über viel mehr als die Mitbewerber, weshalb der Corsa OPC als der stärkste Vertreter der sportlichen Kleinwagenklasse – vom Mini John Cooper Works mal abgesehen - ausgefallen ist, die in Britannien mit Pocket Rocket umschrieben wird.


Drei PS weniger für den Opel Corsa OPC

Die kleinen Taschenraketen sind flink, quirlig und agil zugleich dank ihre Kürze und der zugleich kräftigen Leistung. Der Motor, der in der Nürburgring-Edition des Vorgängers noch drei PS mehr leistete und auch im Adam R2 arbeitet, ist grundsätzlich überarbeitet worden, auch um Euro 6 zu erfüllen.

Doch selbst 152 kW/207 PS reichen für den 1293 Kilogramm leichten Corsa OPC natürlich vollkommen aus. Dabei bewegt sich die frontgetriebene Rennsemmel bereits an der Grenze. Denn man muss sich dem Fahrzeug mit Fußspitzengefühl nähern. Die ersten Momente, wenn man voller Vorfreude das Gaspedal zu schnell herunterdrückt, fallen sehr ruckelig aus, weil die Kräfte zerren.

OPC optimiert Fahrwerk des Corsa

Der Opel Corsa OPC liegt wie ein Brett auf der Straße
Der Opel Corsa OPC liegt wie ein Brett auf der Straße © Opel

Doch man kommt schnell in den Rhythmus und kann dann die Leistung sinnvoll einsetzen – sprich: Kurvenjagd. Denn das Opel Performance Center (OPC) hat Schaltung, Getriebe und Fahrwerk weiter optimiert. Ein kurzer Schalthebel, eine verbesserte Schaltpräzision, neue Federn und Dämpfung sowie eine weitere Tieferlegung um zehn Millimeter und ein verbessertes Dämpfersystem verwandeln den Corsa OPC in das sprichwörtliche Brett, das auch in Kurven auf der Straße liegt. Um es zu verdeutlichen: Der Fahrer freut sich auf die nächste Kurve.

Die Insassen – nein, eigentlich nur der Fahrer – können dieser Fahrweise mehr als nur etwas abgewinnen. Während der Fahrer sich immer weiter an die Grenzen herantastet – im Competition Mode können Traktionskontrolle ausgeschaltet und ESP hochgesetzt werden – greift der Beifahrer immer öfter zum Haltegriff über der Tür, und die Personen auf den Sitzen hinter Fahrer und Beifahrer denken immer öfter darüber nach, warum sie den nicht gerade komfortablen Einstieg in den Dreitürer vorgenommen haben.

Opel Corsa OPC schafft Tempo 230

Bei gemäßigter Fahrweise dagegen verwandelt sich der Corsa OPC in einen Alltagssportler, der im Verkehr mitschwimmt, aber so ziemlich jedes Ampelduell für sich entscheiden könnte. 6,8 Sekunden dauert der Sprint bis Tempo 100, bei 230 Stundenkilometern verlassen den 1,6 Liter großen Turbo die Kräfte. Dass die angesetzten 7,5 Liter dann nicht zu halten sind, sollte selbstverständlich sein. Nach zügigen Bergfahrten mit wundervollen Serpentinen wurde der zweistellige Verbrauchsbereich knapp überschritten.

Doch überrascht dieser Wert nicht bei einem Fahrzeug mit 207 PS – und zudem steht dieser Wert bei einem mindestens 24.395 Euro teuren Sportler überhaupt nicht zur Debatte. Wem das noch nicht reicht, investiert als erstes 2990 für das Performance Paket und ist mit 18 Zöllern von Michelin, Brembo-Bremsen sowie einer strafferen Fahrwerksabstimmung und einem mechanischen Lamellen-Differenzial noch spritziger unterwegs, um die Mitbewerber weiter in die Tasche zu stecken.

Navigations-App ein wenig langsamer als der Opel Corsa OPC

© Opel

Nicht ganz mit dem Tempo mithalten kann die Bringo-Navigations-App, die über das Smartphone per IntelliLink-System auf den kleinen Monitor übertragen wird. Nach einer gewissen Zeit hat man sich darauf eingespielt.

Verlassen können sich die Insassen dafür auf die Sicherheitsfeatures, die natürlich vom Serienmodell auch Einzug in der Rennsemmel finden. Spur-Assistent, Kollisionswarner oder Verkehrszeichenerkennung per Frontkamera können für 700 Euro geordert werden, die Rückfahrkamera kostet weitere 295 Euro, um die Sicherheit der kleinen Taschen-Rakete auch bei schnellen Fahrten gewährleistet ist.






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