15. Juli 2015

Fahrbericht Marktstart Mitte September Mercedes GLC: Rückkehr zum Mainstream

Der Mercedes GLC macht im Gelände eine gute Figur. Fotos ▶
Der Mercedes GLC macht im Gelände eine gute Figur. © Daimler

Mitte September bringt Mercedes den GLC auf den Markt. Der Nachfolger des GLK hat optisch mit seinem Vorgänger leider nicht mehr viel gemein. Schade, denn ansonsten überzeugt das SUV.




Von Frank Mertens

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat 2015 zum Jahr der SUVs beim Autobauer ausgerufen. Nach dem Mercedes G 4x4 und dem gerade vorgestellten GLE samt Coupévariante, kommt nun der GLC, ehe Ende des Jahres noch der GLS folgt.

Für die Schwaben sind die Geländewagen eine Erfolgsgeschichte. Das zeigen auch die neuen Rekordabsatzzahlen nach dem ersten Halbjahr. Die hohen Wachstumsraten (im Juni gab es ein Plus von 19,3 Prozent) sind vor allem auf die guten Verkäufe der C-Klasse und der SUVs zurückzuführen. Dass das so weitergeht, dafür sollen die bald auf den Markt kommenden neuen Geländewagen sorgen.


Schluss mit Ecken und Kanten

Dabei heißt es mit Blick auf den neuen GLC Schluss mit Ecken und Kanten. Schade, werden viele denken. Denn der Nachfolger des Mercedes GLK, der der neuen Nomenklatura der Schwaben folgend nun GLC heißt, hat mit seinem Vorgänger optisch nicht mehr viel gemein. Wo der GLK mit seinen eckigen und kantigen Formen noch polarisierte, folgt das neue Kompakt-SUV doch eher weichgespült.

Vom Charaktertyp GLK ist beim Nachfolger nichts übrig geblieben, der nun den Mainstream anspricht. Man darf gespannt sein, wie das bei den GLK-Kunden ankommen wird. Denn die mögen ihn selbst noch im Modellauslauf, wie die hohen Bestelleingänge beweisen. Innerhalb der SUV-Familie ist der GLK übrigens der Bestseller. Er hat sich seit der Markteinführung 2008 mehr als 650.000 Mal verkauft.

Weniger Gewicht bei mehr Platz

Der Innenraum ist sehr wertig, halt so, wie man es von einem Premiumhersteller erwartet
Der Innenraum ist sehr wertig, halt so, wie man es von einem Premiumhersteller erwartet © Daimler

Doch das Design ist das eine, die inneren Werte das andere – und da hat der Neue einiges zu bieten und tröstet damit doch über das nun zu cleane Design hinweg. So hat der GLC im Vergleich zum Vorgänger beim Platz zugelegt – sowohl für Gepäck als auch für die Passagiere. Das Kofferraumvolumen wuchs um 80 Liter auf 550 Liter an (maximal stehen 1600 Liter zur Verfügung). Im Vergleich zum Vorgänger bringt der neue GLC dank konsequenten Leichtbaus nun 50 Kilogramm weniger auf die Waage als sein Vorgänger.

Und was bedeutet das für den Platz der Passagiere? Sie können sich bei dem nun 4,5 Meter breiten SUV über einen Zuwachs beim Knieraum um 3,6 Zentimeter und bei dem Ellenbogen- und Schulterbreite von 5,7 beziehungsweise 5,4 Zentimeter freuen. Das sorgt dafür, dass selbst Großgewachsene im Fond recht bequem und luftig sitzen können, wie die Sitzprobe auf der Rückbank zeigte.

Doch kommen wir zu den Fahrleistungen des von uns getesteten GLC 220 d 4Matic (ab 44.863 Euro) mit seinem 170 PS starken Vierzylinder-Motor. Mit einem Drehmoment von 400 Nm (es liegt zwischen 1400 bis 2800 Touren an) bringt er das mehr als 1,8 Tonnen schwere Midsize-SUV in Kombination mit der neuen und kraftstoffsparenden 9 G-Tronic durchaus kraftvoll auf Touren. So vergehen gerade einmal 8,3 Sekunden bis Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit ist bei 210 km/h erreicht. Das reicht. Und der Verbrauch? Er liegt bei genau fünf Litern, was einem CO2-Ausstoß von 129 g/km entspricht. Das ist mehr als ordentlich.

Im Gelände gut gerüstet

Und wie macht sich der GLC im Gelände? Schließlich ist er serienmäßig mit Allradantrieb unterwegs. Gut, sehr gut sogar, auch wenn das Gros der Kunden diese Stärke des neuen Mercedes-Modells nie erfahren wird, weil sie sich schlicht nicht abseits der Straßen bewegen werden. Für alle anderen indes bietet er eine Geländefähigkeit, die man von ihm gar nicht erwartet. Wie er eine 80 Grad-Steigung ohne Hauch der Irritation erklimmt, ist schon beachtlich und nötigt Respekt ab. Das trifft ebenso auf das Fahren an einer steilen Seitenwand beziehungsweise durch tiefe Löcher zu. Das macht er alles ziemlich souverän – auch dank der optionalen Luftfederung (Aufpreis 2261 Euro), mit der sich die Karosserie um bis zu fünf Zentimeter anheben lässt.

Sollte man sich denn irgendwann doch festgefahren haben, hilft einem das System durch das ebenfalls optionale Offroad-Paket (702 Euro) beim Freischaukeln. Dieses Paket ermöglicht es dem Fahrer zwischen fünf Fahrmodi (Glätte, Anhänger, Offroad, Steigung und Freischaukeln) das für das entsprechende Fahrprofil günstigste auszuwählen. Angesicht seiner Offroadfähigkeiten kann man für den GLC konstatieren: Wo G draufsteht, ist auch ein Stück G-Klasse drin.

Auch Plug-in-Hybrid im Angebot

Das Heck des GLC von Mercedes
Das Heck des GLC von Mercedes © Daimler

Wie bereits beim GLE wird es den GLC übrigens auch mit Plug-in-Hybrid zu kaufen geben. Der GLC 350e wird es auf eine Systemleistung von 327 PS bringen und soll sich mit einer Systemleistung von 327 PS mit einem Verbrauch von gerade einmal 2,6 Litern zufrieden geben.

Auch wenn der GLC mit seinem Design nicht an den charaktervollen Auftritt des GLK heranreicht, er ist am Ende ein gelungenes Auto mit überdurchschnittlich guten Offroadeigenschaften. Abgerundet wird der gute Eindruck durch einem komfortablen Innenraum, der neben mehr Platz dank der wertigen Verarbeitung viel Wohlfühlatmosphäre vermittelt. Entsprechend können die Hoffnungen der Mercedes-Verantwortlichen Realität werden, dass der GLC die Erfolgsgeschichte seines Vorgängers fortschreibt.






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