7. Dezember 2016

Fahrbericht Marktstart im Frühjahr Mercedes E-Klasse All-Terrain: Eigentlich zu schade fürs Gelände

Auch im Gelände macht die Mercedes E-Klasse All-Terrain eine gute Figur. Fotos ▶
Auch im Gelände macht die Mercedes E-Klasse All-Terrain eine gute Figur. © Daimler

Mercedes hat nun auch den Trend für Fahrzeuge mit Offroad-Optik erkannt und bringt im Frühjahr die E-Klasse als All-Terrain auf den Markt.




Von Frank Mertens

Manchmal dauert es bei Mercedes halt etwas länger, bevor man Trends entdeckt. So wie man lange Zeit seinen Kunden bis zur Einführung des GLA keinen Kompakt-SUV anbieten konnte, hatte man außer seinen Geländewagen auch kein Fahrzeug mit Offroad-Optik im Angebot. Bislang. Denn ab Frühjahr des kommenden Jahres bringen die Schwaben das T-Modell der E-Klasse als All-Terrain auf den Markt.

Während bei der Konkurrenz beispielsweise von Audi oder Volvo die Allroad- beziehungsweise Cross Country-Modelle für zusätzlichen Absatz sorgen, versucht sich nun also auch Mercedes in diesem Segment. Wer so spät kommt, der muss seinen Kunden dann aber auch etwas Überzeugendes bieten. Soviel vorweg: Das Warten hat sich gelohnt.


Verkleidungen am Radlauf

Von außen ist das neue Modell im Vergleich zu herkömmlichen T-Modell zum einen durch die schwarzen Kunststoffverkleidungen am Radlauf, dem Kühlergrill und dem Unterfahrschutz zu erkennen. Zugleich steht der All-Terrain um 2,9 Zentimeter höher auf der Straße. Damit steigt man zugleich auch wie bei den SUV bequemer ins Auto ein, was mit ein Grund für die Beliebtheit dieser Fahrzeuggattung ist. Serienmäßig ist der All-Terrain übrigens auf 19 Zoll-Leichtmetallfelgen unterwegs, was seinen Auftritt noch markanter macht. Optisch sieht das alles wirklich sehr ansprechend aus.

Doch wie schauen die Fahrleistungen dieses Kombi aus, der zum Marktstart als E 220d mit 194 PS angeboten wird, ehe etwas später noch ein Sechs-Zylinder-Diesel folgen wird? Gut, wirklich gut – und das nicht nur auf der Straße, sondern auch im Gelände. Doch dazu gleich mehr. Bleiben wir erst einmal auf dem Asphalt: Hier ist trotz der erhöhten Bodenfreiheit kein Unterschied zum normalen Kombi feststellbar. Die E-Klasse fährt sich hier ebenso komfortabel und dynamisch. Das maximale Drehmoment von 400 Nm (liegt zwischen 1600 und 3800 Touren an) sorgt in Kombination mit der Neungang-Automatik für einen kraftvollen Antritt. Wer will, der kann in acht Sekunden auf Tempo 100 sprinten, ehe bei 232 km/h die Spitzengeschwindigkeit erreicht wird.

Hoher Komfort

Der All-Terrain kann noch viel mehr als hier zu sehen
Der All-Terrain kann noch viel mehr als hier zu sehen © Daimler

Doch die wahren Stärken liegen nicht im Topspeed, sondern im Komfort – und dafür sorgt die serienmäßige Luftfederung, von Mercedes Air Body Control genannt. Zugleich ist auch das Fahrwerksprogramm Dynamic Select serienmäßig an Bord, mit dem der Fahrer unter fünf Modi wählen kann, darunter auch das Programm All-Terrain. Damit wären wir auch wieder zum Gelände zurückgekehrt, wo dieses Fahrzeug einen mit seinen Fähigkeiten abseits befestigter Straßen doch überrascht. Dank seines serienmäßigen Allradantriebs kraxelt der All-Terrain nicht nur die schneebedeckten Straßen hinauf zum 2474 Meter hohen Timmelsjoch, sondern legt den Weg abwärts ebenso ohne Probleme zurück.

Stellt man bei dieser Fahrt durch den Schnee den Fahrprogrammschalter auf All-Terrain, wird das Fahrwerk um zwei Zentimeter angehoben. Dies alles ist bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 35 km/h möglich.

So wie die E-Klasse All-Terrain Schnee und Eis meistert, meistert sie auch steile Anfahrten ohne Mühe im Gelände. Aber mit seinem eleganten Auftritt kommt einem der All-Terrain hier irgendwie doch deplatziert vor. Aber allzu häufig wird man dieses Fahrzeug dann wohl auch nicht abseits befestigter Straßen sehen. Wie viele andere Cross-Modelle gilt auch der All-Terrain eher als Lifestyle-Vehikel. Allerdings ist diese E-Klasse eines, mit dem man, wenn man denn will, auch mal locker etwas Offroad-Feeling haben kann. Der Preis für den All-Terrain steht übrigens noch nicht fest. Doch er soll rund 4000 Euro teurer sein als ein vergleichbares T-Modell mit 4Matic.






Mehr zur Marke Mercedes

Auf 275 Exemplare limitiertMercedes-AMG Projekt One mit Motorenquintett auf Speed

Mercedes-AMG bringt die Formel 1 auf die Straße. Das noch als Vorserienkonzept benannte Project One sprintet dank Unterstützung von gleich fünf Motoren in sechs Sekunden auf Tempo 200.


Schwaben erneut mit BestwertenMercedes mit Absatzrückgang in USA

Der Aufwärtstrend für Mercedes hält unverändert an. Im August konnten die Schwaben weltweit ihren Absatz um neun Prozent steigern. In den USA gab es indes Verluste.


Gemeinsames Joint VentureMercedes-Benz Vans steigt ins Carsharing ein

Die Transportersparte von Mercedes-Benz avanciert zur Mitfahrzentrale. Gemeinsam mit Via wird die öffentliche Personenbeförderung ergänzt und zugleich das Verkehrsaufkommen in den Städten verringert.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.