Mercedes B-Klasse: Klasse gebremst

Auch mit Erdgas- und Elektroantrieb

Die Mercedes B-Klasse erhielt die Goldene Plakette des TÜV.
Die Mercedes B-Klasse erhielt die Goldene Plakette des TÜV. © Mercedes

Mercedes legt bei der B-Klasse noch mehr Wert auf Sicherheit. Der erweiterte Sicherheitsassistent ist zugleich ein weiterer Schritt hin zum autonomen Fahren.

Von Thomas Flehmer

Zosch – da fliegen die zusammengesetzten Schaumstoffwürfel auseinander. Im letzten Moment wurde noch das Lenkrad bewegt und somit der Collision-Prevention-Assist-Plus außer Kraft gesetzt, da das System glaubt, der Fahrer würde aktiv eingreifen. Denn das System funktioniert nur, wenn der Fahrer abgelenkt ist und überhaupt nicht eingreift, wie der zweite Anlauf eindrucksvoll unter Beweis stellte. Zentimeter vor den Schaumstoffwürfeln kam die ab dem 29. November erhältliche überarbeitete B-Klasse von Mercedes zum Stehen.

Bis zu 28 Prozent weniger Auffahrunfälle

Mit dem modifizierten Assistenzsystem machen die Stuttgarter einen weiteren Schritt zum unfallfreien Fahren – und natürlich auch zum autonomen Fahren. Fahrer und Beifahrer müssen sich keine Sorgen um Leib und Leben machen und auch keine Angst vor Beulen in der neuen B-Klasse haben, denn das Assistenzsystem ist serienmäßig an Bord.

Rund 14 Prozent weniger Auffahrunfälle notierte Mercedes für die seit 2011 umherfahrende zweite Generation der B-Klasse. Mit dem modifizierten Assistenten soll das Unfallrisiko um bis zu 28 Prozent mit dem gelifteten Familien-Van gemindert werden.

Mit der Mercedes B-Klasse ins Internet

Mercedes führt die geliftete B-Klasse am 29. November ein.
Das freistehende Display dominiert das Cockpit der Mercedes B-Klasse Mercedes

Das Sicherheitsfeature ist die wichtigste Neuerung bei dem Facelift. Optisch erhielt die neue B-Klasse Tagfahrlicht und Modernisierungen am Kühlergrill sowie den Stoßfängern. Den Innenraum ziert nun ein acht Zoll großes Display auf der Mittelkonsole, welches einem iPad sehr stark ähnelt, aber nicht per Touch, sondern nur per Drehknopf bedient werden kann. So gelingt per "Connect me" auch der Gang ins Internet.

Ansonsten hat die 4,36 Meter lange B-Klasse ihre Großzügigkeit beim Platzangebot behalten und verfügt über gut konturierte Sitze, mit denen auch längere Fahrten nicht zum Problem werden.

Mercedes B-Klasse auch mit Erdgas und Elektro

Mercedes führt die geliftete B-Klasse am 29. November ein.
Zwölf Antriebe stehen für Mercedes B-Klasse zur Auswahl Mercedes

Zwischen jeweils fünf Benzinern und Dieseln sowie einem Erdgas- und Elektroantrieb kann gewählt werden, wobei die beiden Top-Diesel mit jeweils 2,2 Litern Hubraum die Volumenmodelle darstellen.

Dabei sollte dem 220 CDI der Vorzug vor dem 200 CDI gegeben werden – allein wegen der Spritzigkeit. So verfügt der 220 CDI über 130 kW/177 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment, während sich die kleinere Ausgabe mit 100 kW/136 PS und 300 Newtonmetern zufrieden geben muss und auch für den Sprint mit 9,8 Sekunden gleich 1,5 Sekunden länger braucht als der 220 CDI.

Topdiesel der Mercedes B-Klasse mit Energieeffizienzklasse A+

Mercedes führt die geliftete B-Klasse am 29. November ein.
Der Mercedes B 220 CDI begnügt sich mit 4,1 Litern Mercedes

Dass der 220 CDI die Geschwindigkeit auf dem Asphalt umsetzen kann, dafür sorgt das glänzend eingestellte Fahrwerk, das auch in engen Kurven souverän die Spur hält und dank der Lenkung und dem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe jederzeit den sportlichen Charakter unter Beweis stellt. Dass die Endgeschwindigkeit beim 200er bereits bei 210 km/h erreicht ist und somit 14 km/h früher als beim stärkeren Selbstzünder ist zu verschmerzen. Doch auch im Verbrauch schlägt sich der 220er besser und liegt mit 4,1 Litern 0,2 Liter unter dem schwächeren Diesel. Beide Modelle erreichen aber damit die Effizienzklasse A+.

Der Minderverbrauch wird im Laufe der Zeit auch dafür sorgen, dass sich die Preisdifferenz zwischen beiden Modellen zumindest etwas verringert. Denn für die knapp 50 PS mehr müssen die Interessenten 36.027 Euro hinblättern, während beim B 200 CDI die Preise bei 31.088 Euro beginnen. Sind beide mit Allradantrieb ausgestattet, verringert sich die Differenz erheblich. Dann stehen 35.462 Euro für den B 220 CDI 4Matic 38.228 Euro gegenüber.

Der Einstieg für die neue B-Klasse, die seit diesem Jahr mit dem BMW Active Tourer einen neuen Konkurrenten im Segment hat, selbst beginnt mit dem B 180 BlueEffiency Edition bei 27.578 Euro, der kleinste Diesel B 160 CDI kostet mindestens knappe 330 Euro mehr. Doch kann die B-Klasse auch weiterhin individualisiert werden, was der Geldbeutel hergibt. Denn nicht alle Systeme wie der Collision-Prevention-Assist sind serienmäßig installiert.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.