11. Mai 2017

Fahrbericht Kombi mit sportlichem Anspruch Mazda6 Skyactiv-D 150 AWD: Wer schön sein will . . .

Der Mazda6 Kombi zählt zu den schönsten Vertretern des Segments
Der Mazda6 Kombi zählt zu den schönsten Vertretern des Segments © AG/Flehmer

Der Mazda6 gehört zu den am schönsten gestalteten Kombis auf unseren Straßen. Doch die äußere Schönheit zieht leider auch Nachteile der praktischen Art nach sich.




Von Thomas Flehmer

Schöne Kombis müssen nicht nur aus der Premiumklasse kommen und Avant heißen. Auch in der Mittelklasse macht zum Beispiel der Mazda6 den selbst ernannten Titelanspruch der VW-Tochter aus Ingolstadt streitig.

Eine dynamisch geformte Karosserie mit langer Motorhaube und einer zum Heck abfallenden Dachlinie erfreut nicht nur die Herzen der Designer, sondern sticht explizit aus der Masse der Kombis heraus. Die Nähe zu einem sportlichen Coupé ist bei einer Höhe von lediglich 1,48 Metern gegeben.


Beengter Ein- und Ausstieg beim Mazda6 Kombi

Dass dahinter eine bestimmte Design-Philosophie steckt, die sich auch auf die anderen Modelle des japanischen Herstellers bezieht, ist ein schöner Nebenaspekt am Rande, der allerdings auch sehr schnell verflogen ist.

Denn schon der Einstieg gestaltet sich schwierig. Nicht nur ältere Personen müssen sich fast schon in Sportwagenmanier auf den Vordersitzen platzieren. Auch jüngere und größer gewachsene Personen um die 1,90 Meter tendieren beim Aussteigen zum Klappmesser.

Kuschlige Verhältnisse im Mazda6 Kombi

Auch im Cockpit geht es beengt zu
Auch im Cockpit geht es beengt zu © AG/Flehmer

Die Enge setzt sich mit dem Platz fort. Zwar weist der Kombi eine Breite von 1,84 Metern auf, doch gerade bei kühleren Temperaturen, bei denen Fahrer und Beifahrer noch nicht vom Mantel lassen konnten, geht es recht beengt zu. Auch hier wirkt sich die formschöne schmale Hülle als Nachteil für die Insassen aus – und zwar nicht nur für die vollschlanken, sondern auch für die Personen, die nicht so viel Lebensgewicht auf die Waage schmettern.

Selbst mit Mantel erfreut sich der Fahrer dann über das beheizbare Lenkrad. Wer es einmal genießen konnte, möchte es bei den derzeitigen Temperaturen auch nicht mehr missen. Für die Instrumente und das Mazda Audio-System sowie dem Bose Centerpoint mit elf Lautsprechern, das in der Version Nakama an Bord ist, benötigen Fahrer und Beifahrer kaum Eingewöhnungszeit. Dass der 6er schon etwas in die Jahre gekommen ist, belegen die USB-Steckplätze, die sich noch unter der Mittelarmlehne befinden anstatt in der leicht erreichbaren vorderen Mittelkonsole.

Auf den hinteren Plätzen können sich zwei Personen gut aufhalten, allerdings kommt ihnen dann die abfallende Dachlinie entgegen. Keine Probleme gibt es beim Kofferraum. Hier bieten 522 Liter Platz auch für das Reisegepäck.

Traditionelle Mazda-Stärken

Das Fahrwerk des Mazda6 meistert viele Hürden
Das Fahrwerk des Mazda6 meistert viele Hürden © AG/Flehmer

Während der sportliche Schnitt für Einschnitte beim Platz sorgt, knüpft der 110 kW/150 PS starke Vierzylinder an die dynamischen Versprechen der Karosserie wieder an. Ausgestattet mit einem Drehmoment von 380 Newtonmetern zwischen 1800 und 2600 Umdrehungen gelingt der Sprint des 4,81 Meter langen Sechsers innerhalb von 9,5 Sekunden.

Mazda-typisch lassen sich die sechs Vorwärtsgänge direkt einlegen, sodass nur noch die vor einem fahrenden Fahrzeuge den Weg zur Höchstgeschwindigkeit von 201 Stundenkilometern verhindern. Dabei muss der Fahrer noch selbst aufpassen, dem Vordermann nicht den Kofferraum zu verkleinern, da ein Abstandstempomat noch fehlt und der Spurwechselassistent noch allein auf sich gestellt ist.

Ebenso Mazda-typisch agiert das Fahrwerk souverän und erhält für die Landstraßenkurven Unterstützung durch die neue Fahrdynamikregelung G-Vectoring. Auch hier erfüllt der Kombi die sportlichen Ansprüche voll und ganz und sorgt für eine gewisse Fahrfreude des Familientransporters.

Sparsamer Diesel des Mazda6 Kombi

Souverän agieren auch die Aggregate der Skyactiv-Familie. Waren die Modelle früherer Generationen dem Durst nicht abgeneigt, so pendelte sich der Verbrauch des 1,6 Tonners in der Stadt – bei zahlreichen Kilometern auf der tempolimitierten Stadtautobahn - bei den auf der Rolle ermittelten 6,1 Litern ein. Das passiert nicht häufig. Hilfreich hierbei das schon häufiger gelobte Stopp-Start-System von Mazda sowie die Bremsenergierückgewinnung i-Eloop, die sich verbrauchsmindernd auswirken.

Über Land stand für den Allradler ein Liter mehr auf der Uhr, doch je nach Fahrweise geht es auch noch höher, denn der gelungene Mix von Fahrwerk und Aggregat spornt den rechten Fuß häufiger an, Druck zu erzeugen. Bevor Gas gegeben werden kann, müssen für den Mazda6 Skyactiv-D 150 AWD i-Eloop Nakama mindestens 36.590 Euro investiert werden.

Der sehr gut ausgestattete Testwagen verfügte noch über das Mazda SD-Navigationssystem sowie die Sonderfarbe Rubinrot Metallic, die natürlich die sportlichen Ambitionen des Sechsers unterstreicht, den Kombi aber auch schon in Richtung der preislichen Sphären bringt, in denen schöne Kombis Avant heißen.






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