23. Oktober 2013

Fahrbericht Praktische Schiebetüren Mazda5: Praktisch für fast alle

Der Mazda5 gibt sich vor allem sehr alltagstauglich.
Der Mazda5 gibt sich vor allem sehr alltagstauglich. © Mazda

Der Mazda5 ist ideal für den Kurzstreckentransport zahlreicher Personen. PS-freudige Familienväter werden dagegen ihre Dynamik zurücknehmen müssen.




Für Soccer-Moms und –Dads auf der Suche nach einem neuen Shuttle-Fahrzeug könnte der Mazda5 das passende Team-Mitglied sein. Nicht sehr viele Autos eignen sich besser für den Kurzstreckentransport einer halben Nachwuchs-Fußballmannschaft zwischen Schulhof und Trainingsplatz. Neben den Schiebtüren und der dritten Sitzreihe hat auch die unaufgeregte Machart daran einen Anteil.


Schiebetüren als Pluspunkt für Mazda5

Zwar hat Mazda sich zur Markteinführung 2010 durchaus bemüht, der genretypischen Kastenform des Vans ein wenig Dynamik beizugeben. Wirklich übertünchen können die geschwungenen Kotflügel und die verspielten Wellen den Nutzraum-Charakter des Fünfers nicht. Wer einsteigt, findet sich passend dazu in einer nüchternen Hartplastik-Welt wieder. Besonders schön ist das nicht, wenn aber dann die komplett verdreckten Fußball-Junioren die sechs Mitfahrer-Plätze entern, freut man sich fast über die anspruchslosen und abwaschbaren Oberflächen.

Ein wirklicher Pluspunkt sind die Schiebetüren. Bei Bodychecks und Rangeleien während des Einstiegs muss der Fahrer zumindest nicht um die Intaktheit nebenan geparkter Autos fürchten und kann dem jugendlichen Übermut seinen Lauf lassen. Da die Portale zudem ungewöhnlich weit zurückfahren, ist auch das Entern der dritten Sitzreihe kein Problem. Vor allem, da die äußeren Sitze der zweiten Reihe auch noch längs verschoben werden können.

Individuelles Sitzsystem des Mazda5

Für durchschnittlich große Erwachsene ist Reihe drei trotzdem eine Strafbank. Und auch auf dem Mittelsitz in Reihe zwei sollte man eher den wuseligen Mittelfeldmotor als das Kopfballungeheuer des Teams platzieren. Beides ist in dieser Fahrzeugklasse aber nicht ungewöhnlich.

Ebenso wenig wie der eingeschränkte Gepäckraum bei voller Bestuhlung, der 112 Liter fasst; werden die Sitze sechs und sieben im Boden versenkt sind es ordentliche 426 Liter. Eine Besonderheit hingegen ist, dass der komplette Mittelsitz weggeklappt werden kann, so dass die äußeren Passagiere dann auf zwei Einzelsitzen genug Platz für Extremitäten und Sporttaschen haben.

Verhaltener Benziner des Mazda5

Die Schiebetüren sind ein klarer Pluspunkt für den Mazda5
Die Schiebetüren sind ein klarer Pluspunkt für den Mazda5 © Mazda

Während der Mazda5 bei der Variabilität und beim Alltagsnutzen also volle drei Punkte einfährt, bietet er in anderer Hinsicht eher Mittelmaß. So geht der von uns gefahrene 2,0-Liter-Benziner zwar ruhig und kultiviert zu Werke, aber auch deutlich verhalten. Die auf dem Papier üppigen 110 kW/150 PS jedenfalls spürt man selten – auch wegen des sehr lang übersetzten Sechsganggetriebes. Durchzug entwickelt der frei saugende Direkteinspritzer – eine in Zeiten von Downsizing und Turboladung seltene Motorengattung – erst weit jenseits der 4000 Touren.

Im Stadtverkehr stört das aber wenig, dort überwiegen die positiven akustischen Eigenschaften. Auch der Verbrauch geht mit rund 8,5 Litern in Ordnung. Auf der Autobahn jedoch genehmigt sich der massige Mazda schnell zehn Liter oder mehr. Eigentlich wäre also ein Diesel die bessere Wahl für die Fahrt zum Auswärtsspiel. Einziger entsprechender Motor im Angebot ist jedoch ein 85 kW/115 PS starker 1,6-Liter-Selbstzünder – ebenfalls nicht gerade ein Ausbund an Temperament (null auf 100 km/h in 13,4 Sek.) und zudem knapp 1000 Euro teurer in der Anschaffung.

Mazda5 im Mittelfeld der Kompakt-Van-Liga

Der Innenraum des Mazda5 ist nüchtern ausgefallen
Der Innenraum des Mazda5 ist nüchtern ausgefallen © Mazda

Letztlich ist der Antrieb die entscheidende Schwachstelle des Mazda. So richtig drängt sich keiner der drei Motoren auf (Nummer drei ist ein 1,8-Liter-Benziner mit 85 kW/115 PS). Schade, da erstens das Fahrwerk einen durchaus gelungenen Kompromiss zwischen Komfort und Straffheit findet. Und die Japaner zweitens mittlerweile deutlich bessere Motoren im Angebot haben – nur halt nicht im Fünfer.

Insgesamt reicht es trotz der ausgeprägten Alltagstugenden so nur zu einem Platz im Mittelfeld der Kompakt-Van-Liga. Da kann auch der nicht nur in Anbetracht der ordentlichen Ausstattung (3. Sitzreihe, Klimaautomatik, Start-Stopp-System) relativ günstige Preis des Testwagens nicht mehr viel retten. 24.950 Euro werden fällig (die Einstiegsvariante mit dem kleinen Benziner sowie weniger Extras gibt es für 20.890 Euro). Zum Vergleich: Der direkte Konkurrent Ford Grand C-Max kostet als Siebensitzer mit dem 150-PS-Benziner, aber weniger Ausstattung, 24.070 Euro. (SP-X)






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