Mazda3 Skyactiv-G 165: Der Sportler der Kompakten

Eigener Weg der Japaner

Der neue Mazda3.
Der Mazda3 ist sportlich-elegant gezeichnet. © Mazda

Mazda hat seinen kompakten Dreier auch mit 165 PS ausgestattet. Das Plus an Leistung harmoniert gut mit der äußeren Hülle – zugleich ist der Durst zurückgegangen.

Von Thomas Flehmer

In der Kompaktklasse geht es zumeist bieder und direkt zu. Der das Segment beherrschende VW Golf hat seine klaren Linien auch nach 40 Jahren nicht verloren. Die jüngeren Segmentmitglieder müssen deshalb mehr auffahren, um dem Klassiker aus Wolfsburg die Stirn zu bieten. Mazda ist dieses mit dem neuen Dreier gelungen.

Mazda3 versprüht Sportwagen-Flair

Schön äußerlich setzt sich der Japaner mit einer sportlichen Linienführung ab und folgt damit als drittes Modell des Unternehmens nach dem CX-5 und Mazda6 der so genannten Kodo-Designlinie. Nicht erst auf der Straße zeigt sich der Kompakte als Freund der Kurven, er lebt es selbst vor. Eine geschwungene Front mit einem auffällig rund geschliffenen Kühlergrill sorgt für Aufsehen, die schmal geschnittenen Scheinwerfer für eine gewisse Aggressivität.

Am schönsten ist aber die Seitenlinie ausgefallen, die fast schon Sportwagen-Flair hervorruft. Das Heck reiht sich dagegen in den Einheitsbrei des Segmentes ein. Es sei denn, es wurde die in diesen Breitengeraden eher untypische Stufenheckform gewählt.

Mazda3 mit Headup-Display

Auch der Innenraum hat ordentlich dazugewonnen. Das Lenkrad beherbergt zwar immer noch einige Schalter, aber nicht mehr so viele wie in früheren Ausgaben. Schalter und Instrumente sind zum Teil aus der Mittelkonsole abgezogen worden und werden nun über den sieben Zoll großen Touchscreen auf dem Armaturenbrett bedient. Das bedeutet zunächst eine gewisse Zeit der Eingewöhnung, ist dann aber auch leicht zu bedienen. Im direkten Blickfeld des Fahrers befindet sich dann nur noch das neu gestaltete Rundinstrument, in dem groß die Drehzahlen und etwas kleiner die Geschwindigkeit angezeigt wird. Auch hier dauert es etwas, ehe man sich daran gewöhnt hat.

Je nach Ausstattung hat zudem ein Headup-Display Einzug in die Dreier-Klasse gehalten, auf dem Geschwindigkeit oder der zu fahrende Weg angezeigt werden, damit der Fahrer auch weiter seine Augen besser dem Verkehr widmen kann.

Das Cockpit des neuen Mazda3.
Das Cockpit des Mazda3 wurde stark aufgewertet Mazda

Die Mitfahrer können die Fahrt in bequemen Sitzen genießen. Dank eines Radstandes über immerhin 2,70 Meter bestehen keine Platzprobleme und auch die Köpfe können die Personen auf den hinteren Sitzen gerade halten. Mit 364 Litern Kofferraumvolumen liegt der Inhalt ein wenig hinter dem Platzangebotes des Golfs. Trotzdem können genug Gepäck von vier oder fünf Personen für den Wochenendtrip aufgenommen werden.

165 PS für den Mazda3

Der Mazda3 setzt neue Maßstäbe.
Der Mazda3 verfügt über eine sportlich-elegante Seitenlinie Mazda

Die Reise selbst verläuft mit dem zwei Liter großen Skyactiv-G 165 sehr flott. Der in zwei Leistungsstufen erhältliche Vierzylinder der neuen Motorengeneration hält sich auch mit der 121 kW/165 PS stärkeren Variante beim Durst zurück. In der Stadt waren es 7,2 Liter, über Land 0,3 Liter weniger, wenn das Tempo zwischen 120 und 130 km/h lag. Gute Werte für die 165 PS-Variante.

Lässt man natürlich die 210 Newtonmeter Drehmoment von der Leine, um in 8,2 Sekunden Tempo 100 oder die Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h zu erreichen, geht die Nadel kontinuierlich nach oben. Und dank des guten Fahrwerk und der traditionell sportlich zu bedienenden Schaltung kommt die Lust an der Fahrdynamik der sportlich gestalteten Hülle stark entgegen.

Sehr schnelles Stopp-Start-System von Mazda

Der Mazda3 setzt neue Maßstäbe.
Bei 17.000 Euro beginnen die Preise des Mazda3. Mazda

Aber es würde auch noch sparsamer gehen. Denn der Mazda3 verfügt über das regenerative Bremssystem i-Eloop, das beim Rollen oder Bremsen Energie speichert und damit die elektrischen Systeme an Bord bedient. Verbunden mit dem merklich schneller als bei anderen Herstellern agierenden Stopp-Start-System wird besonders in der Stadt der Spargedanke gefördert.

Und sparen ist auch angesagt. Kostet die Basisversion knapp 17.000 Euro, so müssen für den Top-Benziner mit Sports-Line-Ausstattung mindestens 25.290 Euro auf die hohe Kante gelegt werden. Mit Navi, Lederausstattung oder dem Technikpaket sind es dann gar 28.140 Euro für ein optimal ausgestattetes Auto, was dann nur in Sachen Preispolitik sich nach dem Segmentführer richtet, ansonsten einen eigenen Weg bestreitet.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.