5. Juni 2013

Fahrbericht Fingerzeig für weitere Modelle Maserati Quattroporte S Q4: Neue Zeiten

Maserati feiert mit dem Quattroporte S Q4 eine Premiere.
Maserati feiert mit dem Quattroporte S Q4 eine Premiere. © Maserati

Neue Zeiten erfordern neue Konzepte. Maserati feiert auf der Suche nach neuen Kunden nach zwei Jahrzehnten ein Comeback beim Quattroporte sowie eine Premiere.




Leistung und Luxus satt und immer am oberen Ende des Segments – so hat Maserati den Quattroporte als ebenso potente wie prunkvolle Limousine für Genießer mit gut gefülltem Konto etabliert. Doch jetzt brechen bei den Italienern neue Zeiten an: Weil Firmenchef Harald Wester den Absatz bis 2015 von heute nicht einmal 10.000 auf über 50.000 Fahrzeuge steigern will, gibt die vornehme Fiat-Tochter ihre exklusive Ausnahmestellung auf und steigt vom Olymp herab – zumindest ein Stückchen. Um neue Kundenschichten zu erschließen und auch im Firmengeschäft zu punkten, bringt Maserati jetzt im Quattroporte erstmals seit rund zwei Jahrzehnten wieder einen V6-Motor an den Start. Und als wäre das noch nicht genug des Neuen, gibt es die feudale Designer-Limousine nun erstmals auch mit Allradantrieb.


Vergnügen kommt bei Maserati Quattroporte S Q4 nicht zu kurz

Auf den ersten Blick ist der drei Liter große Sechszylinder, der genau wie der V8 mit seinen 3,8 Litern Hubraum bei der schnellen Schwester Ferrari gebaut wird, vor allem eine Wahl der Vernunft. Schließlich ist er mit einem Grundpreis von 107.695 Euro rund ein Drittel billiger als das bisherige Modell und mit einem Verbrauch von 10,4 Litern obendrein knapp zwei Liter sparsamer.

Doch kommt bei dem Motor auch das Vergnügen nicht zu kurz: Mit 300 kW/410 PS und 550 Nm gehört der Quattroporte selbst in der Basisversion noch zu den stärksten Luxuslinern am Markt und geht entsprechend behände zur Sache: Wer in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen will, muss dafür bei Audi, BMW oder Mercedes meist zwei Zylinder mehr bestellen. Und mit einem Spitzentempo von 283 km/h fährt der Quattroporte der deutschen Konkurrenz ohnehin davon. Schließlich drehen die ihren Luxuslimousinen bei 250 km/h den Saft ab und lassen nur den Tuningmodellen mehr Auslauf.

Maserati Quattroporte S Q4 mit charakteristischem Fauchen

Genau wie beim Tempo haben die Italiener auch beim Klang die Nase vorn. Natürlich grollt der V6 nicht ganz so verlockend wie der V8. Doch schon beim Anlassen hört man ein charakteristisches Fauchen und wenn sich im Sportmodus die Schallklappen in den vier Endrohren öffnen und der V6 mit voller Inbrunst bläst, dann klingeln den Insassen die Ohren und das Ensemble der Arena in Verona wird plötzlich zum Kinderchor.

Dass der V6 fast so viel Spaß macht wie der Achtzylinder hat aber noch einen weiteren Grund: Den neuen Allradantrieb, den Maserati ohne Rücksicht auf Audi und seine kommenden Geländewagen frech "Q4" nennt. Grundsätzlich auch weiter auf den reinen Heckantrieb fokussiert, leitet er binnen 150 Millisekunden bis zu 50 Prozent der Kraft an die Vorderachse und sorgt so dafür, dass der Luxusliner auch bei schlechter Traktion gut vom Fleck kommt, in Kurven stabiler fährt und man den Designeranzug über alle vier Jahreszeiten genießen kann. Brioni für Quattro Stagioni sozusagen.

Maserati Ghibli und Levante mit identischem Konzept

Mit dem V6-Motor für den Quattroporte, den es im nächsten Jahr für noch einmal 3000 Euro weniger auch als reinen Hecktriebler geben wird, ist es bei den Italienern aber noch nicht getan. Denn allein damit ließen sich die gewaltigen Stückzahlzuwächse natürlich nicht stemmen.

Vielmehr ruhen die Hoffnungen von Firmenchef Wester dabei auf dem neuen Ghibli, der nach den Sommerferien als kleiner Quattroporte-Bruder im Format der E-Klasse in den Handel kommt und mehr noch auf dem Geländewagen Levante, der für 2014 auf dem Plan steht. Allerdings gibt es zwei Elemente, die alle drei Baureihen einen: Egal ob Quattroporte, Ghibli oder Levante – immer sind V6 und Q4 mit von der Partie. (SP-X)






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Maserati

Fünf Brüder gründeten 1914 die Marke mit dem Dreizack, der eine Hommage an die Heimatstadt Bologna ist und im richtigen Leben den Neptunbrunnen der Stadt ziert. Bereits zur Gründung hatten sich die Brüder ausschließlich dem Rennsport verschrieben, die größten Erfolge kamen allerdings erst in den 50er Jahren. Der Argentinier Juan Manuel Fangio gewann 1957 auf einem Maserati sein fünftes Championat. Nachdem Citroen Ende der 60er Jahre 60 Prozent an dem italienischen Unternehmen hielt, übernahm Fiat 1993 das Kommando und gliederte vier Jahre später Maserati bei Ferrari ein. Seit 2005 ist Maserati aber wieder ein eigenständiges Unternehmen im Fiat-Konzern, arbeitet aber weiterhin eng mit Ferrari zusammen.



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