24. Mai 2013

Fahrbericht Ab dem 29. Juni Lexus IS: Der Zarte und der Harte

Der IS erhält als letztes Lexus-Modell einen Hybridantrieb. Fotos ▶
Der IS erhält als letztes Lexus-Modell einen Hybridantrieb. © Lexus

Lexus hat bei der dritten IS-Generation erstmals einen Vollhybrid-Antrieb verbaut. Wer jedoch der dynamischen Optik der Sportlimousine folgen möchte, sollte auf den Sechszylinder zurückgreifen.




Von Thomas Flehmer

Die Auswahl ist übersichtlich. Wer die dritte Generation des Lexus IS ab dem 29. Juni fahren möchte, kann zwischen Sparsamkeit und Sportlichkeit wählen. Neben einem Sechszylinder-Benziner erhält nun auch die IS-Baureihe als letzte bei Lexus einen Hybridantrieb.


Markanterer Diabolo-Kühlergrill des Lexus IS

Anders als beim Toyota Prius oder dem Lexus CT 200h arbeiten beim IS 300h zwei kraftvollere Motoren miteinander. Der 2,5 Liter große Vierzylinder verfügt über 133 kW/181 PS, der Elektromotor hält 105 kW/143 PS bereit. Beide zusammen kommen auf eine Systemleistung von 164 kW/223 PS. Eigentlich genug für die um acht Zentimeter auf 4,67 Meter Länge gewachsene Limousine, die nah an der im vergangenen Jahr in Paris vorgestellten Studie LF-CC ausgefallen ist.

Der Lexus-typische Diabolo-Kühlergrill wurde noch markanter gestaltet, die Tagfahrleuchten von den Scheinwerfern getrennt. In der Version F-Sport wurde dem Grill ein eigenständiges Rauten-Design verschafft, was das Aussehen weiter schärft. Die Seitenlinie unterstützt den dynamischen Anspruch der Limousine, ein cW-Wert von 0,25 reicht zwar nicht an den Aerodynamik-Weltmeister Mercedes CLA heran, ist aber trotzdem ganz oben angesiedelt.

Zähes CVT-Getriebe im Lexus IS 300h

Der Innenraum wurde weiter aufgewertet. In der F-Sport-Variante haben die Ingenieure die Armaturen aus dem Supersportwagen LFA übernommen. Drei spürbare Fahrmodi stehen für die jeweilige Ausfahrt zur Verfügung, die Sitze sind sportlich straff und trotzdem bequem, die Lenkung agiert direkt, das Fahrwerk auf sportlich ausgelegt ohne dabei zu hart zu wirken.

Die Zutaten für ein sportliches Gericht sind bereitet, die Vorfreude auf die erste Ausfahrt groß. Allerdings – und das sollte vor dem ersten Gasgeben bei aller Freude nicht vergessen werden: Der IS 300h ist ein Hybrid und hat ein CVT-Getriebe an Bord. Das stufenlose Hybridgetriebe nimmt – weniger als beim Prius oder CT 200h – dem IS 300h die Kraft und wirkt beim Spurt recht zäh. Durch gezieltes Dämmmaterial dringt der sehr anstrengend klingende Sound des Getriebes nicht so stark in den Innenraum wie bei den kleineren Hybridschwestern. Und 8,3 Sekunden für den Sprint sehen auch nicht so schlecht aus, gefühlt scheint man jedoch länger unterwegs zu sein.

Lexus IS 300h benötigt 4,2 Liter

Der Innenraum des Lexus IS hat dazugewonnen
Der Innenraum des Lexus IS hat dazugewonnen © Lexus

Zudem wird der IS 300h bei 200 km/h aus Sparsamkeitsgründen abgeregelt. Denn spätestens hier tritt der Hybridgedanke des Sparens zutage. Mit 4,3 Litern und somit einem CO2-Ausstoß über 99 Gramm pro Kilometer soll sich der Vollhybride, dessen Batterie unter dem Kofferraum verbaut ist und den Ladeplatz im Vergleich zum IS 250 um 30 Liter auf immer noch gute 450 Liter einschränkt, begnügen.

Dass ein Sound-Generator den Innenraum in einen Boliden verwandelt, wirkt nach den ersten Klängen ganz nett, ist aber nicht mehr als eine Spielerei. Dafür ist der Preis für einen Hybriden sehr attraktiv. Dank bereits fünf Millionen verkaufter Hybridfahrzeuge von Toyota und Lexus kann der IS 300h zum Dieselpreis von 36.700 Euro angeboten werden, in der F Sport-Variante werden mindestens 45.900 Euro fällig.

Lexus IS 250 fahrdynamischer als 300h

Der Lexus IS in der Variante F-Sport
Der Lexus IS in der Variante F-Sport © Lexus

Weitere Assistenten und das Festplattensystem mit dem Highend-Audiosystem Mark Levinson, dass das Auto in einen kleinen Konzertsaal verwandelt, treiben den Preis um weitere 10.000 Euro hoch. Für die Zielkundschaft, die im Alters-Durchschnitt eine Fünf vor dem Komma hat, nicht die schlechteste Wahl. Ein sportlich aussehendes Auto mit sparsamen Genen und ausreichender Leistung – schließlich sind die Zeiten der Pistenjäger schon einige Jahre vorbei.

Wer aber das sportliche Design auch im technischen Bereich ausfahren möchte, greift zum IS 250. Der 2,5 Liter große Sechszylinder verfügt zwar „nur“ über 153 kW/208 PS, präsentiert sich aber deutlich spritziger, da hier eine Sechsstufen-Automatik den sportlichen Anforderungen anpasst. Die 8,1 Sekunden für den Sprint werden auch so wahrgenommen und der Vortrieb endet erst bei 225 km/h. Dafür kommen aber höhere Folgekosten auf den Besitzer des IS 250 zu. Zwar ist der IS 250 mit einem Einstiegspreis von 34.200 Euro – die Version F-Sport startet bei 40.150 Euro – günstiger als der Hybrid, doch die Differenz wird sich schnell amortisieren, da der IS 250 mit 8,6 Litern genau doppelt so viel Sprit verlangt als der Hybride. So ist die Auswahl recht einfach: sportlich oder sparsam.

Kein Kombi und Diesel für den Lexus IS

600 Einheiten will Lexus vom IS 2013 verkaufen
600 Einheiten will Lexus vom IS 2013 verkaufen © Lexus

Eine frühere Dieselversion, die in Europa angeboten wurde, rechnet sich für die dritte Generation nicht. Auf sie wurde ebenso verzichtet wie auf einen in der Premium-Mittelklasse in Europa recht beliebten Kombi. So bleibt Lexus bei den Verkaufszahlen auch bescheiden, für Deutschland wird in diesem Jahr mit gerade einmal 600 verkauften Einheiten gerechnet – trotz überschaubarer Auswahl.






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