27. Februar 2014

Fahrbericht Hybrider Kompakter Lexus CT 200h: Straffer und günstiger

Der neue Lexus CT 200h ist sparsamer geworden.
Der neue Lexus CT 200h ist sparsamer geworden. © Lexus

Mit hohen Erwartungen war der Lexus CT 200h vor drei Jahren gestartet. Ein frühes Facelift sowie motorische Maßnahmen und eine signifikante Preissenkung sollen den Vollhybriden wieder zu mehr Attraktivität verhelfen.




Nicht jeder Käufer eines Kompaktfahrzeugs rechnet mit spitzer Feder. Wer es etwas edler mag und über ein vergleichbar üppiges Budget verfügt, greift gerne bei Audi, BMW oder Mercedes zu. In diesem Umfeld versucht seit 2011 die noble Toyota-Tochter Lexus mit dem CT 200h Fuß zu fassen. Der Vollhybrid will mit schönem Schein überzeugen und die Kunden ansprechen, die Wert auf Sparsamkeit legen, für die sich aber ein Diesel nicht rechnet. Jetzt haben die Japaner ihren Kompakten überarbeitet, er ist noch einen Tick sparsamer geworden und auch die Optik wurde geschärft. Beim Preis haben die Lexus-Verantwortlichen den Rotstift angesetzt. Zum Markstart am 8. März ist der modifizierte CT 200h ab 27.600 erhältlich, damit ist die Basisversion um 1800 Euro günstiger geworden.


Lexus CT 200h mit Diabolo-Grill

Der kleine Lexus fällt nun mehr auf. Er trägt den bereits aus der Mittelklasse IS bekannten, Diablo genannten Kühlergrill. Dieser steht dem CT 200h gut, verleiht ihm zumindest optisch ein gewisses dynamisches Auftreten. Aus der IS-Limousine kommt auch das neue Lenkrad. Dazu gibt es noch ein modifiziertes sowie bedienfreundlicheres Infotainment-System, neue Polsterstoffe sowie Außenfarben. Geblieben ist natürlich die Lexus-typische sorgfältige Verarbeitung, die verwendeten Materialien fühlen sich gut an. Platzwunder sollte man im kleinen Lexus nicht erwarten. Vorne sitzt man ordentlich, die Fondpassagiere sollten allerdings nicht allzu lange Beine besitzen. Die Knopf- und Schalterzahl ist beeindruckend, hier könnten die Techniker bei der zweiten Generation das Ganze übersichtlicher gestalten.

Der Schwerpunkt der Überarbeitung lag auf der technischen Seite. Das hört und fühlt man. Das Fahrwerk ist nun etwas straffer abgestimmt, Querfugen werden aber gut weggefiltert. Schlechte und holprige Straßen stellen so kein Problem dar. Im stauigen Stadtverkehrsgewusel von Rom machte sich noch eine weitere technische Verbesserung angenehm bemerkbar. Die Lenkung vermittelt nun eine direktere Rückmeldung, genaues Zirkeln durch schmale Fahrbahnspuren und das Ausweichen der vielen, fast jede Verkehrsregel missachtenden Motorroller fällt so leichter. Das CVT-Getriebe agiert zudem bei niedrigen Geschwindigkeiten leise und unauffällig.

Keine akustischen Belästigungen beim Lexus CT 200h

Wie beim Schwestermodell Prius arbeiten hier ein 1,8-Liter-Benziner mit 73 kW/99 PS und ein 60 kW/82 PS starker Elektromotor zusammen, sie kommen auf eine Gesamtleistung von 100 kW/136 PS. Im städtischen Umfeld lässt sich prima rein elektrisch fahren, zumindest für rund zwei Kilometer. Dann wird es besonders leise.

Aber auch im normalen Hybridantrieb sorgt der CT 200h für keine akustischen Belästigungen. Die Ingenieure haben die Drehzahl des Benziners homogener an die Leistungsanforderung des Fahrers angepasst. Bei geringer Anforderung dreht das Aggregat nicht mit voller Leistung, sondern entfaltet diese erst mit steigendem Leistungsabruf. So agiert der Motor deutlich leiser, erst ab Tempo 130 wird es lauter.

Lexus CT 200h benötigt 0,2 Liter weniger

Der Lexus CT 200h begnügt sich mit 3,6 Litern Benzin
Der Lexus CT 200h begnügt sich mit 3,6 Litern Benzin © Lexus

Ein Verkaufsargument für den kleinen Lexus soll der sparsame Umgang mit Treibstoff sein. In der Basisversion mit rollwiderstandsoptimierten 15-Zoll-Rädern begnügt er sich mit durchschnittlich 3,6 Litern (CO2-Ausstoß: 82 g/km), dass sind 0,2 Liter weniger als zuvor.

Nimmt man die besser ausgestatteten Versionen, fließen zwischen 3,8 (16-Zoll-Rädern) und 4,1 Liter (17-Zoll-Räder) durch die Leitungen, die CO2-Emissionen bleiben mit 88 bzw. 94 g/km deutlich unter 100 Gramm. Bei ersten Testfahrten mit hohem Stadtverkehrsanteil zeigte der Bordcomputer unseres Fahrzeugs (Executive-Ausstattung) einen Verbrauch von fünf Litern an.

Lexus-Kundschaft bevorzugt eine Ausstattungslinie

Der Farbmonitor ist beim Lexus CT 200h meistens dabei
Der Farbmonitor ist beim Lexus CT 200h meistens dabei © Lexus

Apropos Ausstattung: Rund zwei Drittel der Kundschaft entscheidet sich für die Ausstattungslinie Executive (ab 28.750 Euro). Hier gehört neben Zweizonen-Klimaautomatik, Sport-Lederlenkrad, LED-Tagfahrlicht sowie ein Reifenluftdruck-Überwachungssystem auch ein Audio-System mit einem 7-Zoll-Farbmonitor zum Serienumfang. Weitere Individualisierungsmöglichkeiten sind natürlich möglich. Damit steht der CT 200h seinen Mitbewerbern in nichts nach. (SP-X)






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