22. November 2013

Fahrbericht 6,4 Liter Verbrauch Range Rover Hybrid: Sparsam in die Wildnis

Leichtbau und Hybrid bringen dem Range Rover Hybrid gute Verbrauchswerte.
Leichtbau und Hybrid bringen dem Range Rover Hybrid gute Verbrauchswerte. © Land Rover

Land Rover sattelt auf Hybridantrieb um. Dank Leichtbauweise kann der Range Rover das zusätzliche Gewicht von Diesel- und Elektromotor sowie Akku gut kompensieren und sparsam unterwegs sein – wo auch immer.




Was gegen Ende der 1990er Jahre auf der Tokyo Motorshow begann und von den meisten Herstellern belächelt wurde, hat inzwischen den automobilen Hochadel erreicht. Und niemand lächelt mehr über den damals von Toyota im Prius vorgestellten Hybridantrieb. Als vorerst letzter Hersteller hat nun auch Land Rover die Kraft des kombinierten Antriebs entdeckt und eröffnet mit den beiden Hybrid-Modellen Range Rover und Range Rover Sport das Zeitalter des alternativen Antriebs für die traditionsreiche Marke. Die Hybridversionen kosten zwischen 86.000 Euro für den Range Rover Sport und 126.600 Euro für den Range Rover Autobiography.


Range Rover Hybrid mit 340 PS Systemleistung

Der Hybrid-Range gehört zu Land Rovers Nachhaltigkeitsstrategie, die bereits mit dem Leichtbau des aktuellen Modells begonnen hat. Karosserie und Fahrwerk sind aus Aluminium gefertigt, sodass der Luxus-Geländegänger trotz des 120 Kilogramm wiegende Hybridsystems noch immer weniger Gewicht auf die Waage bringt als der konventionell angetriebene Vorgänger. Der von Bosch und Continental entwickelte Antrieb kombiniert einen Drei-Liter-V6-Diesel (215 kW/292 PS) mit einem 35 kW/48 PS leistenden Elektromotor, was eine Systemleistung von 250 kW/340 PS ergibt und ein strammes Drehmoment von 700 Nm erzeugt.

Motordaten, die sich sehen lassen können und auf dem Niveau des V8-Dieselaggreagt liegen, doch die CO2-Belastungen fallen beim der Hybrid nach Werksangaben um 27 Prozent niedriger aus. Als Verbrauch verspricht Land Rover 6,4 Liter oder 169 Gramm CO2 je Kilometer, was sich bei idealen Bedingungen tatsächlich auch erreichen lässt. Dazu gehört eine möglichst lange Abfahrt, bei dem das fleißige Stopp/Start-System den Motor abschaltet und den Wagen segeln lässt, gefolgt von einer topfebenen Landstraße mit hohem Elektroanteil und einer auf maximal 110 km/h limitierten Autobahn. Sind diese Bedingungen nicht gegeben, schnellt der Verbrauch schnell in zweistellige Regionen, kann sich aber angesichts der Leistungswerte und des Gewichts (knapp 2,4 Tonnen) noch immer durchaus sehen lassen.

Range Rover Hybrid knapp 1,5 Kilometer rein elektrisch unterwegs

Der Elektromotor befindet sich platzsparend im Gehäuse der Achtgang-Automatik und fungiert auch als Generator. Der Getriebeaufbau wurde so verändert, dass alle elektrischen Komponenten im Getriebegehäuse untergebracht werden konnten, und keine Veränderungen am Fahrzeug notwendig wurden.

Dem Fahrer stehen vier Fahreinstellungen zur Wahl: Standard-Hybrid, Elektroantrieb, Sport und Command. Wird auf Elektroantrieb geschaltet, werden gleichzeitig alle anderen Komponenten entsprechend zurückgefahren, um die Reichweite zu optimieren. Allerdings ist die elektrische Energie nach knapp 1,5 Kilometern aufgebraucht.

Elektromotor des Range Rover auch als Booster tätig

Die Lithium-Ionen-Akkus des Range Rovers sitzen unter dem Wagenboden
Die Lithium-Ionen-Akkus des Range Rovers sitzen unter dem Wagenboden © Land Rover

Im Sport- und Command-Modus steht dynamisches Fahren im Vordergrund, bei dem der Elektromotor den Diesel mit zusätzlichem Boost unterstützt, was zwar großen Fahrspaß vermittelt, den Verbrauch aber gleich in höhere Sphären befördert.

Die Lithium-Ionen-Akkus platzierten die Entwickler unter dem Wagenboden, und spendierten der Einheit einen Mantel aus besonders hartem Borstahl, sodass die Energiespeicher vor mechanischen Beschädigungen, aber auch vor Wasser und Schmutz geschützt sind. Schließlich sind beide Hybrid-Range Rover ohne Einschränkung geländetauglich und besitzen eine Wattiefe von 85 beziehungsweise 90 Zentimetern.

Weitere Land Rover-Modelle folgen

Der Range Rover kommt auf einen Cw-Wert von 0,34
Der Range Rover kommt auf einen Cw-Wert von 0,34 © Land Rover

Trotz aller Neuerungen zeigt der Range Rover unverändert seine klassischen Eigenschaften, wagt sich in Gelände, wo andere SUVs verloren wären und verwöhnt die Insassen mit dem Luxus eines britischen Gentleman-Clubs. Leder, edle Hölzer und eine Luftfederung, die alle Unebenheiten schluckt und fast schon eine beruhigend bis einschläfernde Wirkung hat. Wohl dem, der sich einen Chauffeur leisten kann. Und dank des günstigen cW-Wertes von 0,34 bleiben die Insassen auch von den akustischen Belästigungen der Außenwelt verschont.

Die Hybridtechnik wird in Zukunft nicht allein den großen Range-Modellen vorbehalten sein, sondern vielmehr nach und nach auch in den anderen Baureihen Einzug halten. Schließlich muss Land Rover nach Wegen suchen, den Verbrauch und Umweltbelastung seiner Modelle zu reduzieren. Dazu gehören auch Überlegungen, Plug-in-Hybridsysteme zu entwickeln. Denkbar wäre dieser Antrieb in einer ferneren Zukunft im Range Rover Evoque, der im Modelljahr 2014 mit einem neuen Neungang-Automatikgetriebe zu den Kunden rollt. (Aufpreis 2330 Euro für die Diesel-Modelle, Serie bei den Benzinern).

Die neunstufige Kraftübertragung soll den Verbrauch um 11,4 und die Abgasemissionen um bis zu 9,5 Prozent senken. Die Versionen mit Frontantrieb müssen auf die feine Schaltung verzichten. Das neue Antriebssystem Active Driveline stellt zudem den Allradantrieb auf Abruf bereit und wechselt innerhalb von nur 300 Millisekunden auf vier angetriebene Räder. (SP-X)






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