Infinti Q70: Mit zwei Gesichtern

Infiniti Q70 Hybrid

Ein bisschen anders: Der Infiniti Q70 Hybrid © Infiniti

Es liegt nicht allein am Hybrid-Antrieb. Der Infiniti Q70 ist wohl die so ziemlich exotischste und exklusivste Alternative in der Business-Liga der Fünf-Meter-Klasse.

Wer also partout mal was anderes fahren will und schon einen Lexus GS für ein gewöhnliches Auto hält, dem sei der Infiniti Q70 empfohlen. Vor drei Jahren noch als M-Serie präsentiert, wurde er jetzt zum Jahreswechsel ein wenig überarbeitet und ist so ziemlich die exotischste und exklusivste Alternative, die man in der gehobenen Business-Klasse fahren kann – nicht umsonst wurden im letzten Jahr gerade einmal 44 Exemplare zugelassen.

LED-Scheinwerfer zur Modellpflege

Dabei ist das Auto durchaus ein Statement von Infiniti– von außen, weil die Limousine mit ihren 4,98 Metern ein stattliches Format hat und nicht erst seit der serienmäßigen Einführung der LED-Scheinwerfer zur Modellpflege frischen Glanz ins Einerlei der gehobenen Mittelklasse bringt. Von innen, weil alles zwar ein bisschen barock und schwülstig aussieht, aber dafür piekfein gestaltet und auf Verwöhnkomfort ausgelegt ist.

Und unter der Haube, weil dort ein Hybrid-Antrieb mit V6-Motor der aus 3,5 Liter Hubraum 225 kW/306 PS holt und eine E-Maschine, die 50 kW/68 PS leistet.

Zäher Eco-Modus

Stattliche 4,48 Meter zwischen den Puffern Infiniti

Natürlich geht es auch Infiniti beim elektrischen Hilfstriebwerk ums Sparen – nicht umsonst erzählen die Japaner stolz von 6,2 Litern im Normverbrauch. Dafür haben sie sogar einen Eco-Modus programmiert, bei dem sich das Gaspedal so zäh und teigig anfühlt, dass man den Fuß gar nicht mehr darauf abstellen möchte.

Und wer das Pedal sanft genug streichelt, der kann sogar ein oder zwei Kilometer rein elektrisch durch die Stadt surren, wenn er sich nicht am genervten Blick der ungeduldigen Hintermänner stört.

Das wahre Gesicht

Sprintet bis auf 250 km/h Infiniti

Im Normalmodus zeigt der Q70 sein wahres Gesicht. Dreht man den Fahrregler noch eine Raste weiter, wird es tatsächlich richtig sportlich – dann spürt man die Systemleistung von 268 kW/364 PS und das gemeinsame Drehmoment von 546 Newtonmeter. Von 0 auf Tempo 100 in 5,3 Sekunden, spielend auf 250 km/h und Überholen im kräftigen Spurt – da soll noch einer sagen, Hybrid-Autos seinen Spaßbremsen. Nur mit dem Sparen wird das auf diese Weise natürlich nichts mehr.

Mit Diesel als Alternative

Fein verarbeitet, aber etwas überladen Infiniti

Zwar macht der Hybrid einen gelungenen Eindruck. Die beste Alternative zum Teilzeitstromer liefern die Japaner selbst – mit ihrem Diesel. Erst recht, seitdem sie mit dem Facelift einen 2,2 Liter-Motor mit 170 PS im Einsatz haben. Der ist zwar nicht ganz so stark und spritzig wie der Hybrid, ist aber mit einem Normverbrauch von 4,9 Litern noch sparsamer und nach einer Preissenkung um rund 10.000 Euro obendrein deutlich billiger. Denn statt mindestens 57.300 Euro gibt es ihn schon ab 44.500 Euro. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).