27. Dezember 2013

Fahrbericht Aus FX wird QX Infiniti FX 30d S: Vor dem Namenswechsel

Der Infiniti FX 30d S Premium Black and White-Edition überzeugt auch ohne Perfektion.
Der Infiniti FX 30d S Premium Black and White-Edition überzeugt auch ohne Perfektion. © Infiniti

Der Infiniti FX 30d S präsentiert sich als Kavalier alter Schule. Im nächsten Jahr geht es für den Crossover der Nissan-Tochter unter neuer Bezeichnung weiter.




Von Thomas Flehmer

Die Einführung der neuen Nomenklatura bei Infiniti macht es möglich. Die Buchstaben G, M, EX und FX werden abgelöst durch den Buchstaben Q sowie dem Zusatz X für die Geländefahrzeuge. Der QX50 ersetzt die EX-Baureihe, aus FX wird QX70. Doch während sich die Bezeichnungen ändern, bleibt äußerlich und innen alles beim Alten.


Infiniti FX Vorreiter in Europa

So erhält auch der FX 30d, mit dem die Edel-Tochter von Nissan 2008 in den europäischen Markt als erstem Modell eintrat, seine charismatische Form, die ihn im SUV-Gemenge herausstechen lässt. Eine freche Schnauze sowie eine markante rundliche Heckpartie zieren den 4,87 Meter langen Crossover – designerische Appetitanreger, auf die es aber auch ankommen muss.

Denn obwohl der FX erst im letzten Jahr einem Facelift unterzogen wurde, präsentiert sich der Zweitonner als Kavalier alter Schule – mit allen Stärken und Schwächen. Der in schwarzem Leder gehaltene Innenraum der auf 500 Einheiten limitierten Sonderedition "Black and White" verströmt trotz seiner Ziernähte nicht die Luxus-Ausstrahlung deutscher Mitbewerber und gibt sich noch etwas altbacken. Die Bedienelemente in der Mittelkonsole sind etwas zu tief angebracht, sodass der Blick von der Straße genommen werden muss, um etwas einzustellen. Das Navi hetzt bei der Wegberechnung auch hinterher.

Infiniti FX vermittelt Sicherheit

Trotzdem bietet das Cockpit genügend Wärme. Die Sitze sind sehr ordentlich und komfortabel ausgefallen. Das machte sich vor allem bei Autobahnfahrten während des groß angekündigten Orkans "Xaver" bemerkbar. Zwar fielen die stürmischen Aktivitäten auf der langen Reise durch Mitteldeutschland etwas geringer als angekündigt aus, doch der groß gebaute Allradler vermittelte schon vor dem ersten Gastritt sehr viel Sicherheit.

Das Cockpit des Infiniti FX bietet genügend Wärme
Das Cockpit des Infiniti FX bietet genügend Wärme © Infiniti

Zur Sicherheit trägt auch dabei, dass der FX 30d S nicht gerade zu den sportlichsten Vertretern seiner Garde zählt. Zwar befinden sich 175 kW/238 PS unter der Motorhaube und der Sprint soll in 8,3 Sekunden vollzogen sein. Doch legt der mit einen Siebenstufen-Automatik ausgestattete drei Liter große Sechszylinder-Diesel beim Vortrieb eine kleine Turbo-Pause ein, ehe der große Schwung kommt.

Kleiner Kofferraum im Infiniti FX

Dabei präsentiert sich das Aggregat zunächst akustisch nicht zurückhaltend. Erst wenn der FX in höhere Geschwindigkeitsbereiche vorgedrungen ist, bleibt das Motorengeräusch dezent im Hintergrund, sodass die Gespräche untereinander nicht gestört werden. Insgesamt etwas zäh, aber mehr als ausreichend für ein Modell der schweren Klasse.

Trotz der Länge von 4,87 Metern ist zwar noch genügend Platz für die Fond-Passagiere vorhanden, doch das Kofferraumvolumen liegt mit 410 Litern gerade mal etwas höher als Golf-Niveau. Hier müssen auf längeren Reisen Einschränkungen gemacht werden.

Auch bei den Fahrassistenzsystemen fehlen noch Unterstützungen, die bei anderen Herstellern zum guten Ton dazugehören, wobei mit dem Spurhalte-Assistent, Abstandstempomaten sowie Einparkhilfe und intelligentem Bremsassistent und Auffahrwarnsystem schon die wichtigsten Funktionen in der Premium-Variante an Bord sind, ohne dass der Fahrer eine Überfrachtung fürchten muss.

Infiniti FX überzeugt auch ohne Perfektion

Beim Infiniti FX darf man nicht auf das Geld achten
Beim Infiniti FX darf man nicht auf das Geld achten © Infiniti

Überfrachtet wird dagegen der Geldbeutel, denn auch hier präsentiert sich der FX noch als Vertreter der alten Schule. Mit 8,6 Litern sollte sich der Selbstzünder zufrieden geben. 12,5 Liter waren mit zügigen Fahrten auf der Autobahn, im Stadtverkehr mit einem hohen Stadtautobahnanteil begnügte sich der FX mit zwei Litern weniger. 110 Euro verlassen nach dem Volltanken den Geldbeutel.

Dass der Infiniti FX kein Auto für diejenigen ist, die auf das Geld achten müssen, sollte aber schon vorher klar sein. Der Basispreis für den FX 30d S Premium beginnt bei 59.729 Euro, die von uns gefahrene und sehr gut ausgestattete Black and White Edition kostet 66.750 Euro. Dann hat man nicht alles, aber man fährt exquisit einen schönen Infiniti. Der Crossover überzeugt auch ohne Perfektion - egal ob als FX oder QX70.






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